Leichter Filter mit vielseitiger Nutzungsmöglichkeit.
VORTEILE
- Vielseitige Nutzung
- Gute Durchlaufgeschwindigkeit
- Leicht
- Einfach anzuwenden
- Robuste, haltbare Flask
- Soziale Nachhaltigkeitsprojekte
NACHTEILE
- Aufwendige Lagerung
- Zur Reinigung extra Rückspülspritze erforderlich
BEWERTUNG
Testbericht Peak Squeeze Bottle von LifeStraw
Ich habe den Wasserfilter in der Peak Squeeze Bottle zum Testen bekommen. Ich wandere und bin mit meinem Pferd auf Wanderritt. Da wir meist sehr abseits von Ortschaften unterwegs sind, habe ich immer einen Wasserfilter dabei. Auch in den Bergen filtere ich Quellwasser, da man nie sicher sein kann, was so alles ins Wasser gefallen ist. Ich war also sehr gespannt auf diesen Filter, der optisch ähnlich wie mein bisher genutzter Katadyn-Filter ist.

Zum Unternehmen
LifeStraw entwickelt unterschiedliche Wasserfiltersysteme, vom Filterstrohhalm bis zu großen Wassersäcken mit Filtern.
Ein zentraler Bestandteil von LifeStraw ist zudem der soziale Ansatz: Mit jedem verkauften Produkt ermöglicht das Unternehmen im Rahmen des Give-Back-Programms einer Person in Krisenregionen ein Jahr lang Zugang zu sicherem Trinkwasser.

Nachhaltigkeit soll ein zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie sein und umfasst ökologische, soziale und gesellschaftliche Aspekte.
LifeStraw positioniert seine Produkte als Alternative zu Einwegplastikflaschen. Durch wiederverwendbare Wasserfilter sollen Millionen Plastikflaschen eingespart werden. (Ich denke, dies betrifft eher Länder, in denen das Leitungswasser nicht trinkbar ist)
LifeStraw ist seit 2021 eine zertifizierte BCorporation. Diese Zertifizierung bewertet Unternehmen hinsichtlich Umwelt, sozialer Verantwortung, Transparenz und Unternehmensführung.
Zum Produkt
Angeboten wird der Filter in zwei Größen: 1 Liter und 650 Milliliter. Ich habe die Ausführung in der Größe 650 Milliliter erhalten.
Gewicht: 102 Gramm bzw. 110 Gramm (1L)
650 Milliliter nachgewogen: 99 Gramm ohne Reinigungsspritze, 122 Gramm mit der Spritze und 142 Gramm mit Säuberungsspritze und feuchtem Filter.



Filterung: Bakterien, Parasiten, Mikroplastik und Schwebstoffe
Porengröße der Filtermembran: 0,2 Mikrometer
Lebensdauer: ca. 2000 Liter – Nachkauffilter wird für 24,95 € angeboten.
Preis: UVP 44,95



Erster Eindruck:
Das System besteht aus Filter mit Mundstück und Trinkbeutel. Zusätzlich wird eine Spritze zum Spülen des Filters mitgeliefert.
Der flexible Trinkbeutel besteht aus BPA-freiem Kunststoff. Er ist leicht, fühlt sich widerstandsfähig an und hat keinen Eigengeruch.

Insgesamt ist das System aufwendiger, aber dadurch auch vielseitiger verwendbar als der vergleichbare Katadynfilter. Durch die Spülspritze und den größeren Filter, nimmt das System etwas mehr Platz im Rucksack ein, ist aber immer noch sehr leicht mit ca. 120 (gewogenen) Gramm.
In der Anleitung lese ich die Empfehlung, den Filter nach der Nutzung in einer Kochsalzlösung aufzubewahren, da er, wenn er eintrocknet, nicht mehr richtig funktioniert. Bei einer Nutzungspause von mehr als 3 Monaten soll man ihn vor der Lagerung mit einer Bleichlösung desinfizieren. Das finde ich etwas problematisch,
1. Da ich nicht irgendwo einen Behälter mit Wasser/Lauge herumstehen haben möchte.
2. ist es viel Aufwand: Man muss sich erst Bleiche besorgen, nach Anweisung verdünnen, für die Lauge einen Behälter in der richtigen Größe finden, einen Lagerplatz, bei dem nichts auslaufen kann, usw.
Für mich wäre das schon ein Grund, diesen Filter nicht zu kaufen.
Eine Frage, die sich mir immer stellt: Gibt es jemanden, der eine Strichliste führt, um zu sehen, wann die maximale Nutzung von 2000 Litern erreicht ist?
Mein Test:
Der Filter kommt schon richtig zusammengesetzt an, man braucht nur den Filter mit dem Mundstück abzudrehen und kann den Trinkbeutel leicht z.B. in einem Bach füllen. Die Öffnung ist dafür groß genug. Dann kann man entweder in eine Flasche filtern oder direkt aus dem Filter trinken.
Die Durchlaufgeschwindigkeit ist gut und ist auch während meiner Testphase gut geblieben. Über die Langzeitnutzung kann ich noch nichts sagen.
Sehr gut finde ich, dass sich der Trinkbeutel fest zuschrauben lässt und keinen Kippverschluss hat. Dadurch ist die Gefahr, dass etwas im Rucksack ausläuft, sehr gering (wenn man im Trinkbeutel auch Wasser transportieren möchte).
Der Filter lässt sich auch ohne den mitgelieferten Trinkbeutel nutzen: indem man ihn direkt in die Wasserquelle hält, um daraus zu trinken, oder indem man ihn auf eine PET‑Flasche schraubt und dann das Wasser aus der Flasche filtert (wie bei einem Sawyer-Filter). Das ist besonders positiv, da der Filter nutzbar bleibt, auch wenn der Trinkbeutel unterwegs kaputt geht.
Geschmack des Wassers: Die erste Nutzung war mit Leitungswasser. Ich habe das Wasser ca. 10 Minuten in dem Beutel gelassen und dann direkt aus dem Filtersystem getrunken. Das Wasser hat einen leichten Kunststoffgeschmack angenommen, der sich aber noch im Rahmen hält.
Ich hatte in meinem Test kein Wasser mit vielen Schwebstoffen, sodass der Filter durchgehend die gute Durchlaufgeschwindigkeit behalten hat. Das Rückspülsystem soll helfen, wenn der Filter verstopft.
Da ich den Katadyn Filter zum Vergleich hatte, schneidet der LifeStraw-Filter aus folgenden Gründen etwas schlechter ab:
Bis auf Eintritts- und Austrittsöffnung ist die Filtermembran fest von Kunststoff umgeben, d.h. man kann nicht sehen, wie verschmutzt der Filter ist, man kann ihn nicht trocknen, sondern muss ihn in Kochsalzlösung lagern. Die Reinigung ist aufwendiger, es wird eine zusätzliche Rückspülspritze benötigt. Dadurch hat das System auch mehr Volumen.
Dies sind auch die Gründe, die zu einem Punktabzug führen. Denn ansonsten leistet der Filter, was er verspricht.




Fazit:
Als Fazit überzeugt das LifeStraw-Filtersystem vor allem durch seine vielseitigen Einsatzmöglichkeiten und die insgesamt gute Filterleistung. Die einfache Nutzung direkt aus der Wasserquelle, mit PET-Flaschen oder dem mitgelieferten Trinkbeutel, macht das System flexibel und praxistauglich für Outdoor-Touren. Positiv hervorzuheben sind außerdem die gute Durchlaufgeschwindigkeit, das geringe Gewicht sowie der dicht verschließbare Trinkbeutel, der sich auch zum Wassertransport eignet.
Kritisch zu sehen sind jedoch die vergleichsweise aufwendige Pflege und Lagerung des Filters. Die empfohlene Aufbewahrung in Kochsalzlösung sowie die notwendige Desinfektion mit Bleichlösung bei längerer Nichtnutzung sind umständlich und im Alltag wenig komfortabel. Auch die Tatsache, dass sich der Verschmutzungsgrad des Filters nicht sichtbar kontrollieren lässt und eine zusätzliche Rückspülspritze benötigt wird, sorgt für mehr Aufwand und größeres Packmaß.
Insgesamt erfüllt der Filter zwar zuverlässig seinen Zweck und punktet besonders bei der Vielseitigkeit, im direkten Vergleich wirkt das System jedoch etwas wartungsintensiver und weniger unkompliziert als der vergleichbare Katadyn-Filter.
