Hochwertiger und robuste jedoch teure Jacke
VORTEILE
- Durchdacht und sehr robust
- Leicht und Kompakt
- Helmtaugliche Kapuze
- Atmungsaktivität/sehr angenehmer Tragekomfort
- Winddicht
- Wasserdicht
NACHTEILE
- Gummizüge in der Kapuze lockern sich teilweise
- „Stattlicher Preis“
BEWERTUNG
Mitte Dezember erhielt ich vom Hersteller The North Face die Summit Torre Egger FUTURELIGHT Hardshell-Jacke zum ausführlichen Praxistest. Entwickelt wurde diese Jacke in erster Linie für den Einsatz beim anspruchsvollen Klettern und Bergsteigen unter extremen Wetterbedingungen.
Herstellerinformationen – The North Face
The North Face wurde im Jahr 1966 in San Francisco gegründet. Was zunächst als kleines Fachgeschäft für Kletter- und Outdoor-Ausrüstung begann, entwickelte sich über die Jahrzehnte zu einer der weltweit bekanntesten Marken im Bereich Outdoor-, Bergsport- und Funktionsbekleidung.
Der Markenname bezieht sich auf die Nordwand eines Berges, die traditionell als die kälteste, windigste und technisch anspruchsvollste Seite gilt. Dieser Name steht sinnbildlich für die Philosophie des Unternehmens: Ausrüstung zu entwickeln, die selbst unter extremen und widrigen Bedingungen zuverlässig funktioniert.
Bis heute verfolgt The North Face dieses Ziel konsequent weiter und kombiniert innovative Materialien, moderne Fertigungstechnologien und praxisnahe Entwicklung – häufig in enger Zusammenarbeit mit professionellen Alpinisten.
Das Testprodukt – Summit Torre Egger FUTURELIGHT
>Unter dem bekannten Leitspruch „Never Stop Exploring“ präsentiert The North Face mit der Summit Torre Egger FUTURELIGHT Hardshell-Jacke ein Produkt aus der Summit Series, also der leistungsstärksten Linie des Herstellers. Diese Jacke richtet sich klar an ambitionierte Alpinisten, Kletterer und Bergsteiger, die sich auch bei extremen Wetterlagen auf ihre Ausrüstung verlassen müssen.
Facts im Überblick
- Einsatzbereich:
>Klettern und Bergsteigen bei extremer Witterung - Größen:
>XS bis XXL (Testgröße: S) - Farbe:
>Nebula Green – Evergreen
Material und Konstruktion
>Das Herzstück der Jacke bildet das dreilagige FUTURELIGHT-Material mit einem Flächengewicht von 163 g/m². Die drei Schichten sind fest miteinander verbunden und werden zusätzlich durch eine wasserabweisende DWR-Beschichtung ergänzt.
>Der Oberstoff besteht aus 100 % recyceltem Nylon, das in der speziellen Ripstop-Webtechnik gefertigt ist. Diese Konstruktion erhöht die Reißfestigkeit erheblich und verhindert, dass sich kleine Beschädigungen im Material weiter ausbreiten – ein entscheidender Faktor im alpinen Einsatz.
>Auf der Innenseite sorgt ein weiches, gestricktes Trikot-Innenfutter für hohen Tragekomfort und unterstützt gleichzeitig die hervorragende Atmungsaktivität des Materials.
>Besonders durchdacht: In Bereichen mit hoher Bewegungsintensität oder erhöhtem Wärmebedarf – Kapuze, Unterarme und Rücken – wurde das Material auf 92 g/m² reduziert. Dadurch entsteht eine optimale Balance aus Schutz, Bewegungsfreiheit, Gewicht und Klimamanagement.
Aufbau und Ausstattung
>Die Summit Torre Egger FUTURELIGHT Hardshell-Jacke ist bis ins Detail auf den alpinen Einsatz abgestimmt:
- >Zwei Fronttaschen mit Reißverschluss in der linken befindet sich eine Materialschlaufe sowie ein Organizerfach aus Netzmaterial
- >Zwei großzügige Innen-Einschubtaschen aus Mesh
- >Individuell verstellbarer Saum mittels Gummikordel
- >Großzügige, helmtaugliche Kapuze mit geklebter Krempe
- >Hoher Kragen mit weichem Kinnschutz
- >Zwei-Wege-Hauptreißverschluss
- >Ärmelbündchen mit Klettverschluss
- ">Großzügige Belüftungsreißverschlüsse im Achselbereich
- Versetzte Schulternähte und vorgeformte Ärmel für maximale Bewegungsfreiheit
Erster Eindruck und Passform
Bereits beim Auspacken vermittelt die Jacke einen sehr hochwertigen und robusten Eindruck. Das Material wirkt zunächst etwas steif und massiv – ein Eindruck, der sich jedoch sofort relativiert, sobald man die Jacke anzieht.
Bei einer Körpergröße von 168 Zentimeter entschied ich mich für Größe S. Auf den ersten Blick wirkt die Jacke etwas großzügig geschnitten, was sich jedoch als klarer Vorteil herausstellt. Gerade bei sehr kalten Temperaturen ist ausreichend Platz für zusätzliche Isolationsschichten essenziell.
Praxistest
Allgemeine Testbedingungen
Die Jacke erreichte mich erst Mitte Dezember und der Winter zeigte sich heuer in meiner Region nicht von seiner besten Seite. Geringe Niederschläge, starker Wind und teilweise problematische Altschneelage machten klassische Skitouren oder Bergtouren relativ schwer einschätzbar. Sprich - mir war es ehrlich gesagt in den letzten Wochen einfach ein wenig zu gefährlich und ich wollte auch mein neues Splitboard nicht unbedingt bei den steinigen Abfahrten „schrotten“.
Aus diesem Grund habe ich die Jacke bewusst in etwas abweichenden Einsatzbereichen getestet.
Langlaufen
Bedingungen:
Mäßiger bis starker Wind, Schneefall um 0 °C, entsprechend nasse Verhältnisse.
Langlaufen ist eine äußerst intensive Ausdauerbelastung. Hier zeigte sich besonders deutlich, wie wichtig eine hohe Atmungsaktivität und auch Bewegungsfreiheit ist.
Beim Langlaufen trägt man erfahrungsgemäß eher leichte Bekleidung. Ein Transtex-Shirt und eine leichte Softshelljacke reichen selbst mir als Frostbeule bei diesen Temperaturen als Isolierschicht aus. Wird es bei steilen Anstiegen intensiver, lässt sich die Körperwärme durch das Öffnen der Achselbelüftungen effektiv regulieren. Auch bei rund zwei Stunden Einsatz in nassem Schneefall drang keinerlei Feuchtigkeit ins Innere der Jacke. Der weiche Einsatz im Kinnbereich verhindert unangenehme Reibung, und die Ärmel lassen sich optimal über die Handschuhe ziehen und sicher fixieren. Auch die nötige Bewegungsfreiheit war gegeben. Der hohe Kragen schützt auch bei starkem Wind den empfindlichen Halsbereich sehr gut.
>Am nächsten Tag ging es auf die Piste und die Jacke war sofort wieder einsatzbereit.
Snowboarden / Skifahren
Bedingungen:
Starker Wind, etwa –4 °C im Gipfelbereich, im Tal rund 0 °C bei wenig Wind.
Gerade diese wechselhaften Bedingungen eignen sich ideal, um eine Hardshelljacke auf Winddichtigkeit, Wärmemanagement und Feuchtigkeitstransport zu testen.
Der Vergleich zum alpinen Einsatz ist dabei naheliegend: Beim Klettern in Mehrseillängentouren gibt es längere Standzeiten, ähnlich den Phasen zwischen Abfahrt und Liftfahrt beim Snowboarden/Skifahren. Hier ist entscheidend, dass der Körper nicht auskühlt und sich keine Feuchtigkeit im Inneren der Jacke sammelt.
Schichtenprinzip
Unter der Hardshell trug ich:
- einen Langarm-Baselayer
- eine elektrische Heizweste
- eine dünne Softshelljacke
Im stark windigen Gipfelbereich zeigte die Jacke eindrucksvoll, was absolute Winddichtigkeit bedeutet. Gleichzeitig überzeugte sie durch eine hervorragende Bewegungsfreiheit, insbesondere beim Snowboarden, wo eine freie Oberkörperrotation unerlässlich ist.
Auch bei längeren Abfahrten blieb das Innenklima angenehm trocken.
Besonders bei Liftfahrten erwies sich der Schnitt bis hinunter zum Gesäß als sehr angenehm.
Trockenlaufen bei Sturm
Bedingungen:
Starke Windböhen und leichter Schneefall bei um die -8°C
Auch hier machte die Jacke eine sehr gute Figur. Die Kapuze lässt sich flexibel anpassen, bietet zuverlässigen Schutz und schränkt die Sicht nicht ein. Selbst bei starkem Wind bleibt sie dank der Kordelzüge sicher an Ort und Stelle. Zieht man diese jedoch sehr fest, kann es vorkommen, dass sie sich nach einiger Zeit leicht lockern und nachjustiert werden müssen.
Unter der Jacke trug ich bei diesen Temperaturen meine Hybridjacke. Die Hardshell-Jacke reduziert insbesondere bei starken Windböen den Windchill-Effekt deutlich.
Resümee
Die Summit Torre Egger FUTURELIGHT Hardshell-Jacke von The North Face erfüllt für mich alle Anforderungen, die ich an eine hochwertige, technisch ausgereifte Hardshelljacke stelle.
Sie bietet:
- exzellenten Wetterschutz
- sehr gute Atmungsaktivität
- hervorragende Bewegungsfreiheit
- eine extrem robuste Verarbeitung
- geringes Gewicht und kompaktes Packmaß
Besonders auffällig sind die hoch angesetzten Fronttaschen, die im alpinen Einsatz mit Klettergurt optimal erreichbar sind und keine Druckstellen verursachen. In anderen Einsatzbereichen sind sie für meinen Geschmack jedoch etwas zu hoch positioniert, zudem vermisse ich zumindest eine seitliche Einschubtasche an der Außenseite.
Fazit:
Eine kompromisslose Hardshelljacke für alle, die sich auch unter extremen Bedingungen auf ihr Material verlassen müssen.
Im kommenden Frühjahr wird mich die Jacke definitiv bei meinen Berg- Klettertouren begleiten.
barbaramickymueller
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1 Monat her