Stabiler (dadurch unflexibler) Rucksack mit hoher UVP
VORTEILE
- Richtig schicke Optik
- Y-Reißverschluss Design
- Wasserabweisend
- Hochwertig verarbeitet
- GroundControl-Basis
- Viele Innentaschen
NACHTEILE
- Preis (UVP 310 €)
- Seitentaschen wölben sich bei großen Flaschen ziemlich nach Innen
- Formstabil --> dehnt sich nicht mit, wenn man viel packen will
- Innen kein Deckelfach
- Doppeltes Laptopfach für mich unpraktisch (klaut Volumen innen)
- GroundControl™-Basis nur schwer zu entfernen
BEWERTUNG
Vorab:
Ich habe den YETI Ranchero 27 L Rucksack von OutsideStories zur Testung bekommen.
Zu mir: Ich bin 1,95 Meter groß, recht sportlich gebaut und mit recht breiten Schultern. Dementsprechend ist mein Rücken etwas länger.
Meiner Freundin, die kleiner und zierlicher ist (ca. 1,78 Meter) habe ich den Rucksack ebenfalls kurz zum Test überlassen.
Anwendungszweck:
Aktuell besitze ich einen Trekkingrucksack (zum Test), einen kleineren (22 L) Rucksack für den urbanen Alltag, einen Trailrunning Rucksack (zum Test) und bei Bedarf meinen Fotorucksack (zum Test). Kurzum: ich bin ein ziemlicher Rucksackfan.
Der Ranchero ist laut Beschreibung ein Stadtrucksack mit Fokus als Rucksack fürs Gym und den Alltag.
Genau dafür möchte ich diesen auch nutzen und habe den Rucksack dafür dem Praxistest unterzogen.
Doch zuvor ein paar Worte zum Rucksack selbst und der Firma Yeti.
Erster Eindruck vom Rucksack:
Der Rucksack kam in einem ziemlich großen Karton an. Normalerweise sparen die Händler oft Versandgröße und komprimieren, wo es geht. Hier nicht, einfach weil es nicht geht. Der Rucksack ist sehr formstabil und lässt sich nicht so einfach zusammendrücken.
Ich vermute, das liegt an der GroundControl-Basis. Diese soll dafür sorgen, dass der Rucksack immer gerade steht und nicht umkippt (Versprechen gehalten, mehr dazu später!). Dazu ist natürlich eine gewisse Festigkeit seitens des Rucksacks notwendig, damit der nicht einfach bei einseitiger Beladung umfällt.
Der Rucksack selbst sieht extrem schick aus. Das schwarze Material ist matt, die Reißverschlüsse hochwertig und nur das Yeti-Logo sticht in reflektierendem weiß etwas heraus. Dies aber ohne übertrieben zu wirken. Das Logo ist zudem mit Flausch überzogen, sodass man es auch als Patchfläche nutzen könnte.
Es gibt den Rucksack aktuell (04/2025) in drei verschiedenen Farben (Schwarz, Oliv und Taupe). Ich fand alle drei echt schick und bin froh, dass ich mich dank des Tests nicht entscheiden musste.
Der Rucksack hat drei Frontreißverschlüsse, die ein Y bilden. Hinzu kommt ein Reißverschluss für das Rücken-/Laptopfach.
Durch die Y-Reißverschlüsse kann man den Rucksack entweder als Toploader nutzen oder auch komplett öffnen.
Das Rückenteil ist aus festem Schaumstoffmaterial mit dezentem eingestanzten Yeti-Logo.
Die Schlaufen, die man auf dem Bild sieht, sind nicht etwa ein Hüftgurt, sondern dienen dazu den Rucksack an horizontalen Gegenständen zu befestigen (z.B. auf Teleskop-Ausziehstangen beim Reisekoffer). Außerdem kann man damit die Rucksackträger eng am Rucksack befestigen. Nützlich z. B. beim Radfahren.
Das Deckelfach lässt sich durch einen Reißverschluss am Deckel öffnen. Dieser ist unter überlappendem Rucksackmaterial versteckt. Mir ist an dieser Stelle nicht ganz klar, warum der Reißverschluss im Gegensatz zu den anderen Reißverschlüssen nicht getapet ist. Wenn das Deckelfach voll ist, wölbt sich der Deckel, dann ist das kein Problem, wenn der Deckel aber nicht am Limit befüllt ist, könnte dies eine mögliche Schwachstelle für Regen sein.
Das Deckelfach ist durch ein Netz vom Hauptfach abgetrennt und geht vorne bis unter das Yeti-Logo. Ich würde mal auf knapp 2,5 Liter tippen.

Bei der Größe ist es schön, dass Yeti einen Karabiner an einem langen Band angebracht hat. Das erleichtert die Schlüsselsuche immens. Das Band selbst ist deutlich länger als bei meinen anderen Rucksäcken, gefällt mir!
Im Inneren des Rucksacks befinden sich innerhalb des Hauptfachs 5 Innentaschen. 3 davon mit Reißverschluss und 2 ohne. Die Innentaschen sind etwa 0,5L jeweils groß und sind dehnbar. Wenn man diese nicht nutzen möchte, nehmen sie auch keinen Platz weg.

Im Rückenbereich befindet sich das Laptopfach. Dieses ist ziemlich tief und zweigeteilt. Im Test konnte ich ein MacBook Air (13") und ein MacBook Pro (14") ohne Probleme beide hineinpacken. Das MacBook Pro und ein umfangreicheres Buch haben auch zusammen reingepasst.
Zur Firma Yeti:
Die Firma Yeti wurde 2006 in den USA gegründet und ist weltweit bislang vor allem bekannt durch ihre Thermoskannen und Kühlboxen. In Deutschland habe ich die Marke so ab 2021 erst wahrgenommen (auch durch besagte Produkte). Ohne OutsideStories hätte ich Yeti wahrscheinlich auch kein Rucksack Modell zugeordnet.
Yeti selbst hat sich umfangreiche Nachhaltigkeitsziele gesetzt und veröffentlicht jährlich den Fortschritt in diesen Bereichen.
Ich habe die Nachhaltigkeitsversprechen bei einer Webseite zum Nachhaltigkeitsvergleich geprüft. Hier hat Yeti sehr gut abgeschnitten, Platz 4 von 200 im Bereich Consumer Durables. Es ist schön zu sehen, dass die Nachhaltigkeitsziele auch wie angekündigt umgesetzt werden.
Nun aber zum wichtigeren Teil... Wie gut ist der Rucksack? Und ist dieser die 310 € (UVP) wert?
Szenario 1: Fitnessstudio Session
Nächster Test im Fitnessstudio. Mir war wichtig, dass ich meine Ausstattung (Schuhe, Sporthandtuch, Sporthose, Shirt und Duschsachen) in den Rucksack bekomme. Teilweise gehe ich auch ohne Duschsachen los, dann befindet sich natürlich weniger im Rucksack.
Rein statistisch werden die meisten Leser im McFit trainieren, dementsprechend habe ich dort auch meinen Test durchgeführt.
Ich war dieses Mal nur mit leichtem Gepäck, ohne Duschsachen dort. Diese hätten aber locker ebenfalls noch in den Rucksack gepasst.

Der Rucksack passt entspannt in die kleinen Standard-Spinde beim McFit. Dementsprechend wahrscheinlich wohl in die meisten Fitnessstudiospinde, denn die sind regelmäßig eher größer als kleiner.
Durch die Bauart des Rucksacks lassen sich die benötigten Sachen echt gut verpacken und man kann die Schuhsohle gut nach oben oder unten richten, sodass diese nicht in direktem Kontakt mit der Kleidung/Handtuch ist.
Die Fächer an der Außenseite des Rucksacks sind so groß, dass eine große 1,5-Liter-Flasche reinpasst, auf der anderen Seite ein Shaker wäre aufgrund des Stretch Materials ebenfalls kein Problem.
Der Rucksack wurde als der perfekte Rucksack für das Fitnessstudio beworben. Ich finde, dafür ist er sehr gut gelungen. Er lässt sich schnell und überall abstellen, er fällt nicht um, er ist ausreichend groß, lässt sich gut öffnen und hat viele Fächer um gymspezifisches Kleinzeugs dauerhaft zu verpacken (z.B. Pulsgurt, etc.)
Szenario 2: Lagern im Schrank
Die meiste Zeit wird der Rucksack nicht genutzt, sondern liegt irgendwo rum. Normalerweise würde ich dazu nichts schreiben, ich finde, in diesem Fall sollte es aber nicht unerwähnt bleiben.
Eine Stärke des Rucksacks ist seine stabile Form und seine "steht immer fest" Funktion. Dies geht leider zulasten des Lagervolumens. Der Boden ist fest und die Form ist immer wie eine gut gefüllte Duffelbag. Beim Lagern zu Hause nimmt das natürlich mehr Volumen ein, als ein weniger stabiler Rucksack. Da ich nicht ganz so viel Platz zu Hause habe (und noch viele andere Rucksäcke im Vergleich zu Hause stehen), fiel mir das hier besonders auf. Die Kompressionsriemen verkleinern zwar das Packmaß etwas, aber wirken natürlich auch keine Wunder.
Szenario 3: Reise im Zug, Anreise mittels Nextbike
Mein nächstes Szenario führt mich an einem regnerischen Tag zum Bahnhof. Ich habe für die Anreise ein Nextbike genutzt.
Die Anreise mit dem Rucksack in der Gepäckhalterung hat dank der Spanngummis gut geklappt. Ohne die Gummis war der Rucksack etwas zu kopflastig und ist beim schnellen Fahren etwas gerutscht.
Im ICE passt der Rucksack gut auf die Gepäckablage oben. An den Stellen, wo die Gepäckablage etwas flacher ist, lässt sich der Rucksack jedoch nur von der Seite einschieben (da die Gepäckablage rund ist).
Im Zug hat mir der Rucksack gut gefallen. Da man sich nicht so groß ausbreiten kann, ist es umso besser, dass man mittels Y Reißverschluss überall rankommt und 3 der 5 extra Innentaschen oben liegen.
Im Zug war ich insgesamt zufrieden mit dem Rucksack. Ausreichend groß für eine 2 Tagesreise, ich bin immer gut an meine Sachen gekommen und musste mich dabei nicht groß ausbreiten. Der Rucksack ist auch nicht so groß, dass er zwischen den Beinen stört, wenn es im Zug etwas voller ist. Im Gegensatz zu einigen meiner anderen Rucksäcken baumeln recht wenige Bänder und Schnüre rum.
Der Rucksack ist nicht als "personal item" im Sinne von Gepäckrichtlinien geeignet.
Nutzung im Alltag
Der Rucksack ist optisch ein echtes Highlight. Dementsprechend trage ich diesen echt gerne, wenn ich unterwegs einen Rucksack brauche.

Die Träger sind echt bequem und passt für die Stadt oder Termine.
Der Rucksack wird auch als Wanderrucksack empfohlen, dafür fehlen mir persönlich aber Brust-/und Hüftgurt, sowie ein Auslass für eine Trinkblase.
Ich nutze den Rucksack sehr gerne zur Arbeit. Durch die GroundControl Basis bleibt der Rucksack aufrecht stehen und ich kann sorgenfrei vorgekochtes Essen in der Bahn oder im Auto mitnehmen, ohne dass ich Sorgen haben muss, dass etwas ausläuft.
Fazit:
Wer den Rucksack zur UVP von 310 € kauft, hat nicht nur viel Geld ausgegeben, sondern fördert auch eine sehr nachhaltige Firma. Das Produkt, was man dafür bekommt, habe ich so konsequent stabil gebaut noch nicht gesehen. Die stabile Bauweise hat jedoch auch ein, zwei Nachteile, denen sich der Käufer bewusst sein sollte.
Alles in einem 4/5 Sterne.