Zwölf Tage in einer Welt aus Eis und Schnee. Wenn Du die Mongolei im Winter bereist, tauchst Du in eine Landschaft ein, die gleichzeitig rau, magisch und unendlich weit ist. Der Wind pfeift über die Steppe, die Kälte klirrt, und überall glitzern Eiskristalle im Sonnenlicht. Egal wohin Du blickst – die Weite dieses Landes verschlägt Dir den Atem. Genau diese Mischung aus Stille, Wildnis und Wintermagie macht die Mongolei im Winter zu einem der eindrucksvollsten Reiseziele der Welt.
Vielleicht fragst Du Dich: Mongolei im Januar? Sind wir verrückt? Ein bisschen Verrücktheit gehört tatsächlich dazu. Denn Du bewegst Dich in einem Toyota Land Cruiser über gefrorene Flüsse, durch verschneite Steppen und über vereiste Pisten. Doch genau dieses Abenteuergefühl ist es, das eine Winterreise in die Mongolei so einzigartig macht.
Schon nach wenigen Kilometern merkst Du, wie besonders dieses Land ist. Du fährst durch eine Winterwunderwelt, begegnest einzelnen Nomadenfamilien, die scheinbar nichts besitzen und doch alles teilen. Ihre Gastfreundschaft ist so warm wie die Temperaturen kalt sind – ein Kontrast, der Dich nicht mehr loslässt.
Die Mongolei im Winter ist kein klassisches Reiseziel. Sie ist ein Erlebnis, das Dich herausfordert, verzaubert und verändert. Und genau deshalb ist sie das ultimative Winterabenteuer.
Mongolei im Winter: Ankunft in der Moderne: Ulaanbaatar
Der Flughafen in der mongolischen Hauptstadt ist modern, und so geht es auch weiter: Wir werden abgeholt und erstmal in einen kleinen Coffeeshop gebracht, um die Lebensgeister zu wecken. Im Anschluss tauchen wir ein in diese große Stadt, die aus vielen Autos, aber auch viel Tradition besteht.
Der Tag steht ganz im Zeichen der Vorbereitung auf die nächsten Tage: Auto entgegennehmen, mit Proviant eindecken, Schlafen, Sightseeing. Wir bekommen eine SIM-Karte und die Route aufs Handy geladen, wählen Aktivitäten aus, die wir in den nächsten Tagen erleben möchten und erfahren, dass unser 24/7-Guide genau so erreichbar ist: 24/7.
Wozu wir ihn brauchen? Er navigiert, wenn das Wetter umschlägt, arrangiert, wen wir gerne treffen möchten, und hilft dort, wo es nötig ist. Er ist sozusagen Google Maps, Google Translate, Google Kalender und Wikipedia in menschlich-sympatisch.
Deep Dive: Willkommen bei den Nomaden
Los geht's, raus aus der Stadt, rein in die Wildnis! Knapp 200 Kilometer liegen vor uns - prall gefüllt mit Eindrücken. Ein erster Stopp ist bei den Elsen-Taserkhai-Dünen, eine Wüste mitten in der Steppe. Haben wir es erwartet? Nein. Ist es unbeschreiblich? Definitiv! Hier treffen Sand, Schnee und Kamele zusammen, und tatsächlich schwingen wir uns auf eines dieser wolligen Wesen.
Weiter geht die Fahrt im Anschluss zu einer Nomadenfamilie, die heute unser Gastgeber sein wird. Schneller als wir denken können, werden wir integriert, und zwar mit dem All-inclusive-Package, bestehend aus Airag (vergorener Stutenmilch) und typischen mongolischen Gerichten: Deep Dive in die Nomadenkultur der Mongolei.
Land der Kontraste. Tage in der Selenge-Region
Weiter geht unsere Fahrt in die Selenge-Region. Im Sommer gilt sie als die Kornkammer der Mongolei, die geprägt ist von grünen Wiesen, Flüssen, Wäldern und einem sehr milden Klima. Im Winter lässt sich die Farbenpracht nur erahnen, und dennoch ist die Region nicht minder reizvoll. Unser Herz springt, als wir dreieckige Hütten und stimmungsvolle Jurten, in der Mongolei Gers genannt, sehen - unser Zuhause für zwei Nächte.
Auf einem Hang gelegen, überblicken wir von hier einen Fluss. Wieder mit dabei: Eine unendliche Weite. Doch davor schwingen wir uns nochmals in den Sattel, diesmal eines mongolischen Pferdes, klein und zäh, und reiten durch stille Wälder, begleitet von einer kribbelnden Kälte, die an Wangen, Händen und Beinen nagt und uns spüren lässt, was es bedeutet, im Moment zu sein.
Mutter Meer: Auf zum Khuvsgul-See
Die Einheimischen nennen den größten See des Landes liebevoll “Mutter Meer”, denn er ist nicht nur der wichtigste Trinkwasserlieferant des Landes, sondern auch schlicht und einfach riesig.
Die Fahrt dorthin nimmt einen guten Tag in Anspruch, denn Vorankommen im Winter heißt auch, auf Schnee und Eis zu fahren, auf Markierungen zu achten und - wo nötig - kleine Umwege zu fahren, durch die uns unser Remote-Guide mit viel Geduld leitet.
Wir erreichen den See gegen Abend und werfen uns in unsere Betten - wissend, dass der ganze nächste Tag für die Erkundung geplant ist. Und das ist auch gut so - denn der See lässt uns erstmal sprachlos werden. Es ist klirrend kalt, das Eis knackt, die Luft verwandelt sich in kleine Wolken, wenn wir dann anfangen zu sprechen.
Wir überreden uns selbst, in der Kälte am See entlang zu spazieren und werden belohnt. Wer schon im Winter in Skandinavien war, der kennt dieses magische, klare Licht, das einen sanft umspült, und das jede Sekunde seine Farben wechselt, mal pudrig-leicht, mal Babyblau, mal Gelblich-Orange. Dazu das Weiß und Blau des Sees - magisch.
Schlafender Vulkan: Khorgo, Du sanfter Riese
Der nächste Tag wird lang, denn es geht über ruckelige Pisten zu meinem persönlichen Highlight: Dem schlafenden Vulkan Khorgo. Schon immer wollte ich einen Vulkan hochwandern, und genau so sollte es kommen.
Doch erstmal verlangt uns die Strecke einiges an Konzentration ab, und wir sind dankbar für unseren Toyota Land Cruiser, der mit stiller Kraft durch die Winterlandschaft fährt. Dann ist es soweit - der Blick vom Krater ist absoluter Wahnsinn: Weiße Steppe, soweit das Auge reicht. Atemlos, im besten Sinn.
Heiße Quellen im Land aus Feuer und Eis
Keine Pause für uns - es geht gleich weiter, von schlafenden Vulkanen zu heißen Quellen. Knapp 200 Kilometer wartet über 80 Grad Celsius warmes Wasser auf uns - absolut surreal. Draußen Minusgrade, im Wasser dampft es. Und die Muskeln? Entspannen. Der Kopf wird ruhig. Das Weiß und die Stille, sie werden Erinnerung.
Meine Berufung? Eisfischer? Wohl kaum.
Der nächste Tag führt uns aufs Glatteis - buchstäblich. Ein Loch im Ugii-See, viel Ruhe, meditativ, im Moment warten wir beim Eisfischen darauf, dass etwas anbeißt. Das Fazit: Wir würden hier verhungern. Kläglich gescheitert beim Eisfischen - und umso demütiger sind wir beim Abendessen, als wir vor vollen Tellern sitzen. Es gibt Fisch - was sonst?
Auf den Spuren Dschingis Khans
Weiter geht es zur alten Hauptstadt, Karakorum. Heute stehen nur noch Ruinen, die uns aber einen Eindruck davon geben, welche Macht sich hier einst zentriert hat.
Das Erdene-Zuu-Kloster wirkt im Schnee noch eindrucksvoller, und die umliegende Landschaft mit ihren sanften Hügeln ist, wie immer in der Mongolei, Grund dafür, warum ich bereits die dritte Speicherkarte in Verwendung habe.
Die wilden Pferde wiehern “Goodbye”
Der letzte Tag in der mongolischen Wildnis führt uns zum Khustai-Nationalpark, wo die berühmten wilden Przewalski-Pferde leben. Game Drive kennen wir aus Afrika. Hier bedeuten Game Drives durch Schneelandschaften fahren und sich darüber freuen, die stämmigen Pferde in der Ferne zu sehen.
Wir erfahren, dass hier auch Wölfe, Murmeltiere, Gazellen und einige andere Arten leben, die aber wenig Lust haben, uns vor die Linse zu springen. Dennoch genießen wir diese wieder einzigartige Umgebung. Sind wir noch erstaunt darüber? Nach fast zwei Wochen in der Mongolei wissen wir: Ein Wimpernschlag und die Landschaft ändert sich massiv.
Vielleicht ist auch das der Grund, warum sich die Reise wie zwei Monate anfühlt, und immer noch sind wir nicht satt an Eindrücken. Und doch: Auch wir müssen uns irgendwann losreißen und fahren mit unserem Toyota Land Cruiser wieder zurück in die Zivilisation, wo wir nach einer letzten Nacht in der pulsierenden Stadt ganz sicher sind: Wir kommen wieder.
Informationen zu Reisen in die Mongolei
1. Einreise & Pässe
Reisepass
- Du benötigst einen gültigen Reisepass, der mindestens 6 Monate über das Ausreisedatum hinaus gültig ist.
- Der Pass muss mindestens eine freie Seite für den Einreisestempel haben.
Visum
- Für deutsche Staatsbürger gilt aktuell: Visumfrei bis zu 30 Tagen Aufenthalt (Stand: Januar 2026).
- Für längere Aufenthalte ist ein Visum vorab bei der mongolischen Botschaft oder online zu beantragen.
- Bei Einreise kann ein Registrierungsverfahren nötig sein, wenn du länger als 30 Tage bleibst.
- Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts über die Mongolei
Wichtig für Grenzübertritte
- Die Mongolei hat wenige offizielle Grenzübergänge, viele sind nur für Einheimische oder für den Güterverkehr geöffnet.
- Reisen über Land nach Russland oder China erfordern separate Visa für diese Länder.
2. Beste Reisezeit
Sommer (Juni–September)
- Ideal für Trekking, Reiten, Roadtrips, Wüste Gobi
- Temperaturen: 15–30 °C
Winter (November–März)
- Extrem kalt, aber spektakulär
- Temperaturen: –10 bis –40 °C
- Perfekt für Winterexpeditionen, Eislandschaften, Nomadenkultur
Zwischensaisons
- Frühling und Herbst sind kurz, windig und unberechenbar.
3. Klima & Bedingungen
- Die Mongolei ist eines der kältesten Länder der Welt.
- Wetterumschwünge sind jederzeit möglich.
- In der Steppe und Wüste herrscht kontinentales Klima: heiß am Tag, kalt in der Nacht.
- Im Winter sind viele Straßen vereist oder unpassierbar.
Geländewagen, Offroadfahrzeuge (4x4)
- Der wichtigste Transport für Individualreisende.
- Viele Strecken sind nicht asphaltiert, Navigation erfolgt oft über GPS‑Tracks.
- Im Winter unbedingt Toyota Land Cruiser oder UAZ.
Öffentlicher Verkehr
- Busse fahren zwischen größeren Orten, aber selten pünktlich.
- In abgelegenen Regionen kaum vorhanden.
5. Unterkünfte
- Ger Camps (Jurtenlager): traditionell, gemütlich, oft mit Holzofen
- Hotels in Ulaanbaatar: große Auswahl
- Homestays bei Nomaden: authentisch, aber sehr einfach
- Wildcampen ist erlaubt, aber nur mit Erfahrung empfohlen
6. Sicherheit & Gesundheit
- Die Mongolei gilt als sicheres Reiseland.
- In Ulaanbaatar: übliche Großstadtvorsicht.
- In der Steppe:
- Handyempfang oft nicht vorhanden
- Wetterextreme beachten
- Genug Wasser, Essen und Benzin mitführen
- Impfungen: Standardimpfungen + evtl. Tollwut (wegen Hunden)
- Medizinische Versorgung außerhalb der Hauptstadt eingeschränkt
7. Geld & Kosten
- Währung: Tugrik (MNT)
- Kartenzahlung nur in Städten zuverlässig
- In der Steppe: immer Bargeld
- Preise:
- Günstig für Essen & Transport
- Teurer für Touren, Guides, Geländewagen
8. Kultur & Verhalten
- Nomaden sind extrem gastfreundlich
- Schuhe ausziehen beim Betreten einer Jurte
- Geschenke sind willkommen (Süßigkeiten, Obst, kleine Mitbringsel)
- Keine Gegenstände mit der linken Hand überreichen
- Tiere und Herden nicht stören
9. Notwendige Ausrüstung
Sommer
- Wind- und Regenjacke
- Wanderschuhe
- Sonnencreme, Sonnenbrille
- Schlafsack (je nach Region)
Winter
- Extreme Kälteausrüstung wird empfohlen:
- Daunenjacke (lies dazu auch unseren Ratgeber "Daunen vs. Kunstfaserjacke)
- Merino‑Baselayer (lies hier alles über die "Knackpunkte bei Merino-Unterwäsche")
- Winterstiefel (siehe auch unseren Ratgeber "Winterwanderschuhe")
- Handschuhe + Überhandschuhe
- Thermosflasche
- Powerbank (Kälte entlädt Akkus schnell)
10. Besonderheiten für Winterreisen
- Viele Straßen sind vereist oder unmarkiert
- Temperaturen bis –40 °C
- Fahrzeuge müssen wintertauglich sein
- Nomaden leben im Winter oft sehr abgelegen
- Atemberaubende Landschaften: Eiswüste, gefrorene Flüsse, klare Nächte
11. Veranstaltertipp
Die Autoren sind SIXT Mongolei gereist, die Reise “Winterwunderland Mongolei” kann hier gebucht werden: Inkludiert sind - neben dem Allradfahrzeug - auch die Route, die aufs Handy geladen wird, eine SIM-Karte, ein 24/7-Remote-Guide, alle Unterkünfte und zahlreiche Aktivitäten.
[Haftungsausschluss: Diese Tour(en) wurde(n) nach bestem Wissen aufbereitet. Eine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben wird dennoch nicht gegeben. Das Befahren und Begehen erfolgt stets auf eigene Gefahr. Lies hier den vollständigen Haftungsausschluss.]