Profession Trailrunning: Philipp Reiter aus Bad Reichenhall im Interview
Von admin 02 Apr 2023
Der Bad Reichenhaller Philipp Reiter ist so etwas wie ein Trailrunning- und Sport-Junkie. Als er vor einige Jahren eine Ausschreibung für den Götschenfuchs, ein Skitourenrennen in Bischofswiesen, gesehen hat, hat sich auch sein Leben grundlegend verändert. Er tauschte Joystick gegen Skistick und los ging's.
Ein wenig später kam als ausgleichender Sommersport Trailrunning dazu. Heute ist er nicht nur einer der umtriebigsten Sportler aus seiner Region, er ist auch Markenbotschafter für die Marken Salomon, Leki, Suunto, Julbo und seine Homebase Bad Reichenhall. Darüber hinaus arbeitet er als Fotograf und engagiert sich im Familienunternehmen Jua, das nachhaltige Kleidung herstellt.
Er repräsentiert die Alpenstadt als Testimonial und schärft so ihr Bild als Bergsportregion Nach der Teilnahme an zahlreichen internationalen Wettbewerben wie dem Transalpine Run (Sieg 2012), dem Zugspitz Ultra (Sieg 2013) oder dem Speed-Rekord an der Watzmann-Ostwand entdeckt der Profi-Sportler zunehmend wieder die Berge rund um seine oberbayerische Heimat.
Wir hatten die Gelegenheit Philipp ein paar Fragen zum Thema Trailrunning zu stellen.
Philipp Reiter in seinem Lieblings-Office: Den Bergen.
Gleich die wichtigste Frage: Kennst du OUTSIDEstories?
Philipp:
"Schon mal gehört. Aber erklärt mir es doch nochmal in ein paar kurze Worten."
OUTSIDEstories:
OUTSIDEstories ist die größte Product-Experience-Plattform in deutscher Sprache für Sport- und Outdoorprodukte Wir verstehen uns als Community, die ihre Erfahrungen in Form von Produktbewertungen austauscht.
Zudem sind wir Rat- und Tippgeber für die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände im Bereich Camping, Outdoor, Wandern, Klettern, (Trail-) Running, Mountain-Bike, Skitouren und Wintersport. Wir haben zur Zeit roundabout 100.000 User im Monat und 22.300 registrierte Mitglieder, über 7.300 Tests online und mehr als 2.000 Marken in der Datenbank.
Wenn wir also von dir als Markenbotschafter von Bad Reichenhall lesen, werden wir ganz neidisch. "Der Jäger wohnt im Revier", heißt es doch so schön. Aber, da wir uns ja auch gern über die Produkte unterhalten, interessiert es uns natürlich, auf was es dir bei deiner Ausrüstung ankommt.
Zum Trailrunning wollen wir ein paar Tipps vom Profi:
Das Wichtigste für einen solchen Trailrun sind die Schuhe. Wenn du einen Tipp für den Kauf eines Trailrunningschuhs geben solltest, welche drei Kriterien sind die K.O.-Kriterien für dich?
Philipp:
"Passform - passt meine Fußform zum Schuh und umgekehrt. Für mich macht es keinen Sinn Trail-Schuhe online zu kaufen ohne sie vorher zu kennen oder anprobiert zu haben."
"Profil - ohne ausreichenden Grip kommt man nicht weit. Hält der Schuh auf nassem Fels, rutschigen Wurzeln oder schlammigem Untergrund?"
"Dämpfung/Sprengung - auf welchem Untergrund laufe ich meistens, wie technisch sind die Trails, wie viele Kilometer laufe ich in der Woche zirka."
Vor allem im Frühjahr muss man im Gebirge mit Schneeresten rechnen. Gut also, wenn die Schuhe genug Grip bieten.
Gibt es einen bestimmten Trailrunning-Schuh, den du empfehlen kannst?
Philipp:
"Für den Hochstaufen Trail-Run würde ich den Salomon S/LAB S-Lab Ultra LTD nehmen: extrem leicht und trotzdem ein gutes Profil, gedämpft für den Downhill zurück in die Innenstadt."
Auf was legst du bei deiner Trailrunning-Bekleidung besonders Wert? Kann ich da nicht die klassische Laufbekleidung nutzen? Brauche ich eine bestimmte Jacke oder Hose?
Philipp:
"Keinesfalls! Du kannst theoretisch in einer normalen kurzen Hose laufen gehen, dabei wirst du aber schnell merken, dass die Passform nicht optimal ist, der Schweiß nicht abtransportiert werden kann und das Konzept mit den Taschen auch nicht gescheit funktioniert, aber dafür sind wir ja dann da."
Ganz oben: Philipp in seinem Element beim Trailrunnen in den Bergen.
Und wie sieht es mit dem entsprechenden Rucksack aus? Warum ist ein Trailrunning-Rucksack vor allem in den Bergen so wichtig? Was packst du rein?
Beim Trailrunning kommt es auf jedes Gramm an. Philipp Reiter gibt uns wertvolle Tipps für die Ausrüstung.
Auf was sollen Trailrunner in den Bergen noch achten? Welche Accessoires sollte man immer dabeihaben? Auf was kann ich verzichten?
Philipp:
"Eine Rettungsdecke ist für mich das wichtigste Item. So schnell vertritt man sich den Fuß und kann nicht mehr weiter. Mit einer Rettungsdecke kann man das Auskühlen zumindest ein bisschen verzögern."
Gibt es No-Gos beim Trailrunning, die du bei der Gelegenheit unseren Lesern vermitteln willst. Bei der Ausrüstung, beim Lauf, beim Training?
Philipp:
"Keinesfalls mit Straßenlaufschuhen starten, das macht keinen Spaß und ist auch gefährlich!"
Der Blick vom 1001 Meter hohen Dötzenkopf auf Bad Reichenhall ist jede Anstrengung wert.
Und zum Schluss sind wir noch ganz frech und wollen von dir noch einen oder zwei Geheimtipps zum Trailrunning in und um Bad Reichenhall. Kannst du uns eine ca. 10 Kilometer und eine krassere ca. 20 Kilometer-Strecke verraten?
Philipp:
"Hehe, also für die 10 Kilometer-Runde würde ich die Dötzenkopf-Runde vom Festplatz aus empfehlen, für die 20 Kilometer-Runde von der Staufenbrücke aus zu starten, dann über Fuderheuberg, Hochstaufen und Gamsknogel wieder retour."