Ausgereiftes UL-Zweipersonen Zelt mit vielen Features
VORTEILE
- Geringes Gewicht
- Große Apsiden
- Frei stehend
- Innenzelt einzeln aufbaubar
- Robuster Footprint
- Zahlreiche Features
NACHTEILE
- Heringtasche mit Packsack verbunden
- Clips die Außen- und Innezelt verbinden halten nicht, wenn sie verschmutzen
BEWERTUNG
Ich habe als ProduktScout das Copper Spur UL2 von Big Agnes leihweise zum Testen bekommen. Ein Zelt aus dem ultraleicht Bereich, das mit 1400 Gramm inklusive Packsack und Footprint aus meiner Sicht tatsächlich in diesen Bereich fällt. Ich habe das Zelt acht Wochen gehabt und habe es mehrfach getestet. Zu Hause natürlich mit einem Probeaufbau, dann auf einem Wochenendausflug im Vorfeld meiner Mongolei Reise, weil ich mir sicher sein wollte, dass es für mich passt mit dem Zelt, und dann habe ich es drei Wochen in der Mongolei getestet unter zum Teil recht widrigen Bedingungen.
Wer nicht so viel lesen möchte, der kann gerne das Video ansehen. Ich habe den Testaufbau und auch mein Fazit zu der Nutzung hier in einem kleinen Video festgehalten:
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Bevor wir aber zu dem Produkttest im Detail kommen, zunächst die Angaben des Herstellers auf der Produktseite:
„Erweiterter Wohnraum mit zwei Türen und zwei Vorräumen im Markisenstil, ideal zum Schutz vor Sonne und Nieselregen (UL1 verfügt über eine Tür und einen Vorraum)
Das proprietäre ultraleichte Nylon-Doppel-Ripstop-Mix-Denier-Gewebe bietet zusätzliche Reißfestigkeit und Durchstoßfestigkeit ohne zusätzliches Gewicht.
DAC-Stangen mit 4-Wege-Nabendesign mit großem Volumen sorgen für Stabilität, Stabilität und großzügigen Wohnraum
Einfacher Einstieg durch die Tür mit Doppelreißverschluss und leicht zu greifenden Reißverschlussschiebern
Mit dem Quick Stash-Türhalter, der sich an der Zelttür befindet, lassen sich geöffnete Türen ganz einfach verstauen
Reichlich Stauraum mit übergroßen Deckentaschen am Kopfende, 3-D-Behälter an den Füßen und Medientaschen über dem Schlafbereich.
Niedrige Belüftungsfunktionen an den Türen des Vorraums sorgen zusammen mit der hohen Belüftungsöffnung für einen Luftstrom, der die Kondensation bei allen Wetterbedingungen reduziert
Die proprietäre Zelteckenkonstruktion mit der einzigartigen TipLok-Zeltschnalle vereinfacht den Zeltaufbau durch die Kombination von drei Funktionen: sicheres Festhalten der Stangenspitze, Befestigung und Spannvorrichtung für ein Regenschutzdach und Absteckschlaufe.
Haken- und Schlaufenlaschen verbinden das Fliegengitter mit der Stangenstruktur und sorgen so für eine perfekte Neigung und zusätzliche Stabilität
Verbesserte Sichtbarkeit bei Nacht durch reflektierende Abspannleinen und Gurtband.
Trail Weight: 1.22 Kilo Total Weight: 1.4 Kilo
Packed Size: 50 x 15 cm
Floor Area: 2.7 m²
Vestibule Area: 8 m²
Head Height: 102 cm
Fast Fly / Shelter Mode Weight: 964 g
Footprint Weight: 142 g
Der Boden besteht aus silikonbehandeltem, proprietärem, ultraleichtem Double-Ripstop-Mischdenier-Nylon mit einem spinndüsengefärbten Ripstop-Gitter und einer 1200 mm wasserdichten Polyurethan-Beschichtung
Der Zeltkörper besteht aus atmungsaktivem, proprietärem, ultraleichtem Double-Ripstop-Mischdenier-Nylon mit einem spinndüsengefärbten Ripstop-Gitter und Polyesternetz
Wasserdichte, lösungsmittelfreie, mit Polyurethan versiegelte Nähte (kein PVC oder VOCs)
DAC Featherlite NFL, Featherlite NSL und Pressfit-Stangensysteme“
Quelle: Big Agnes
Ich glaube, da ist ein automatischer Übersetzer aktiv gewesen. Die Beschreibung auf der Homepage liest sich auf Deutsch etwas holprig.




Das Aufbauen
Ich baue Zelte, die ich neu habe, das erste Mal gerne auf, ohne die Anleitung zu lesen. Einfach, um zu sehen, wie selbsterklärend und intuitiv sich so ein Zelt aufbauen lässt. Das Big Agnes Copper Spur ließ sich nicht so leicht intuitiv aufbauen. Es ging schon, es hat aber etwas gedauert.
Wenn man sich die Anleitung durchliest, bekommt man doch einige gute Tipps, die das Aufbauen erleichtern. Zum Beispiel zunächst die Heringe zu setzen an den vier Enden und dann erst das Gestänge zu befestigen und das Innenzelt einzuhängen. Außerdem gibt es einen Schnellaufbau, indem man das Gestänge nur in die Ösen des Footprint steckt und schnell das Überzelt darüber wirft und danach erst das Innenzelt aufbaut. Das ist eine smarte Idee, geht aber nur mit Footprint, denn so kann man bei Regen das Zelt im Trockenen aufbauen. Ich habe so zwischen 5 und 10 Minuten im Schnitt gebraucht, um das Zelt aufzubauen.
Das Zelt ist frei stehend, dann aber natürlich windanfällig und man muss sein Gepäck oder sich selbst gut in dem Zelt verstauen, damit man nicht weggeweht wird ?
Wenn es sehr warm ist, kann man auch nur das Moskitonetz aufbauen, was ich auch sehr gut finde.


Die farbliche Kennzeichnung der breiten und schmalen Seite in Grau und Orange erleichtert das Aufbauen. Ein Nachteil hat sich während der Nutzung gezeigt: Wenn die Clips, mit denen man Außen- und Innenzelt miteinander verbindet, verschmutzen, dann greifen diese manchmal nicht mehr richtig. Man muss sie erstmal sauber machen mit einem Stöckchen oder so, das hat mich unterwegs ab und an genervt.
Genauso wie die t-förmigen Heringe, an denen sehr viel Dreck haften bleibt, wenn man sie aus der Erde zieht. Ich habe sonst runde Heringe, da habe ich das nicht. Hier habe ich morgens immer ein bisschen Zeit benötigt, um den Dreck abzukratzen.
Für einen windfesten Aufbau gibt es vier zusätzliche Abspannpunkte mit Reflektor-Abspannseilen. Diese habe ich unterwegs auch genutzt, weil wir ab und an auch etwas schlechteres Wetter hatten.
Die Reißverschlüsse der Apsiden sind zusätzlich abgedeckt. Die Abdeckungen sind mit Klett gesichert.


Größe:
Das Zelt punktet mit einer hohen Kopffreiheit. Man kann darin sehr bequem sitzen. In den zwei sehr großen Apsiden auf beiden Zelt-Seiten, hat man genügend Platz, um das Gepäck zu verstauen.
Für mich als Alleinreisende war die Liegefläche sehr groß. Wenn man zu zweit ist, dann wird, es glaube ich gerade so passen. Im Schulterbereich ist das Zelt etwas breiter geschnitten und verjüngt sich zu den Füßen.
Belüftung und Kondenswasser:
Das Zelt lässt sich sehr gut belüften. Es hat oben eine extra Belüftungsklappe, die man öffnen und schließen kann. Die Apsiden lassen sich nach oben hin aufmachen und man kann den unteren Bereich des Zeltes mehr nach unten abspannen oder eben etwas höher lassen, sodass auch von dort mehr Luft hineinkommen kann. Ich hatte unterwegs unterschiedlich viel Kondenswasser - von gar nicht in sehr trockenen Regionen oder wenn wir unter Bäumen zelten konnten, bis sehr viel, als wir in der freien Steppe mit hohen Temperaturunterschieden gezeltet haben.



Regendichtigkeit:
Das Zelt hat einen Tag Dauerregen durchgehalten und war zuverlässig regendicht. Ich hatte es zuerst nicht ganz fest abgespannt und dadurch hatte sich oben etwas Wasser gesammelt. Dieses ist ein bisschen durchgegischtet. Das war aber sofort vorbei, nachdem ich das Zelt komplett fest abgespannt habe.
Ausstattung:
Grundsätzlich muss ich sagen, hat dieses Zelt für das geringe Gewicht unheimlich viele Features, die man nutzen kann.
Die Apsiden lassen sich sehr vielfältig öffnen. Man kann eine Seite auch ganz aufspannen und entweder komplett einrollen oder mit Trekkingstöcken nach vorne aufspannen, sodass man ein kleines Vordach erhält.
Innen gibt es vier Netztaschen. Zwei größere im Kopfbereich und jeweils rechts und links an der Seite eine kleinere. Dann gibt es zahlreiche Ösen und Schlaufen, an denen man auch noch Sachen anbringen kann.





Negative Punkte:
Die Dreck sammelnden Hering hatte ich schon erwähnt. Ein weiterer Punkt, der mich gestört hat, war, dass die Tasche für die Heringe fest mit dem Packsack verbunden war, und zwar so, dass die Heringe am Außenteil der Tasche spürbar waren. Man konnte sie dadurch nicht weich verpacken, das heißt man aufpassen wie man das Zelt im Rucksack verstaut, weil man sonst die harten Heringe vielleicht irgendwo am Rücken hat.
Womit ich in der Praxis etwas gekämpft habe, damit habe ich überhaupt nicht gerechnet, das sind die kleinen Haken und Ösen, um die Seiten der Apsiden an der Seite zu befestigen. Im Dunkeln konnte man nicht richtig erkennen, zu welcher Seite man da die Haken rausnehmen musste, und ich habe mich da manchmal wirklich schwergetan und musste extra eine Taschenlampe anmachen, um zu sehen, wie das Ganze aufbekomme.
Fazit:
Trotz einiger negativer Punkte, die ich angeführt habe, gebe ich dem Zelt 5 Sterne. Es ist geräumig, hat große Apsiden und viele kleine durchdachte Features. Es hat auf der Testtour in der Mongolei zum Teil recht harsche Bedingungen (Wind, Regen, Untergründe) gut bewältigt. Wenn man nicht auf die Farbe festgelegt ist, bekommt man es in Orange sogar schon recht günstig direkt vom Hersteller.