Graveln im Blick von Deutschlands höchstem Berg: der Zugspitze. Schotterwege, idyllische Waldpfade und beeindruckende Ausblicke machen die Zugspitz Region zum spitzen Tipp für Gravelbiker. Die abwechslungsreichen Strecken fordern sowohl sportlich Ambitionierte heraus und bieten auch genug Schotter für Trekkingradler, die es mehr auf Genuss ankommen lassen.
► Drei Gravelbike-Touren in der Zugspitz-Region, die du auch in der Komoot-Collection der Youtuberin „Anke is Awesome“ findest, haben wir für dich herausgepickt.
- Sportlich um das Ettaler Manndl – Graveln zwischen Moor, Fluss und Bergkulisse (mittel bis schwer)
- Zugspitz-Runde – „Königsrunde“ um Deutschlands höchsten Berg (schwer)
- Zum Isar-Ursprung – Back to the Isar-roots im Karwendel (mittel)
Tour 1: Sportlich um das Ettaler Manndl – Graveln zwischen Moor, Fluss und Bergkulisse
Vom Startpunkt in Oberammergau an wechselst du zwischen schnellen Schotterwegen, ruhigen Forststraßen und Passagen, die etwas Aufmerksamkeit am Lenker verlangen. Genau diese Mischung macht die Tour so reizvoll.
Vorbei am Kloster Ettal geht es hinein in eine Landschaft, die ständig ihr Gesicht verändert. Mal gravelst du durch schattige Waldabschnitte, dann wieder über offene Wege mit Blick auf die Ammergauer Alpen. Besonders eindrucksvoll ist das Murnauer Moos. Die weiten Moorflächen schaffen überraschend viel Raum zwischen den Bergen und lassen die Strecke größer wirken, als sie auf der Karte erscheint.
Entlang der Loisach warten flotte Uferwege, auf denen das Gravelbike seine Stärken ausspielt. Dazwischen sorgen groberer Untergrund, kurze Anstiege und einzelne steilere Abfahrten für Abwechslung. Beim Anstieg Richtung Oberau musst du etwas kräftiger in die Pedale treten, die Anstrengung wird aber belohnt mit schönen Ausblicken und einem gelungenen Rhythmus aus Belastung und Rollenlassen.
Kurzprofil:
- Distanz: ca. 44 km
- Höhenmeter: ca. 460 hm
- Zeitdauer: rund 3 h
- Startort: Oberammergau
- Charakter: mittel bis schwierig, kein besonderes Fahrkönnen erforderlich
Tour 2: Zugspitz-Runde – „Königsrunde“ um Deutschlands höchsten Berg
Wenn es in der Zugspitz Region eine Tour gibt, die sich den Titel „Königsrunde“ verdient hat, dann diese. Knapp 77 Kilometer, über 1300 Höhenmeter und eine Streckenführung, die dich einmal rund um das Zugspitzmassiv schickt. Dabei fährst du nicht einfach durch die Landschaft – du tauchst tief in sie ein.
Schon der Auftakt hat Charakter: Von Garmisch-Partenkirchen geht es über Schotterwege Richtung Graseck und Elmau. Die steilen Rampen sorgen früh für einen erhöhten Puls, dafür öffnen sich immer wieder freie Blicke auf die Felswände des Wettersteingebirges. Spätestens am Ferchen- und Lautersee wird klar, warum sich die Anstrengung lohnt.
Hinter Mittenwald wechselst du nach Tirol und rollst durch die Leutascher Klamm ins weite Leutaschtal. Hier beginnt einer der schönsten Abschnitte der Runde: endlose Forstwege, die Leutascher Ache als Begleiter und darüber die schroffen Gipfel von Wetterstein und Mieminger Kette. Das Gaistal wirkt wie gemacht für Gravelbikes – mit ständig wechselnden Perspektiven auf die Zugspitze gratis.
Über Ehrwald und entlang der Loisach führt die Route schließlich zurück nach Garmisch-Partenkirchen. Die Beine sind dann längst spürbar schwerer, der Blick auf das Zugspitzmassiv dagegen noch immer beeindruckend.
Die „Königsrunde“ verlangt Ausdauer, aber keine technischen Kunststücke. Wer einen langen Tag auf Schotter liebt, große Landschaften schätzt und Freude daran hat, sich einen Berg buchstäblich zu umrunden, findet hier eine der eindrucksvollsten Gravelrunden der nördlichen Alpen.
Kurzprofil:
- Distanz: ca. 77km
- Höhenmeter: ca. 1320 hm
- Zeitdauer: rund 6,5 h
- Startort: Garmisch-Partenkirchen
- Charakter: schwierig, weil lang, kein besonderes Fahrkönnen erforderlich
Tour 3: Zum Isar-Ursprung – Back to the Isar roots im Karwendel
Es gibt Touren, bei denen das Ziel wichtiger ist als die Strecke. Und dann gibt es die Fahrt zum Isar-Ursprung. Hier gehört beides zusammen.
Von Mittenwald aus folgst du zunächst dem breiten Schotterband ins Hinterautal. Der Verkehr bleibt am Parkplatz und Infocenter Scharnitz zurück, von hier an bestimmen das Rauschen der noch jungen Isar und die steilen Flanken des Karwendelgebirges den Takt. Der gut befahrbare Schotterweg führt tief in eine der ursprünglichsten Gebirgslandschaften der Region, vorbei an Almen, kleinen Wasserfällen und den mächtigen Wänden des Karwendels.
Mit jedem Kilometer wird die Kulisse beeindruckender. Anders als bei vielen Alpintouren stehen hier keine langen Anstiege im Mittelpunkt. Die rund 420 Höhenmeter verteilen sich angenehm über die Strecke, sodass du Zeit hast, die Landschaft aufzusaugen.
Am Isar-Ursprung angekommen, lohnt sich eine längere Pause. Bei genauem Hinschauen entdeckst du mehrere unscheinbare Quellarme, die hier die Isar entstehen lassen. Der Fluss, der später München und das Oberland prägt. Das glasklare Wasser, die Kiesbänke und die umliegenden Berge schaffen einen Ort, an dem man das Fahrrad gerne für ein paar Minuten abstellt.
Tipp:
Bist du noch fit? Wenn du nach den Quellen noch ein Stück weitergravelst, erreichst du in kurzer Zeit die bewirtschaftete Kastenalm. Von hier führt eine extrem steile und anspruchsvolle Schotterstraße (bis zu 16 %) rund 3 Kilometer zur DAV-Hütte Hallangerhaus auf 1768 Metern Seehöhe. Ein Abstecher, der sich für Sportsfreunde lohnt (hier nicht auf der Karte vermerkt).
Kurzprofil:
- Distanz: ca. 44 km
- Höhenmeter: ca. 420 hm
- Zeitdauer: rund 3 h
- Startort: Mittenwald
- Charakter: mittel, weil lang, kein besonderes Fahrkönnen erforderlich
Haftungsausschluss: Diese Tour(en) wurde(n) nach bestem Wissen aufbereitet. Eine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben wird dennoch nicht gegeben. Das Befahren und Begehen erfolgt stets auf eigene Gefahr. Lies hier den vollständigen Haftungsausschluss.