Super leicht und trotzdem extrem winddicht. Wow!
VORTEILE
- Extrem leicht
- Winddicht
- Angenehmer Kragen
- Leichtgängige Reißverschlüsse
- Schlicht
NACHTEILE
- Relativ kurz geschnitten
- Bauchige Passform
- Unglückliche Positionierung der Brusttasche
BEWERTUNG
Allgemeines
Nachdem ich schon mal eine Jacke von Karpos testen durfte, habe ich dieses Mal eine Weste angeboten bekommen. Ich liebe Ausrüstung, die ich beim Laufen, Wandern oder auf dem Rad einfach „vergessen“ kann – und genau da setzt die LAVAREDO WIND W VEST an. Eine super leichte Windweste, die vor allem für bewegungsintensive Einsätze gedacht ist, bei denen jedes Gramm zählt.
Die Weste gehört zur Lavaredo-Serie, die es auch als passende Jacke gibt – praktisch, wenn man je nach Wetter zwischen minimalistischem Windschutz und vollständigem Wetterschutz wechseln möchte. Passend dazu gibt es aus der Serie auch Socken, Hosen, Röcke etc.
Bevor es an den Test und meine Erfahrungen mit der Weste geht, kommen hier erstmal ein paar technische Daten im Überblick:
- UVP: 79,95 €
- Gewicht: ca. 70 g (Größe M)
- Material: 100 % Polyamid (ultraleichtes Windproof-Gewebe)
- Winddicht: ja
- Wasserabweisend: DWR-Beschichtung
- Packmaß: sehr klein, gut verstaubar
- Größen: XS – XL (Damenschnitt)
- Farben: grau (hier im Test), schwarz mit Akzent, burgunderrot
Was mir direkt aufgefallen ist: Die Weste ist wirklich extrem leicht und man spürt sie gar nicht.
Aufbau und Material
Bei dieser Weste lohnt sich ein genauer Blick auf das Material – denn genau das macht den größten Unterschied zu anderen Jacken und Westen.
Das eingesetzte Polyamid-Gewebe ist sehr dünn, winddicht und leicht elastisch bzw. flexibel im Tragegefühl.
Die Verarbeitung wirkt insgesamt hochwertig. Die Nähte sind sauber gesetzt und die Weste ist minimalistisch aufgebaut – keine unnötigen Features, keine Spielereien.
Der Reißverschluss ist angenehm leichtgängig – das ist für mich ein echtes Plus, gerade wenn man unterwegs schnell reagieren will (z. B. bei Wind am Gipfel). Ich konnte ihn auch während des Laufens problemlos bedienen.
Ein Detail, das mir positiv und negativ aufgefallen ist: die Brusttasche. Das Positive: Es gibt eine Brusttasche mit einem ebenfalls leichtgängigen Reißverschluss. Das Negative: Sie macht ihrem Namen alle Ehre und sitzt wirklich direkt auf der Brust – funktional, aber irgendwie ungewohnt platziert. Ich hatte zwar nie mehr als Taschentücher darin, aber ich habe mich nicht so wirklich an die Platzierung gewöhnt, vor allem, weil sie beim Laufen leicht spürbar ist und es seltsam aussieht.
Passform
Fangen wir unten an, und zwar mit der Länge. Die Weste ist relativ kurz geschnitten.
Beim Joggen OK - wobei es seltsam aussieht, da alle meine Langarmshirts länger sind. Auf dem Rad leider etwas zugig an den Nieren.
Weiter geht es mit dem Saum der Weste. Dieser ist leicht elastisch und eher schlicht gehalten. Ohne Silikon-Gripper oder Verstellmöglichkeiten. Damit die Weste sitzt und Halt hat, ist der Saum relativ eng. Funktioniert aber bei mir gut.
Gleichzeitig kommt hier einer meiner größten Kritikpunkte an der Passform und an der Weste gemerell. Sie ist unten etwas „bauchig“ geschnitten, was in Kombination mit dem engen Saum zu einem seltsamen Sitz führt. Die Weste liegt so nämlich nicht eng an, sondern steht leicht ab – was optisch nicht besonders vorteilhaft ist und funktional bei starkem Wind auch nicht ideal. Gerade bei höheren Geschwindigkeiten auf dem Rad fängt sie an zu flattern.

Nach oben hin kann ich die Passform aber nur loben. Sie sitzt ab dem Bauchnabel angenehm figurbetont und bietet eine super Bewegungsfreiheit.
Zusätzlich hat sie für die sehr windigen oder kühlen Tage auch einen angenehmen Kragen.
Praxistest
Beim Auspacken war ich etwas frustriert, da sehr viel unnötiges (Plastik-)Verpackungsmaterial genutzt wurde. Danach war ich aber positiv überrascht.
Ich habe die Weste bei mehreren Läufen und Radfahrten getestet – von lockeren Runden bis zu windigen Abschnitten auf freiem Gelände.
Positiv ist mir immer wieder das Gewicht aufgefallen. Sie ist so leicht, dass man sie nicht merkt, und trotzdem schützt sie zuverlässig vor Wind. Auch bei 65km/h auf dem Rennrad wurde es von vorn nicht zugig und ich war extrem positiv überrascht. Durch das dünne Material hat sie keine isolierenden oder wärmenden Eigenschaften, sondern fungiert “nur" als Windstopper, was sie perfekt für wechselhafte Bedingungen macht. Am Rücken ist sie perforiert, sodass es nicht zu Hitzestau oder übermäßigem Schwitzen kommt.
Sie ist super klein verpackbar und passt problemlos in jede Laufweste.
Toll ist die doppelt funktionale Innentasche. Man kann dort entweder ein Päckchen Tempos verstauen, oder aber die Weste bei Nichtbenutzung dort hinein stecken, sodass sie super komprimiert und kompakt ist.
Fazit
Die LAVAREDO WIND W VEST ist eine minimalistische und extrem leichte Windweste, die vor allem durch ihr geringes Gewicht und ihre Funktionalität überzeugt.
Meine Highlights sind das Gewicht, die tolle Funktionalität, das Packmaß und der leichtgängige Reißverschluss.
Meine Kritikpunkte sind die Platzierung der Brusttasche direkt auf der Brust, der kurze Schnitt und besonders die bauchige Passform.
Unterm Strich ist sie für mich eine starke Weste für alle, die eine ultraleichte Lösung für windige Tage suchen. Wer allerdings Wert auf eine figurbetonte Passform legt, sollte sie unbedingt vorher anprobieren.
Ich nutze sie trotz des Schnitts gerne – vor allem dann, wenn ich einfach nur einen leichten Windschutz brauche und keinen Ballast mitschleppen will.