Tolles Konzept scheitert am Ventil.
VORTEILE
- Gute Verarbeitung
- Kleines Packmaß
- Guter R-Wert
- Geringes Gewicht
- Thermobeschichtung
NACHTEILE
- Ventil
BEWERTUNG
Die Vango Aotrom Thermo Platinum XL kommt als 4 Jahreszeitenmatratze mit Ambitionen für Ultraleicht und Trekkingtouren. Da man so schläft, wie man sich bettet, gibt’s nun zu lesen ob und wie traumhaft man auf der Matratze liegen kann.
Technische Daten:
- Masse: 665 g
- R-Wert: 4,2
- Dicke: 5cm
- 185 cm lang
- 55 cm breit
- Einseitige Thermobeschichtung
- Kein Rückschlagventil
Aufbau:
Ein Ventil zum Befüllen der Kammer mit lappenartigem Rückschlagventil.

Sternförmige Strukturelemente, welche der Kammer Stabilität verleihen, dabei knisterfrei bleiben und das Luftpolster darstellen.
Kleiner Packsack.
Test im Alltag:
Ich hatte den Vango für einen Wochenendtrip zum Boofen dabei – also frei übernachten ohne Zelt, direkt auf dem Boden. Frostige Temperaturen nachts konnten also den R-Wert aufs Ärgste testen.
Fangen wir aber mit dem Aufblasen an. Hier kommt der inzwischen standardisierte Durchmesser zum Einsatz. Ich nutze einen Aufblassack von Vaude, um die Entstehung von Schimmel und weiteren Bakterien im Inneren der Matratze zu reduzieren, jeder andere Aufblassack sollte hier aber ebenfalls sein Bestes tun. Ein Aufblasen mit dem Mund ist hier ohnehin nicht möglich.
Das Montieren des Aufblassacks im Ventil ist eher schwierig, da man von der Gegenseite einen Sweetspot finden muss zum Gegendrücken, ohne dass man gegen den Aufblassack arbeitet. Mit Übung schafft man das jedoch, dass dieser fest sitzt. Mit 3 Zügen ist das Ganze auch schon aufgeblasen, da das Luftvolumen durch das sternförmige Strukturkissendesign sehr gering ausfällt. Und genau an der Stelle ist mir die Matratze das zweite Mal unangenehm aufgefallen…
Das Rückschlagventil im Inneren, ist von der Konstruktion her von einem Wasserball aus dem vorigen Jahrhundert. Der Aufblassack drückt es komplett auf, sodass ein ständiger Gasaustausch zwischen Sack und Matratze besteht. Solange der Sack also im Ventil steckt, bekomme ich die Matratze nie „hart“ aufgeblasen. Ich habe also versucht, so viel Druck wie möglich aufzubauen, bevor ich den Aufblassack herausziehe. Dabei entweicht aber trotz aller Übung noch einiges an Luft aus dem Ventil, bis es schließt, was dazu führt, dass man die Matratze nicht sonderlich hart aufgeblasen bekommt.
Wenn ich mich auf den Bauch hinlege, drücken meine Knie bereits die Matratze durch – wenn ich auf dem Rücken liege, habe ich die gleiche Erfahrung mit meinem Hintern. Als Seitenschläfer liege ich komplett auf dem Boden, weil die Luft nach links und rechts entweicht.
Ich habe das Aufblasen mehrfach versucht, mit anderer Technik und dergleichen, kam aber immer zum gleichen traurigen Ergebnis: Das Ventildesign ist einfach unbrauchbar.
Ich kann die Matratze nicht voll aufblasen, um bei meinen 82 Kilo Körpergewicht alle Körperteile ausreichend vom Erdboden zu isolieren, geschweige denn die „Härte“ einstellen, indem ich mit dem Druck in der Matte spiele.
Ich war sehr froh eine zweite Matratze parat zu haben für die Nacht, denn auch wenn die Beschichtung und das sternförmige Design vielversprechend sind – mit dem Ventil ist das schlichtweg nicht zu gebrauchen.
Fazit:
Aufgrund der nicht vorhandenen Möglichkeit, die Matratze auf einen Mindestdruck aufzublasen und in der Härte zu variieren, nützt mir weder das Packmaß, noch die Beschichtung etwas. Ein anderes Ventil, wovon es ja nun wirklich einige gibt, ist zwar mein einziger Kritikpunkt – leider aber auch ein hochkritischer. Schade.