Robust, leicht, und viel Stauraum, aber mit Schwächen
VORTEILE
- Großzügiges Hauptfach – viel Stauraum für Ausrüstung und Bekleidung
- Leichtes Gewicht – angenehm beim Zustieg und längeren Touren
- Vielseitige Außenbefestigungen – für Seil, Stöcke, Isomatte, etc.
- Robustes Material – reißfest, wetterbeständig, nachhaltig produziert
- Gutes Tragesystem – stabile Lastverteilung, auch mit Handschuhen gut bedienbar
NACHTEILE
- Schlechte Belüftung am Rücken – Hitzestau, unangenehmes Schwitzen
- Fehlendes Trinkblasensystem – keine stabile Führung oder Schlauchauslass
- Keine integrierte Regenhülle – zusätzlicher Schutz muss separat mitgeführt werden
BEWERTUNG
Seit einigen Wochen begleitet mich auf meinen Bergtouren der Trekking-Rucksack des britischen Herstellers Montane. Wie sich der Valen 40+5L auf unterschiedlichen Touren präsentiert hat, erfahrt ihr in der folgenden Produktbewertung.
Montane Valen 40+5L – Fakten und Material
Der Wanderrucksack verfügt über ein Fassungsvermögen von 40 Litern, das sich durch das Rolltop-System um zusätzliche 5 Liter erweitern lässt. Die Farbauswahl beschränkt sich auf zwei Varianten: „Neptune Blue“, ein mittlerer Blauton, und „Pebble Blue“, ein kieselgrauer Farbton. Der Rucksack bringt ein Gewicht von rund 730 Gramm auf die Waage.
Das verwendete Material trägt den Namen RAPTOR Grid 200D und ist eine Mischung aus 88 % recyceltem Nylon und 12 % Polyethylen. Laut Hersteller soll das Garn bis zu 15-mal stärker als Stahl sein. Die bewährte Ripstop-Webtechnik sorgt zusätzlich für eine hohe Reißfestigkeit und Strapazierfähigkeit. Die Oberfläche ist leicht strukturiert und wirkt wasserabweisend.



Ausstattung
Der Aufbau des Valen 40+5L ist bewusst minimalistisch gehalten. Das Hauptfach ist durchgängig und wird mittels Kordelzug sowie Rolltop-Technik verschlossen. Diese Kombination ermöglicht eine flexible Komprimierung des Rucksacks, wenn er nicht vollständig gefüllt ist. Im Inneren befindet sich eine Klettlasche zur Befestigung eines Trinksystems. Ein separater Auslass für den Trinkschlauch fehlt jedoch. Alternativ kann das seitliche Reißverschlussfach genutzt werden, das einen kleinen Zugang zum Hauptfach bietet.
Zusätzlich ist im Inneren ein Daisy-Chain-Gurtband angebracht, das zur Befestigung der abnehmbaren Hüftgurttasche dient. An der Außenseite zeigt sich der Rucksack deutlich vielseitiger: Eispickel, Wanderstöcke, Kletterseil, Schlafsack oder Isomatte lassen sich über diverse Befestigungsmöglichkeiten sicher transportieren.
Zwei Materialschlaufen am Hüftgurt bieten Platz für Kletterequipment wie Sicherungsgeräte oder Expressen. Die abnehmbare Reißverschlusstasche am Hüftgurt eignet sich für kleinere Gegenstände wie Müsliriegel oder Autoschlüssel. Für ein Smartphone der Größe Xiaomi 13T ist sie jedoch zu klein.


Kompressionsriemen an den Seiten ermöglichen nicht nur eine gute Anpassung des Volumens, sondern dienen auch als zusätzliche Befestigungspunkte für Ausrüstung. Die Schnallen und Reißverschlüsse wirken langlebig und lassen sich auch mit Handschuhen gut bedienen. Was fehlt, sind kleine Innenfächer oder Netztaschen zur besseren Organisation. Hier muss man kreativ werden, etwa mit kleinen Packsäcken oder Drybags.


Tragesystem
Das Rückenteil ist gut gepolstert und mit einer vorgeformten Aluminiumleiste ausgestattet, die für ein körpernahes und stabiles Tragegefühl sorgt. Der Hüftgurt ist ebenfalls angenehm gepolstert und lässt sich über zwei Schnallen individuell anpassen.
Der Brustgurt ist höhenverstellbar und kann über die integrierten Befestigungspunkte an den Schulterträgern angepasst werden. Die Lastkontrollriemen an den Schultergurten verhindern bei richtiger Einstellung ein unangenehmes Ziehen nach hinten und verbessern die Lastverteilung. Laut Hersteller sind Rückenbereich, Schulter- und Hüftgurt schneeabweisend.


Die ergonomische Form der Schulterträger schmiegen sich gut an den Körper an und sorgen für ein angenehmes Tragegefühl, auch bei längeren Touren. Die Polsterung ist ausreichend, ohne zu dick aufzutragen, und die Bewegungsfreiheit bleibt erhalten.
Im Vergleich zu anderen Rucksäcken in dieser Größenklasse ist das Tragesystem solide, aber nicht herausragend. Vor allem die fehlende Belüftung im Rückenbereich fällt negativ auf.



Praxiserfahrungen
In den letzten Wochen begleitete mich der Valen 40+5L bei Bergtouren, längeren Spaziergängen und dem Zustieg zum Klettergarten. Bei herbstlichem Wetter zwischen +2° C und +15° C, teils mit leichtem Regen und Wind, musste sich der Rucksack beweisen. Besonders beim Zustieg zum Klettergarten überzeugte der Rucksack durch sein geringes Gewicht und das großzügige Platzangebot. Kletterausrüstung wie Expressen, Karabiner, Helm, Kletterschuhe, Wechselbekleidung, Trinkflasche und Snacks fanden problemlos Platz. Auch das Seil könnte man über die obere Schlaufe gut befestigen. Wir haben dafür jedoch einen eigenen Seilrucksack, welcher sich besser für den Transport eignet.


Auch bei längeren Touren mit viel Wechselbekleidung zeigte sich der Stauraum als Vorteil. Wanderstöcke können bei Nichtgebrauch sicher außen befestigt werden. Ein Kritikpunkt ist das Trinkblasensystem. Zwar lässt sich der Schlauch durch das seitliche Fach führen und am Schultergurt fixieren, doch hängt die Trinkblase bei geringer Beladung frei und schaukelt unangenehm mit. Auch wenn der Rucksack schon mit Material beladen ist, wird es sehr schwierig die Trinkblase zu verstauen. Hier fehlt ein extra Fach und eine stabile Fixierung.


Das Tragesystem überzeugt durch gute Lastverteilung, angenehme Polsterung und einfache Verstellbarkeit auch mit Handschuhen. Allerdings entsteht bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt ein Hitzestau im Rückenbereich, was zu starkem Schwitzen führt. Nach dem Gipfel und einem Kleidungswechsel bleibt der Rückenteil feucht, was bei Wind und Wetter ein unangenehmes Kältegefühl erzeugt.

Bei leichtem Nieselregen blieb der Innenraum trocken. Eine integrierte Regenhülle für stärkeren Niederschlag fehlt jedoch.
Fazit
Der Montane Valen 40+5L ist ein robuster, leichter und strapazierfähiger Rucksack mit großem Stauraum und vielseitigen Befestigungsmöglichkeiten. Auch nach mehreren Touren zeigen sich keine Abriebspuren oder Materialermüdung.
Der Rucksack eignet sich besonders gut für Touren, bei denen viel Ausrüstung transportiert werden muss, aber wenig Organisation erforderlich ist. Für Skitouren oder Hochtouren ist er gut geeignet. Für klassische Bergwanderungen fehlt es jedoch an Komfortfeatures wie einem durchdachten Trinkblasensystem, zusätzlichen Innenfächern und einer integrierten Regenhülle. Auch die mangelnde Belüftung im Rückenbereich trübt den Gesamteindruck. Für mich persönlich zählt der Valen 40+5L daher nicht zu meinen Favoriten für reguläre Bergtouren. Für spezielle Einsätze bleibt er jedoch eine interessante Option.

Schlussworte
Wer auf der Suche nach einem leichten, strapazierfähigen Rucksack mit viel Stauraum ist und auf zusätzliche Features verzichten kann, wird mit dem Valen 40+5L sicher zufrieden sein. Für alle anderen lohnt sich ein genauer Blick auf die eigenen Anforderungen. Denn Komfort und Funktionalität gehen gerade bei längeren Touren Hand in Hand. Wer viel Wert auf Organisation, Belüftung und Trinksystem legt, sollte sich eventuell nach einer Alternative umsehen.