Praktischer Kärcher-to-go für unterschiedliche Zwecke
VORTEILE
- kompakter Aufbau
- Akkulaufzeit reicht für mehrere Bikes
- integrierter 4 Liter Wassertank
- durchdachtes Stecksystem der einzelnen Elemente
- leichtes Befüllen
- leichte Bedienung
NACHTEILE
BEWERTUNG
Über die letzten Wochen durfte ich den portablen KÄRCHER OC 3 Plus inkl. der Zubehörbox Adventure ausprobieren.
Dabei handelt es sich um einen akkubetriebenen „Hochdruckreiniger“, der eigentlich im Niederdruckbereich arbeitet. Da ich bisher noch keinen im Freundes- und Bekanntenkreis von einem "Niederdruckreiniger" sprechen gehört habe, bleibt er für mich ein akkubetriebener (Mini-) Hochdruckreiniger. ;)
Form/Aufbau
Der Mini-Hochdruckreiniger ist relativ kompakt und ohne Wasser sehr leicht. Er besteht aus 3 stapelbaren, viereckigen Elementen. Das oberste Element ist der insgesamt 4 Liter fassende Wassertank. Dieser kann durch eine große Öffnung von oben leicht befüllt werden. Ein gutsitzender und leicht zu bedienender Gummistopfen verschließt das Loch und verhindert ein Rausschwappen der Flüssigkeit beim Transport.
Darunter kommt der Motor mit einem Ein-/Ausschalter auf einer Seite. Im Schalter ist auch ein kleines grünes Licht integriert, das leuchtet, wenn das Gerät eingeschaltet ist.
Auf der anderen Seite dieses – bei meinem Testgerät mittleren – Elements befindet sich der Schlauch.
Ganz unten ist eine Art Aufbewahrungsbox - die Adventure-Box, in der die zusätzlich mitgelieferte Bürste als alternativer Schlauchaufsatz und ein Schlauch für den alternativen Betrieb mit einer anderen Wasserquelle als dem integrierten 4-Liter-Tank Platz haben.
Alle 3 Elemente werden über ein einfaches Stecksystem miteinander verbunden. Über den Griff wird der Wassertank noch einmal separat gesichert, so dass er auch nur in einer Richtung auf den „Turm“ aufgesetzt werden kann. Damit ist an dieser Stelle die erste Fehlfunktions-Quelle schon mal eleminiert ;)
Der Griff liegt gut in der Hand, auch wenn er nicht speziell ergonomisch geformt ist. Der komplette Aufbau lässt sich über den Griff aber sehr gut transportieren – auch mit gefülltem Wassertank.
Auch der Sprühschlauch endet in einem ergonomisch angenehmen Griff, der eine gelbe Düse an der Spitze hat. Diese Düse kann über einen Bajonett-Verschluss relativ leicht eingesetzt oder herausgenommen werden (auch mit nassen Händen). Anstatt der Düse kann dann die Bürste am Griff montiert werden. Auch mit Bürstenaufsatz ist das Handling sehr gut.
Durch den viereckigen Aufbau nimmt der Hochdruckreiniger im Auto, Keller oder in der Abstellkammer wenig Platz in Anspruch.
Funktionsweise
Aufgrund des Akkubetriebs kann das Gerät überall dort genutzt werden, wo weder Strom noch Wasseranschluss vorhanden sind. Die Anwendung ist denkbar einfach: (daheim) Akku laden, (daheim oder vor Ort) Wasser in den Tank, (vor Ort) den einzigen bereits erwähnten Knopf am mittleren Element drücken – und los geht es, sobald der Schalter am Griff gedrückt wird.
Der Strahl ist flach und breit, kann jedoch nicht eingestellt bzw. verändert werden. Das hatte ich anfangs negativ vermerkt, allerdings lässt sich der Reinigungsdruck auch darüber regeln, wie nah man mit der Düse an das zu reinigende Objekt rangeht.
Der Druck, der durch den Mini-Hochdruckreiniger aufgebaut wird, ist wie oben erwähnt Niederdruck. Das bedeutet insgesamt bleibt der Druck unter 2 bar, wenn ich richtig recherchiert habe. Auch wenn der Strahl im Vergleich zum klassischen (echten) Hochdruckreiniger eher mau wirkt, so reicht er doch völlig aus für die Bike Reinigung! Dass Lagerschäden durch den Druck verursacht werden, ist eher unwahrscheinlich, auch wenn man nicht besonders aufpasst.
Ein weiterer Vorteil des Niederdrucks: damit kann der Reiniger sogar für Tiere genutzt werden, so dass bspw. der „beste Freund des Menschen“ nach dem nächsten Schlammbad auch für nicht Eigenheim- oder Gartenbesitzer bequem draußen abgeduscht werden kann! ACHTUNG: dabei unbedingt darauf achten, dass das Gesicht oder andere empfindliche Bereiche nicht direkt angesprüht werden! Und bitte trotz Niederdruck nicht ganz nah an die Vierbeiner mit der Düse gehen! Dreckpfoten lassen sich auch mit genügend Abstand sehr gut abspritzen.
Ich komme mit dem 4-Liter-Tank mit zügigem Arbeiten wirklich hin für ein Fahrrad. Das hat den Vorteil, dass Wasser gespart wird und man schneller fertig ist, als mit dem Gartenschlauch.
Bei der Verwendung der Bürste wäre etwas mehr Durchflussmenge praktisch, damit man gelösten Sand schneller von der Reinigungsstelle wegschwemmen kann und dadurch den Rahmen nicht verkratzt. Wurde der grobe Dreck vor Einsatz der Bürste weggesprüht, ist das aber kein Problem mehr.
Beim Putzen von mehreren Bikes kann man entweder einen zusätzlichen Wasserbehälter mitnehmen – bspw. einen ehemaligen 5l oder 10l Trinkwasser-Plastikbehälter – und damit den Tank wieder auffüllen, oder einfach den Ansaugschlauch anstatt des Tanks nutzen.
Dafür müssen nur die beiden weißen Plastikteile aus dem Ansaugstutzen des Hauptgeräts entfernt werden, was Dank einem cleveren Feature am Schlauch super einfach geht: einfach kurz den Schlauch mit der kreuzförmigen Vertiefung auf das Gegenstück am weißen Plastik stecken und schon kann man das Teil einfach mit herausziehen und muss nicht fummeln oder eine Zange nutzen.
Sind die Kunststoffteile entfernt, wird der Schlauch einfach wieder über einen Bajonettverschluss reingesteckt und durch Verdrehen befestigt. Danach kann man das Ende des Schlauchs einfach in einen großen Eimer oder – wie in meinem Fall – eine 10l Gießkanne stecken. Damit kein Dreck ins System gelangt, ist jeweils ein Filter eingebaut, sowohl für den Betrieb mit Tank als auch bei der Nutzung mit Ansaugschlauch. Hat man also mal keinen supersauberen Behälter oder mal Flusswasser mit etwas Sand, so kann man trotzdem damit Arbeiten, ohne gleich einen Defekt am Gerät zu riskieren.
Ich habe relativ frischen Dreck an einem Bike mit dem Mini-Hochdruckreiniger entfernt. Das ging super einfach. Aber auch richtig eingetrockneter Dreck von letzter Saison am Pendelrad ließ sich ohne Weiteres entfernen. Mit der Bürste lassen sich auch sehr einfach die Speichen und Felgen reinigen, also dort, wo man halt etwas schrubben muss.
Die Akkulaufzeit finde ich absolut in Ordnung. Ich habe ganze 5 Tanks (zu je 4 Liter) und ca. 20l über den Ansaugschlauch durchgesprüht, dann war der Akku leer. Das sollte also schon ausreichen für alle Bikes bzw. Hunde, die in den Kofferraum passen! ;)
Härtetest
Aus reinem Interesse haben wir den Druck des Geräts nochmal einem Härtetest unterzogen. Wir haben in den Ecken unseres Balkons, wo der Balkon über uns den Niederschlag nicht abhält, bereits grünbraunschwarz verfärbte Stellen. Das sieht nicht nur unschön aus, es fängt inzwischen auch an, Moos (sichtbar) anzusetzen….
Wenn man wirklich auf 3-4cm mit der Düse an den Belag geht, lässt sich dieser Belag tatsächlich ohne Reinigungsmittel entfernen! Das hat mich dann wirklich nochmal sehr positiv überrascht.
Preis/Leistung
Der Preis von knapp 145€ ist meines Erachtens gerechtfertigt. Der akkubetriebene Hochdruckreiniger hat ein breites Einsatzgebiet, solange der Akku noch Saft hat oder eine Stromquelle in der Nähe ist und natürlich entsprechend viel Wasser zur Verfügung steht. Über die Dauerhaltbarkeit kann ich nach meiner kurzen Testzeit von wenigen Wochen leider nichts sagen.
Fazit
Von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung für alle, die keinen Gartenschlauch zuhause haben, oder für den Einsatz im Winter, wenn dieser abgeklemmt ist, oder jene, die einfach ein halbwegs sauberes Bike im Auto transportieren wollen. Mit dem Mini-Kärcher kann man super unkompliziert und wassersparend alles Mögliche vom Sport-Equipment über Kinderwagen, dreckige Schuhe und sogar Hundepfoten (schonend) reinigen! Mit der zusätzlichen Adventurebox ist alles immer an Ort und Stelle aufgeräumt und nichts muss gesucht werden.
Ich finde das Gerät genial, gerade wenn man bei miesem Wetter mit dem Auto zum Biken fährt und man danach nicht das ganze Auto voller Schlamm haben will. Wenn ich ihn behalten dürfte, hätte er inzwischen einen Stammplatz bei jedem Bike-Transport, und Schlammwetter hätte seinen Schrecken verloren (zumindest vom Transportaspekt her) ;) Von mir gibt’s daher volle Punktzahl für den Mini-Kärcher.


















