51 schöne und abwechslungsreiche Wanderungen im Gesäuse. Der Führer überzeugt mit einer guten Struktur, aussagekräftigen Höhenprofilen, tollen Karten und schönen Fotos.
VORTEILE
- Sehr übersichtlich
- Handlich
- Vielseitig
- Gute Höhenprofile
- Karten
NACHTEILE
- Keine vollständige Kartenlegende
- Keine offiziellen Wegnummern
- Keine Anfahrtsbeschreibung
BEWERTUNG
Der Gesäuse Wanderführer von Rother ist ein typischer Rother-Wanderführer der mit seinen sehr guten Höhenprofilen, seinem praktischen Format (klein und handlich, gut einsteckbar) und seiner guten Gliederung überzeugt. In dem Führer sind auf 151 Seiten 51 Touren beschrieben. Mit 12 leichten, 22 mittleren und 17 schweren Wanderungen ist der Gesäuseführer eher auf der schwereren Seite, was sicher an der felsigen Region liegt. Neben vielen 1-Tages-Touren sind auch mehrere 2-Tages-Touren und sogar eine 9-Tages-Tour enthalten.
Aufbau:
Sehr praktisch finde ich, dass eine Übersichtskarte der einzelnen Touren (inklusive ihrer Schwierigkeit) direkt auf dem Buchrücken abgebildet ist, und man diese so immer schnell zur Hand hat.
Das Buch selbst beginnt mit einem sehr übersichtlichen Inhaltsverzeichnis. In diesem sind alle Touren nach Gebirgsgruppen eingeteilt, inklusive Zeitangaben und Schwierigkeiten, aufgelistet. Es folgt eine große Übersichtskarte in der die Touren eingezeichnet sind.

Anschließend kommen ein paar einleitende Worte: Legendenerklärungen, allgemeines zu den Anfahrten, Ausrüstungs-Tipps, die 10 Top-Touren des Führers, die Anleitung wie man zu den GPS-Tracks kommt (funktioniert sehr gut!), Tipps zur Anreise mit den Öffis und eine Einleitung zum Nationalpark und den Gebirgsgruppen.
Es folgen die einzelnen Touren: In der Überschrift stehen neben dem Namen, die Höhe des Gipfels, die Gehzeit und die Symbole für Gasthaus, Familientour, Hinfahrt mit Öffis enthalten. Anschließend kommen ein paar interessante Worte zu der Gegend bzw. dem Gipfel oder der Tour.

Anschließend sind die wichtigsten Infos zur Tour aufgelistet: Talort, ÖV-Zubringer, Ausgangspunkt, Höhenunterschied, Anforderungen, Einkehr/Stützpunkt, Varianten, Hinweise, Tipps. Auch wenn ich es gut finde, dass öffentliche Verkehrsmittel hier stark berücksichtigt werden, finde ich es schade, dass keine Anfahrtsbeschreibungen für die Anreise mit dem Auto enthalten sind. Hier braucht man eine Straßenkarte bzw. ein Navi. Bei der Einkehr bzw. den Stützpunkt sind schon die Telefonnummern und oft auch die Öffnungszeiten dazu geschrieben. Auch wenn sich diese immer wieder ändern können, finde ich das sehr angenehm. Im Punkt Hinweis findet man z.B. die Schwierigkeiten eines enthaltenen Klettersteiges (A-F, teilweise auch im Punkt „Anforderungen“ enthalten). Unter Tipps findet man weitere Sehenswürdigkeiten wie z.B. ein Museum, eine Schaukäserei, eine Burg ... in der Nähe.
Das in dieser Kurzbeschreibung oft auf andere Touren (siehe Tour xx) verwiesen wird kann man positiv oder negativ auffassen. Natürlich muss man jetzt einmal mehr umblättern und hat nicht alle Eckdaten auf einen Blick. Andererseits hat man so gleich einen Verweis auf eine Tour ganz in der Nähe, mit der man die gewünschte Toure eventuell verknüpfen kann.
Im folgenden Text werden der Wegverlauf und die Wegbeschaffenheit genau beschrieben. In diesen Text eingebettet findet man schöne Fotos, eine Karte und ein Höhenprofil zur Tour. Bei den Fotos wurde nicht gespart. Sie sind meist relativ groß und laden mit dem Traumwetter und dem Ausblick zur Wanderung ein.
Auch die Karten wurden nicht zu klein abgebildet, auch wenn ich hier noch etwas Verbesserungspotential sehe: Die üblichen Symbole in den Karten sind den meisten Wanderern geläufig und die wichtigsten sind auch in der Einleitung noch einmal erklärt. Was ich jedoch etwas schade finde, ist, dass beim Bosruck bzw. bei Admont anscheinend ein Weitwanderweg (oder ähnliches) vorbeigeht. Hier ist in den Karten nämlich ein mir unbekanntes Symbol (Dreieck mit Haken) eingezeichnet, welches leider auch nirgends erklärt wird. Nach etwas Internetrecherche könnte es am ehesten der Benedikt Weg sein obwohl der dort ein anderes Symbol hat. Hier finde ich es einerseits schade, dass das Symbol nicht erklärt wurde und weiters, dass auf so einen tollen Weg, der das Gebiet kreuzt auch in der Einleitung nicht hingewiesen wird. Weiters würde ich es positiv finden, wenn in dem Buch auf die offiziellen Wanderwegs-Nummern hingewiesen wird, was Recherchen und Verknüpfungen, sowie oft auch die Orientierung auf der Wanderung, vereinfachen würde.
Besonders positiv ist mir die Karte zum Gesäusehütten-Rundwanderweg (9 Tage) aufgefallen, die einem einen guten Überblick über die Tour und das Gesäuse bietet.

Das Höhenprofil der Touren ist in allen Rotherführern gleich, und gleich gut! Es sind Eckpunkte mit Höhenangaben eingezeichnet, das Profil nach Distanz [km] aufgetragen und zu den Eckpunkten auch die Gehdauer eingezeichnet.
Zusammenfassend ein toller Wanderführer, der im feligen Gesäuse auch ein paar leichte Wanderungen ausfindig gemacht hat. Sehr übersichtlich, informativ und abwechslungsreich.