Eine vielseitig einsetzbare Lampe für Outdoor-Enthusiasten
VORTEILE
- Breites Leuchtfeld
- Sicher und bequem am Kopf und Lenker
- Rücklicht in Rot
- Restbatterieanzeige
- Wechselbare Lampenköpfe
- Wechselbare Akkus
NACHTEILE
- Akkus sind schwer
- Nicht alle Lampenköpfe haben gleiche Modi (Zukauf nötig)
BEWERTUNG
Silva Free 1200 M
Hier geht es um den Test einer Outdoorlampe, die sowohl als Kopf/ Stirnlampe als auch auf dem Fahrrad benutzt werden kann. Die Marke Silva ist auch bei Hochleistungssportlern bekannt im Bereich Running, Trailrunning, Marathon und Ultramarathon.
Ich benutze diese Art Lampen vor allem als Helmlampe bei Höhlenerkundungen und bei Ausfahrten mit dem Mountainbike im Wald bei Nacht. Die Lampe sollte deshalb vor allem gut mit Handschuhen bedienbar sein und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Gewicht und Komfort bieten. Für diesen Test hatte ich die Lampe bei einer Höhlenwanderung auf der schwäbischen Alb auf dem Helm benutzt und als zusätzliches Licht auf meinem Fahrradlenker.

Unboxing & erster Eindruck:
Beim ersten Öffnen der Box aus festem Karton fallt sofort die wertige Haptik ins Auge. Meine Version für diesen Test beinhaltet die Box mit der Lampe, das heißt Lampenkopf, 36 Wh-Akku, Stirnband mit integriertem Kabel, Verlängerungskabel (130 cm), Helmhalterung, Kabelhalter und Anleitung. Außerdem gehört zu diesem Test noch ein Bike Mount, um es am Lenker zu befestigen.
Die Haptik und die Verarbeitung der Lampe ist sehr gut und wirkt auch sehr solide. Auch der Geruch beim ersten Auspacken lässt nicht auf Billigkunststoffe schließen. Auffällig sind die innen verlegten Kabel, sodass am Gurtband selber keine Kabel zu sehen sind. Diese sind umlaufend vom Lampenkopf bis nach hinten zur Batterie. Silva nennt dieses cleane Design “Free Technologie“. Auffallend war beim Unboxing der Akku mit seinem für meine Begriffe hohem Gewicht. Ob er in der Praxis beim Laufen auch überzeugen kann, soll dieser Test zeigen.
Bedauerlicherweise war auf der Box der Lampe keine Angabe zur Leuchtkraft der einzelnen Modi. Ich vermisse dabei vor allem die Anzahl der Lumen in den verschiedenen Modi. Laut Angabe von Silva auf der Internetseite soll im Supersparmodus (10 % Restbatterie vorhanden) mit 80 Lumen die Lampe noch 1 Stunde in diesem Modus leuchten können. Mir gelang es allerdings nicht, mithilfe der Anleitung herauszufinden, was es damit auf sich hat.

Außerdem ist für mich nicht ganz klar geworden, dass die Free 1200M keine “Flow Light“ Funktion besitzt, sondern nur eine “Intelligent Light“ Funktion. Bei dieser Funktion gibt es nur eine Kombination aus zwei Leuchtzirkeln, die zu einem Weit- und Nahbereich unterteilt sind.
In der Anleitung ist auf einer Seite nur ganz klein erwähnt, dass der Lampenkopf der 1200 Free diese Funktion nicht unterstützt. Die Free 2000 allerdings hat diese Funktion der “Flow-Light- Funktion“. Bei dieser Technologie verändern sich die Lichtkegel beider Bereiche (Nah- und Fernbereich) in Länge und Breite des Kegels beim Verstellen des Lampenkopfs (nach oben und unten)

Handling:
Beim ersten Einschalten wird sichtbar, dass der im Vergleich groß gehaltene Knopf auch sehr gut mit Handschuhen bedienbar ist. Ich hatte Bike Handschuhe an und musste nicht nach dem Knopf auf meinem Kopf fühlen oder tasten. Er ist schnell erreichbar und auch im Modus leicht verstellbar.
Im Vergleich zu anderen Kopflampen, deren Taster nur etwa so groß wie eine Duplosteinnoppe ist, ist diese von Silva sehr gut zu bedienen. Außerdem lässt sich der aktuelle Akkustand an der Akkurückseite ablesen, in dem grüne Lämpchen aufleuchten. An der Rückseite des Stirnbands ist zudem ein „Rücklicht“ angebracht.
Zwei LED’s rechts und links des Akku’s sind in zwei Modi (blinkend oder dauerhaft) angebracht. Meiner Meinung nach gehören diese LED’s aber auf den Akku nicht daneben. So wäre das Licht schräg von hinten auch gut sichtbar. Vergleichbare Modelle haben diese Funktion auf der Rückseite in einer Reihe angeordnet, sodass auch eine Blickfunktion gut sichtbar ist.

Eindrücke aus der Praxis:
Beim ersten Einschalten bei Nacht wird ein breiter und gleichmäßiger Lichtstrahl erkennbar. Meiner Meinung nach haben vergleichbare Modelle ein weitreichendes Ausleuchtungsbild. Vor meiner Person ist der Weg klar und breit genug ausgeleuchtet. Der Spot in die Tiefe ist nicht allzu weit erkennbar. Alles in allem war der Lichtkegel beim Laufen oder Trailrunning sehr homogen ausgeleuchtet und gleichmäßig nach vorn sowie zur Seite. Im Vergleich zu anderen Lampen, setzt diese von Silva nicht den Fokus auf die Mitte.

Wichtig für mich war vor allen Dingen, dass es beim Biken eine Lampe ist, die auf dem Lenker platziert wird. Für schnelle Geschwindigkeiten auf dem Fahrrad benötige ich zwei Lampen die unterschiedliche Wirkweisen haben. Eine auf dem Lenker streut das Licht breit auf den Trail und leuchtet umliegende Bereiche gleichmäßig aus. Auch die Silva sehe ich an meinem Fahrrad auf dem Lenker montiert. Eine weitere Lampe muss auf den Helm, welche aber eher den Spot in der Mitte korrekt ausleuchtet. Im Idealfall habe ich auf dem Trail dann ein gleichmäßiges Ausleuchtungsbild.
Meiner Meinung nach sehe ich die Lampe eher bei langsameren Sportarten, wie Laufen, Langlauf, Marathon etc. Beim Biken braucht es eine zweite Lampe die einen genaueren Spot hat.

Praxiserfahrung beim Laufen:
Auffällig ist beim Tragen der Lampe ohne Helm, dass das Gewichtsverhältnis sehr am Hinterkopf ungleich verteilt ist (Akkukapazität 36 Wh). Der Akkublock ist meiner Meinung sehr massiv und trägt unangenehm auf. Auch beim Laufen selbst wippt der Block. Größenunterschiedsverhältnis zu alternativen Akkus (24 Wh) liegt bei ca. 100 Gramm.
Das Kopfband sitzt durch die Moosgummieinsätze bequem und sicher am Kopf und darum. Außerdem ist an der Innenseite Gummi angebracht, der gegen Verrutschen schützt. Kurze Haare sind daher beim Tragen des Kopfbandes völlig unbedenklich. Ob es bei längeren Haaren ziept oder die Lampe verrutscht, kann ich nicht sagen.


Eine Alternative wäre für mich, den Akku mittels Verlängerung im Rucksack zu verstauen. Mit dem Bike Mount fiel das nicht auf, da der Akku am Bike befestigt war.
Bike-Halterung:
Mit der separat erhältlichen Lenkerhalterung lässt sich die Lampe sicher und stabil am Fahrrad befestigen. Die Montage ist einfach, der Lampenkopf sitzt fest und wackelt auch bei Vibrationen nicht. Ideal zum Biken auf Trails oder für Pendler.
Im Gelände (Laufen, Mountainbike) zeigt die Silva Free 1200 M ihre Stärken: Sie sitzt sicher am Kopf, verrutscht nicht, auch nach längerer Nutzung. Durch das Verlängerungskabel lässt sich der Akku bequem im Rucksack verstauen, was das Gewicht am Kopf reduziert. Die Leuchtkraft von 1200 Lumen reicht locker für nächtliche Trails. Selbst bei mittlerer Stufe (500 Lumen) ist die Sicht völlig ausreichend. Die angegebene Akkulaufzeit passt gut zur Realität.

Fazit:
Die Stirnlampe von Silva überzeugt mit gutem Tragekomfort und sehr guter Leuchtkraft beim Laufen, Joggen, Marathon und Langlaufski. Für mich ist sie eine Erweiterung am Bike für nächtliche Trail Fahrten.
Eine Akkukontrolle für die Restakkukapazität, wie viel Leistung (nicht Batterieladestand) der Akku noch hat, wäre empfehlenswert nachzurüsten. Vergleichbar mit anderen Lampen blinkt der Lampenkopf dann und anhand der Anzahl kann abgelesen werden, wie fit der Akku ist.
Ich stelle dieser Lampe eine absolute Empfehlung aus, weil der Lampenkopf getauscht und die Leuchtkraft nochmals erhöht werden kann. Außerdem sind verschiedene Akkus erhältlich, die mit Verlängerungen gut verstaut werden können.