Produkt für Kaffee-Nerds die überall ihren Kaffee genießen.
VORTEILE
- Sehr schnelles Aufheizen (1:32min für 500ml)
- Kompaktes Packmaß durch Verstauoption im Inneren
- Kühlt wieder schnell ab
- Kaffeestempel lässt sich gut am Kocher verstauen
- Kocher sehr windstabil
- Nachhaltiger Spezialitätenkaffee (Murnauer Kaffeerösterei)
NACHTEILE
- Kaffeespuren im Inneren etwas schwierig zu reinigen
- Plörrt etwas beim Ausgießen
- Kaffeesorte "Banklrast" aktuell nicht bei der Rösterei zu erwerben
- Angabe 0,8l auf dem System, befüllt werden soll jedoch nur mit maximal 0,5l, das finde ich etwas irreführend
BEWERTUNG
Kurz einmal vorab:
Ich bin Tester bei Outside-Stories und habe das Primus-Lite-Kochsystem sowie zwei Pakete Kaffee à 250 Gramm von der Murnauer Kaffeerösterei zum Testen bekommen. Dies beeinflusst nicht meine Bewertung.


Zu mir:
Ich bin ein ziemlicher Kaffee-Nerd. Ich besitze mehrere Mühlen, 1x Frenchpress, mehrere V60-Filter und natürlich eine Espressomaschine. Ich trinke am liebsten recht milden Kaffee aus Südamerika. Mein Geschmack geht eher in die süße oder nussige Richtung.

Zum Produkt:
Der Primus Lite kommt einzeln verpackt als Kochsystem. Als Extra habe ich den Stempelaufsatz dazubekommen. Dieser ist ebenfalls von Primus und passt nahezu perfekt zum Primus-Lite-Kochsystem. Das Kochsystem ist ziemlich leicht.





Alle Teile der Stempelkanne lassen sich darunter verstauen. Was ich besonders clever finde, ist, dass sich der Deckel der Stempelkanne unterhalb des Kochsystems verstauen lässt.

Wenn man die passende Gaskartusche hat, lässt sich diese ebenfalls im Kocher verstauen.
An verschiedenen Stellen hat Primus hier mitgedacht und etwa kleine Löcher in das Silikonband integriert, sodass man dort die Aufsätze für den Kocher befestigen kann.


Der Zusammenbau des Kochers ist extrem einfach. Man nimmt die drei Metallstifte und schraubt sie auf den Kocher. Diese benötigen relativ wenige Umdrehungen, sodass sie schnell fixiert sind.


Anschließend schließt man unterhalb die Gaskartusche an. Dies geht ebenfalls sehr einfach und unkompliziert.


Zum Test:
Ich habe das Kochsystem mehrfach getestet, davon bei zwei verschiedenen Bergtouren. Beim ersten Mal habe ich nicht so sehr auf das Gewicht geachtet. Beim zweiten Mal habe ich versucht, es ein wenig leichter und kompakter zu packen.
Dementsprechend habe ich das Kaffeepulver vorher abgewogen und nicht die gesamte Packung mitgeführt.
Je nach Geschmack nimmt man zwischen 25 und 30 Gramm/500 Milliliter Wasser bei der FrenchPress. Der Kaffee von der Murnauer Kaffeerösterei hat einen kräftigen Geschmack. Da ich lieber etwas milder trinke, habe ich von anfangs 30 auf 26 Gramm beim zweiten Mal reduziert.

Nun, wie funktionieren das System und die Zubereitung? Man schließt die Gaskartusche an, füllt 500 Millilieter Wasser in das Kochbehältnis, dreht den Kocher auf, nutzt den Piezo-Zünder, welcher unmittelbar am Kocher verbaut ist, und schon wird das Wasser erhitzt.

Ich habe bei circa 50 % Leistung 1 Minute 32 gebraucht, bis das Wasser gekocht hat. Das ging aus meinem Verständnis relativ schnell und ist auch schneller als die 3 Minuten, die Primus auf deren Webseite angeben.
Obwohl der Wasserbehälter recht fest auf dem Aufsatz saß, konnte ich ihn mit minimalem Ruckeln recht leicht lösen, sodass man danach die Hände vernünftig freihat, um mit dem Kaffee zu arbeiten. Im Anschluss kommen circa 30 Gramm Kaffeemehl (oder je nach Geschmack weniger) in das heiße Wasser.


Darauf setzt man unmittelbar die Stempelkanne auf. Nun wartet man je nach Geschmack zwei bis vier Minuten. Ich habe 2 Minuten 30 und 3 Minuten gewählt. Nach dieser Zeit drückt man den Stempel oben herunter.


Ganz wichtig ist dabei, dass man eine gerade Fläche findet, auf der man das macht. Wenn ich die Kanne schief stelle, kann es sein, dass der Stempel nicht ganz gerade herunterdrückt und später etwas mehr Kaffeemehl im Getränk landet. Das ist mir leider beim zweiten Mal passiert, weil ich da nicht ganz aufmerksam war.


Jetzt hat man den Kaffee fertig gebraut und die Möglichkeit, diesen direkt in den Deckel des Primus-Lite-Kochsystems einzufüllen. Dieser hat zufälligerweise die Form einer Tasse und fasst zwei kleine Portionen. Alternativ kann man sich natürlich auch eine Tasse mitnehmen, wem es aus Kunststoff nicht so gut schmeckt.



Nach der Zubereitung möchte man meistens zeitig weiterwandern. Nachdem ich aufgeräumt und den Kaffee genossen habe, war das Kochersystem abgekühlt und ich konnte den wieder in meinen Rucksack räumen.

Es empfiehlt sich, dabei den Kocher in das mitgelieferte Mikrofasertuch einzupacken, damit dieser den Kocher oder den recht kratzempfindlichen Deckel nicht im Inneren verkratzt.

Für die Reinigung sollte man etwas Wasser einplanen, damit man den Kocher noch ein zweites Mal auf seiner Wanderung nutzen kann...

Wer den Kocher lieber in Ruhe im Anschluss reinigen möchte, kann dazu den Kork Handschutz auch entfernen.

Lediglich für den Kaffeerand muss man schon etwas schrubben, damit der sich nicht im Inneren des Kochers festsetzt. Rein mit Wasser und Spüli ging der nicht bei mir weg.
Zum Kaffee:
Ich fand den Kaffee sehr vollmundig und lecker. Man merkt, dass hier eine Spezialitätenrösterei am Start ist und kein einfacher Supermarktkaffee. Das zeigt sich schon bei der Verpackung, der Beschreibung des Kaffees, der CO₂-Neutralität, dem ausgewiesenen Herkunftsland und natürlich dem Röstdatum, welches die Murnauer Kaffeerösterei mit angibt.


Der Banklrast ist dabei eine Sonderanfertigung, die ich extra für das Primus-Lite-Kochsystem bekommen habe.

Der Banklrast kommt aus Kolumbien, wo relativ viel Spezialitätenkaffee herkommt. Kolumbianischen Kaffee mag ich sehr gerne, da er ein ausgewogenes Geschmacksbild hat und ziemlich nussige Noten abgibt.

Ich bin kein Fan von sehr stark oder sehr dunkel geröstetem Kaffee. Deshalb hat der Banklrast perfekt gepasst. Er ist sehr vollmundig, geschmackvoll geröstet. Ich hatte beim ersten Trinken leichte Noten von Karamell im Mund. Die Papaya haben weder meine Freundin noch ich rausgeschmeckt. Wir waren aber beide begeistert (und das obwohl wir normalerweise den Kaffee immer frisch mahlen).

Schade ist nur, dass ich den Kaffee bislang nicht zum Kaufen gefunden habe.
Fazit:
Wer auf jedes Gramm achtet und sehr weit wandern möchte, wird vermutlich den Stempelaufsatz gegen Instantkaffee austauschen.
Wem Geschmack wichtig ist und der so entspannt unterwegs ist, dass er zwischendurch 5–10 Minuten (je nachdem, ob man frisch mahlt) für die Kaffeezubereitung einplant, ist mit dem Primus Lite Plus Stove und dem dazu passenden Kaffeestempel echt gut aufgehoben. Der Bankerl Rast passt dabei gut zur entspannten Pause in den Bergen.
Da ich viel draußen unterwegs bin und mir guter Kaffee sehr wichtig ist, füllt Primus hier perfekt eine Lücke in meinem Kaffeesetup.
