Der sogenannte Pfaffenwinkel ist die Region, die sich zwischen Lech, Ammer und Loisach sowie zwischen Starnberger See, Ammersee und den Alpen erstreckt. Seine Kennzeichen: Sanfte Hügel und beeindruckende Natur, dazwischen zahlreiche Kirchen und Klöster, die der Gegend den Namen gegeben haben.
Für Gravelbiker und Radfahrer ist der Pfaffenwinkel per se ein göttliches Radrevier, durchzogen mit ruhigen Schotter- und Wirtschaftswegen.
► 3 Gravelbike-Routen, die sich ideal miteinander kombinieren lassen, haben wir für dich ausgesucht.
Falls du denkst, es geht nur eben dahin, wird dich der Pfaffenwinkel mit seiner abwechslungsreichen Topografie sicher überraschen. Denn es geht von easy-einfach-geradeaus über moderat-bergan bis Hügel-rauf-Hügel-runter.
Tipp: Check deine Ausrüstung bevor du startest! Wie ärgerlich, wenn du vor Ort erst einmal zum Bike-Händler musst anstatt gleich durchzustarten.
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Zusammen mit der benachbarten Zugspitz-Region hat der Tourismusverband Pfaffenwinkel ein neues Radtourenangebot entwickelt, bei dem auch an die Gravelbiker gedacht wurde. Die insgesamt sechs neuen Gravelbike-Routen bilden ein Modulsystem, damit du mehrere Etappen zu einer Mehrtagestour zusammenstellen kannst. Je nach Gusto, Zeit und Kondition. Praktisch ist dabei auch, dass jeder Start- und Zielort an das Bahnnetz angeschlossen ist. Drei haben wir wie gesagt für dich genauer unter die Räder genommen.
Tour 1 Pfaffenwinkel: Up and down. Von Weilheim über den Hohen Peißenberg nach Schongau
Los geht’s am Weilheimer Bahnhof. Nach einem kurzem Warm-up durchs Zentrum, folgst du den sanften Windungen der Ammer und biegst später in Richtung Raisting ab. Gut für die Orientierung sind die riesigen Satellitenschüsseln der Erdfunkstelle von Raisting – sie sind wirklich nicht zu übersehen.
Nächster Stopp ist Wessobrunn. Wie wäre es mit einem Abstecher zum Kloster Wessobrunn? Es zählt zu den ältesten der Region und ist wirklich sehenswert. Danach kannst du auf dem Weg zum nächsten Highlight den Kies unter den Reifen so richtig knirschen lassen, bevor es rauf auf den Hohen Peißenberg (988 Meter) geht.
Bleibt oben nur die Qual der Wahl: Erst den Rundumblick über die Landschaft und auf die Alpen genießen oder gleich ins Café und Restaurant „Bayerischer Rigi“ gehen? Falls du nach Schweinshaxe und Jägerbraten noch einen Verdauungs-Spaziergang brauchst, besuche die Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt oder schau dir (von außen) das Meteorologische Observatorium an, die älteste Bergwetterstation der Welt.
Hangabwärts läuft es quasi erstmal von allein und danach geht es mitten rein ins Grüne. Immer entlang der Ammer bis nach Peiting und anschließend ins Mittelalterstädtchen Schongau.
Tipps:
- Café und Restaurant “Bayerischer Rigi” auf dem Hohen Peißenberg, Bayerischer-Rigi
- Abstecher zum Lech als Abschluss: Das Bootshaus Lido, Bootshaus-Schongau, serviert regionale und mediterrane Gerichte auf einer gemütlichen Terrasse direkt am Lech. Wer mag, kann sich bei einem Bad im Lech abkühlen
Kurzprofil:
- 68,1 Kilometer
- 842 Höhenmeter aufwärts, 720 abwärts
- Dauer: knapp 5 Stunden
- Mehr Infos zur Route
Tour 2 Pfaffenwinkel: Alles im Fluss. Zwischen Lech und Murnauer Moos
Die Pedale beginnen bei dieser Tour in Schongau zu surren und zu schnurren. Gleich ein Tipp zu Beginn: Nach wenigen Kilometern und kurz vor dem Örtchen Burggen lohnt ein Abstecher zum Aussichtspunkt „Litzauer Schleife“. Denn von dieser Anhöhe hast du einen traumhaften Blick auf einen der wenigen unverbauten Flussabschnitte des Lech.
Hier ist der Lech bis heute ein Wildfluss geblieben. Zurück im Fahrradsattel folgst du der Beschilderung nach und durch Burggen hindurch. Und wenn du Lust auf einen Kaffee hast, dann steig doch beim Hofcafä Burggen (Ziegler 2) einfach nochmal kurz ab.
Tipp: Das Café befindet sich in einem süß hergerichteten Bauwagen und bietet neben Kaffee auch hausgemachte Kuchen (Selbstbedienung).
Jetzt aber wirklich wieder auf die Piste und nahezu immer am Lech entlang bis zur Staustufe 3, auf der du den Lech überquerst. Von Urspring geht es mit Bergpanorama und Ausblick ins schmucke Steingaden, mit dem Welfenmünster, dem Klostergarten und dem kleinen Café am Marktplatz mit richtig gutem Kaffee und selbstgemachtem Eis.
Hinter Prem verlässt die Route den Lech und führt schließlich über das Königssträßle ins Ammertal mit Altenau und Bad Kohlgrub. Zu Füßen des Kohlgruber Hausbergs Hörnle verläuft die Route sanft dahin durchs herrliche Murnauer Moos und bis zum Tagesetappenziel, dem Zentrum von Murnau.
Tipps:
- Sich für die Kultur- und Naturschönheiten am Wegesrand Zeit nehmen
- Einkehrmöglichkeiten in Steingaden: Gasthof Graf sowie Fischhaus der Schönegger Käsealm
- Café Magdalena in Prem: ein duftes Café umgeben von Blüten und Farben, denn es ist eines Blumenladens. Neben Floralem finden Gäste exzellenten Kaffee und hausgemachten Kuchen
Kurzprofil:
- 69,8 Kilometer
- 601 Höhenmeter aufwärts, 592 abwärts
- Dauer: 5 Stunden
- Mehr Infos zur Route
Tour 3 Pfaffenwinkel: Muss man ge-se(h)en haben. Zwischen Murnauer Moos und Weilheim
Pfiat di Murnau, Servus ihr Seen – so oder so ähnlich lässt sich die dritte Route beschreiben, bei der man im Sommer vom Fahrradsattel direkt in einen der Seen springen kann. Eigentlich gleich kurz nach dem Start, denn direkt hinter Murnau liegen der Riegsee zur Linken und der Froschhauser See zur Rechten. Wer den beiden widerstehen kann, gravelt vorbei an Großweil und Sindelsdorf.
Weiter geht es vorbei an mehreren Mühlen durch das Örtchen Habach hindurch, und danach? Erwarten dich wieder ganz viele kleine Seen und schöne Fleckchen Erde. Darunter auch zahlreiche Filze, kurzum Moorlandschaften. Also einfach genießen und die Natur auf dich wirken lassen.
Nach circa 45 Kilometern erreichst du wieder die Stadt Weilheim, mit ihrem quirligen Marienplatz, um den sich Geschäfte, Cafés und Restaurants gruppieren.
Tipps:
- Unbedingt Proviant einpacken, da es unterwegs nicht so viele Einkehrmöglichkeiten gibt.
- Einkehrtipp direkt am Weg: Schlossgaststätte Hohenberg; unter der Woche auch der Habacher Dorfladen, in dem man sowohl Proviant für unterwegs bekommt als auch einkehren kann
Kurzprofil:
- 45,8 Kilometer
- 262 Höhenmeter aufwärts, 391 abwärts
- Dauer: ca. 3 Stunden
- Mehr Infos zur Route
Infos zum Gravelbiken im Pfaffenwinkel
Der Pfaffenwinkel in Bayern hat seinen Namen aus der lokalen Mundart. Er bezieht sich auf das Wort “Pfaffen”, was im Volksmund “Priester” bedeutet. Daher wird die Region auch als “Ecke der Mönche” bezeichnet. Ursprünglich hatte der Begriff keine negative Konnotation, sondern bezog sich auf die Bedeutung der Klöster für die Landnutzung.
Im Pfaffenwinkel gibt es eine bemerkenswerte Dichte an Klöstern. Einige der bekanntesten sind:
- Andechs: Bekannt für das Kloster Andechs, das auch eine Brauerei und eine Wallfahrtskirche beherbergt.
- Benediktbeuern: Hier befindet sich das ehemalige Benediktinerkloster mit einer reichen Geschichte.
- Bernried: Das St. Martin geweihte Kloster wurde im 12. Jahrhundert gegründet und beherbergt heute das Fortbildungshaus für kirchliche Erwachsenenbildung der Missions-Benediktinerinnen.
- Dießen: Das Kloster Dießen ist ein ehemaliges Augustiner-Chorherrenstift.
- Rottenbuch: Eines der wohl bedeutsamsten Augustinerchorherrenklöster Bayerns mit der ehrbaren Klosterstiftskirche Mariae Geburt.
- Steingaden: Das ehemalige Prämonstratenser-Kloster Steingaden beeindruckt mit seiner mächtigen Klosterkirche.
- Wessobrunn: Eines der ältesten Klöster im Pfaffenwinkel, bekannt für das Wessobrunner Gebet und die Tassilolinde.
Adressen
- Tourismusverband Pfaffenwinkel
- Bauerngasse 5, D-86956 Schongau
- Tel.: +49 (0)8861/ 211 3200
- Gravelbiken mit Zugspitzblick
- [email protected]
Haftungsausschluss: Diese Tour(en) wurde(n) nach bestem Wissen aufbereitet. Eine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben wird dennoch nicht gegeben. Das Befahren und Begehen erfolgt stets auf eigene Gefahr. Lies hier den vollständigen Haftungsausschluss.