Sehr bequemer Softboot, damit ist man überall geschmeidig unterwegs
VORTEILE
- Bequemer Innenschuh mit Profilsohle
- zweigeteilte Schnürsenkel
- Schnürsenkel-Aufräum-Lasche
- Notwendige Stabilität zum Skifahren
NACHTEILE
- Gewicht
BEWERTUNG
Ich war mir nicht ganz sicher, ob ein Softboot zum (sportlichen) Skifahren geeignet ist. Bisher mussten Skistiefel in meiner Vorstellung vor allem unbequem und wenig beweglich sein, damit die Kraft auf den Ski übertragen werden kann. Doch dann bekam ich den Softboot „Joe&Jane“ der Schweizer Firma DAHU als Produktscout zum Testen angeboten. Mein Fazit: Der Softboot steht einem konventionellen Skistiefel in nichts nach. Selbst bei eisigen Verhältnissen lassen sich die Ski perfekt kontrollieren.
Der Softboot besteht aus zwei wesentlichen Komponenten: Einem komfortablen Innenschuh und der stabilen Schale aus Kunststoff.
Innenschuh:
Der Innenschuh des DAHU Joe&Jane ist das eigentliche Herzstück des Stiefels. Der Schuh hat eine griffige Profilsohle, welche durch die Kerbung gleichzeitig als „Längsführung“ in Verbindung mit der Schale dient. Die Besonderheit des Innenschuhs ist die zweigeteilte Schnürung: über ein Schnürband kann man den unteren Teil des Boots regulieren, über die zweite Schnürung wird der Schaft gebunden. Die Schnürbänder werden in einer eigens dafür angebrachten Aufnahme oben am Skischuh fixiert und sind damit sauber und sicher verstaut. Der Innenschuh trägt sich sehr bequem und kann auch bereits zum Autofahren getragen werden. Der besondere Vorteil des Innenschuhs zeigt sich aber eher in der Hütte oder am Abend beim Aprés Ski: Durch den bequemen Schuh ist man hier deutlich entspannter unterwegs als mit konventionellen Skistiefeln.


Schale:
Die Schale sorgt dafür, dass aus dem flexiblen Innenschuh ein stabiler Skischuh wird. Das Zusammenfügen des Innenschuhs erfolgt sehr einfach: Beide Schnallen der Schale öffnen und entriegeln, rückseitigen Schaft entriegeln und die Schale aufklappen. Im Anhang sieht man den „geschälten“ Stiefel. Dann einfach mit dem Innenschuh in die Schale einsteigen, den hinteren Teil der Schale wieder verriegeln, den vorderen Teil am Innenschuh anlegen und über die beiden Schnallen fixieren. Die Schnallen lassen sich aufgrund der Große sehr einfach schließen. Beim erstmaligen Tragen ist das Zusammenfügen des Innenschuhs mit der Schale noch etwas fummelig, man findet den richtigen Dreh aber relativ schnell heraus und geht nach kurzer Übung einfach von der Hand. Zu Beginn war ich etwas besorgt ob mir der Stiefel nicht unangenehme Druckstellen im Knöchelbereich beschert, da die untere der beiden Verschlüsse direkt auf dem Knöchel endet. Da aber die Anpassung an den Fuß hauptsächlich über den Innenschuh reguliert wird, musste die Verschlussschnalle gar nicht so eng geschlossen werden und hat damit auch keine Druckstelle verursacht.
Im Vergleich zu einem konventionellen Skistiefel hatte ich den Eindruck, dass der Softboot mit geschlossener Schale weniger beweglich war, habe dies aber nicht als unangenehm empfunden.


Fazit:
Ich war von diesem Softboot positiv überrascht. Meine Bedenken bezüglich Stabilität und Skikontrolle bei eisigen Verhältnissen haben sich in Wohlgefallen aufgelöst. Einzig organisatorisch hat man Mehraufwand: In der Hütte oder beim Aprés Ski muss man die Schale irgendwie transportieren. Aber auch dafür hat DAHU eine Lösung: Den Stiefeln liegt ein Klettband bei, mit dem sich die beiden Schalen verbinden lassen und dann gut getragen werden können. Alles in allem sollte man aber auch beachten, dass es sich weiterhin um einen Skistiefel handelt, die Kräfte, die auf den Ski wirken, werden auch mit diesem Schuh auf die Unterschenkel übertragen. Ein Anfänger wird durch den Schuh nicht zu einem Profi. Auch diejenigen, die glauben, dass der Schuh am Abend nach Veilchen riecht, muss ich leider enttäuschen. DAHU kann viel, aber das geht nun wirklich nicht.


