Leichter Kunstfaserschlafsack für die Sommermonate
VORTEILE
- Relativ geringes Gewicht
- Gut komprimierbar
- Innentasche
- Groß genug
- Leichtgängiger Reißverschluss
- Bei 30 Grad waschbar
NACHTEILE
- Temperaturbereich passte für mich nicht
- Zu kleiner Gesichtsausschnitt
- Störende Tunnelzugenden direkt am Gesicht
- Nicht wirklich Ultraleicht
BEWERTUNG
Ein paar Tage vor meiner Mongolei-Reise kam der Carinthia SOF 2 Medium zum Testen bei mir an. Da es zu kurz vor meiner Reise war, konnte ich ihn leider nicht mehr Probeschlafen und habe ihn ungeprüft mitgenommen. Zur Absicherung hatte ich zusätzlich noch ein dünnes Daunen-Quilt mitgenommen, als Backup, falls der angegebene Temperaturbereich des Schlafsackes nicht mit meinem Temperaturempfinden konform geht.
Der Carinthia SOF 2 Medium ist ein Kunstfaser-Schlafsack, der nach Herstellerangaben 1040 Gramm wiegt, mit einer Komforttemperatur von plus 5 Grad, einem Komfort-Limit von 0 Grad und einer Extrem-Temperatur von -15 Grad. In der Mongolei ist jetzt (August) auch sommerliches Wetter, das heißt tagsüber um die 20 Grad, aber abends und nachts kann es auch schon mal einstellig werden. Eigentlich war der angegebene Temperaturbereich für den Einsatz hier ideal gewählt.


Zunächst aber die Angaben von der Herstellerseite:
„Der SOF 2 aus unserer „Fast & Light“ Produktserie ist als vielseitiger Allrounder konzipiert, der die anspruchsvollen Anforderungen von Spezialkräften an Mobilität und Anpassungsfähigkeit erfüllt. Ausgestattet mit einer zweilagigen, insgesamt 190 g/m² starken G-LOFT-Isolierung, bietet dieser Schlafsack ein Komfortlimit von 0 °C und bleibt auch nahe dem Gefrierpunkt zuverlässig einsetzbar. Mit einem Gewicht von nur 1.460 Gramm (L) und einem kompakten Packmaß von 18x25 cm, wurde der SOF 2 speziell für Einsätze entwickelt, bei denen es auf jedes Gramm ankommt und Platz im Rucksack entscheidend ist. Der mittig angebrachte Reißverschluss des SOF 2 verhindert Kältebrücken beim Kombinieren mit den anderen Modellen der Serie, SOF 1 und SOF 3, um ein breites Temperaturspektrum abzudecken. Der SOF 2 punktet mit seiner effizienten Wärmeleistung. Außerdem bietet er große, frei laufende Reißverschlüsse die einen schnellen Ausstieg ermöglichen. Auch hier kommt das innovative Colorcoding mit Patchflächen zum Einsatz und erleichtert die schnelle Identifizierung und Auswahl des richtigen Schlafsacks bei Einsätzen. Im Lieferumfang befinden sich ein passender Packsack und ein Storagenetz zur Vereinfachung der Lagerung. Der körpernahe Schnitt in Mumienform optimiert die Wärmeeffizienz und minimiert gleichzeitig das benötigte Volumen, was den SOF 2 zu einem idealen Midrange Schlafsack macht. Er bietet nicht nur ausgezeichneten Schlafkomfort in gängigen Temperaturbereichen, sondern mit der Erweiterbarkeit durch die Modelle SOF 1+3 eine extrem hohe Flexibilität sich schnell an veränderte Umstände anzupassen. Allroundschlafsack aus der Carinthia „Fast & Light“ Serie – konzipiert für flexible Einsätze und Mobilität“
Isolation: G-LOFT, 100 % Polyester
Außenstoff: 100 % Polyamid
Innenstoff: 100 % Polyamid
Dimensionen außen (cm): 215/80/55 (M) – bis 185 cm Körpergröße, 230/82/55 (L) bis 200 cm Körpergröße
Gewicht (g): 1.139 (L)
Größen: M, L
Packmaß komprimiert (cm): 18x23 (M), 18x25 (L)
Preis 249 €
Quelle: Carinthia
Aus der Beschreibung lese ich, dass sich der Schlafsack mit anderen Modellen aus der gleichen Serie kombinieren lässt, um die Wärmeleistung zu erhöhen. Wie das allerdings in der Praxis aussehen soll, erschließt sich mir nicht ganz. Ich gehe davon aus, dass man die Reißverschlüsse miteinander verbindet und dann mit den Klettverschlüssen den Schlafsack schließt. Das müsste man wahrscheinlich ausprobieren mit zwei Schlafsäcken dieser Bauart und die hatte ich leider nicht.
Ein wenig schmunzeln musste ich bei dieser Aussage:
Auch hier kommt das innovative Colorcoding mit Patchflächen zum Einsatz und erleichtert die schnelle Identifizierung und Auswahl des richtigen Schlafsacks bei Einsätzen.
Hier geht man offensichtlich davon aus, dass jeder mindestens fünf Schlafsäcke in seinem Schrank liegen hat und dann gezielt den Temperaturbereich auswählt und dann eben schnell anhand des Patches den richtigen Schlafsack erkennt. Hier hätte es vielleicht auch einen Aufnäher getan, der etwas leichter ist, aber diese Klett Patches sind natürlich sehr beliebt in diesem militärisch anmutenden Bereich, aus dem die Marke Carinthia wohl kommt.


Im Test:
Ich versuche normalerweise auf meinen Touren möglichst Gewicht und Platz zu sparen. Als ich den Kompressionssack gesehen habe, da war ich erst etwas entsetzt, weil er mir riesig vorkam. Ich habe tatsächlich die Seitenlaschen direkt etwas gekürzt, um zu Gewicht zu sparen.
Der Vorteil bei einem großen Packsack: Man kann den Schlafsack locker verstauen und kann ihn dann sehr gut komprimieren. Allerdings muss ich sagen, dass die Form also die Ausmaße anders sind als bei den Schlafsäcken, die ich sonst habe. Diese sind immer etwas länglich in ihren Packsäcken, der Carinthia ist im Prinzip fast quadratisch, wenn er komprimiert ist. Er passt in diese quadratische Form nur so gerade meine Packtaschen (Ortlieb, vergleichbar mit Fahrradpacktaschen).
Das ist ein Punkt, den man berücksichtigen muss: je nach Packtaschen oder Rucksack Form oder der Art in der man seine anderen Sachen verpacken möchte, kann es sein, dass dieser Schlafsack uns komprimiert vor neue (Pack-)Herausforderungen stellt, oder vielleicht gar nicht in die Packtaschen passt.
Abmessungen Kompressionssack:



Abdeckung und Aufbewahrungssack:


Im Schlaf-Test hat sich der Carinthia semigut geschlagen.
Zunächst die Vorteile:
- Er ist sehr groß und bequem, man kann sich gut darin umdrehen, mein Daunen Quilt fand auch gut Platz darin
- der Reißverschluss ist leichtgängig
- als Zwei-Wege-Reißverschluss kann man ihn auch unten öffnen und damit den Fußraum belüften
- die Reißverschlusskante ist noch mal durch ein Stück Stoff abgedeckt, der mit Klett verschließbar ist, dadurch werden Kältebrücken vermeiden
- Gut fand ich auch eine kleine Innentasche, die mit Klett verschließbar war. Hier kann man zum Beispiel sein Handy oder die Geldbörse unterbringen, wenn man das näher am Körper haben will oder um Akkus gegen Kälte zu schützen.
Innentaschen und Ösen innen:



Nachteile:
Mit diesem kleinen Ausschnitt fürs Gesicht bin ich nicht gut klargekommen. Der war deutlich zu klein für mich und die Verschlüsse des Tunnelzuges hingen ständig im Gesicht herum.
Der Zweite, etwas größere Kritikpunkt ist, dass die angegebenen Temperaturbereiche wahrscheinlich auf den Durchschnittsmann ausgelegt sind oder auf jemanden, der im Schlafsack viele Sachen anhat. Ich hatte eine Leggins und ein langärmliges Funktionsshirt an. Mit dieser Bekleidung war der angegebene Komfortbereich von plus 5 Grad überhaupt nicht zu halten. Selbst bei zweistelligen Temperaturen war ich sehr froh, dass ich meinen Daunenquilt als zusätzliche Wärmeschicht dabei hatte. Ich würde den Komfortbereich dieses Schlafsackes ungefähr bei + 10 Grad einschätzen, statt +5 Grad.
Interessant ist, dass auf der Herstellerseite dieser Schlafsack mit einer Komforttemperatur von 0 Grad beworben wird, aber auf dem Schlafsack Label die Komforttemperatur mit + 5 Grad angegeben wird.
Dritter Nachteil ist, dass meine Klamotten im Zelt häufig an den Klettverschlüssen, die den Reißverschluss abdecken, hängen, geblieben sind, das war zum Teil etwas nervig.



Waschbar ist der Schlafsack bei 30 Grad und trocknergeeignet. Ich habe den Schlafsack nach dem Waschen noch nicht wieder genutzt, sodass ich nicht sagen kann, ob die Wärmeleistung sich vermindert hat.

Gewicht:
Der Schlafsack wird mit einem geringen Gewicht beworben. Auf dem Schlafsack selber ist ein Gewicht von 1040 Gramm angegeben. Im Internet variieren die Angaben und liegen meist etwas höher. Ich habe den Schlafsaal inklusive Packsack gewogen, da kam er auf 1260 Gramm, das heißt die Angabe auf dem Schlafsack müsste ungefähr hinkommen.
Wenn man allerdings in den Ultraleicht-Bereich möchte, beziehungsweise auch damit wirbt, dass dieser Schlafsack sehr leicht ist, dann hätte ich als Hersteller noch viel mehr eingespart. Zum Beispiel könnte man den Packsack wesentlich leichter konstruieren, man könnte auf die Patches verzichten, man könnte insgesamt wahrscheinlich noch etwas Stoff sparen und den Schnitt auch etwas anpassen, sodass der Schlafsack dann deutlich unter 1000 Gramm wiegt. Das wäre dann auch angemessen für einen Schlafsack, der in meinem Test einen Komfortbereich von um die 10 Grad hat und nicht wie der Hersteller angibt zwischen 0 und 5 Grad.

Mein Fazit zu dem Schlafsack: Es ist ein guter Schlafsack mit einem guten Preis Leistungsverhältnis von 250 € für eine Wärmeleistung von um die 10 Grad und einem Gewicht von um die 1000 Gramm. Für mich persönlich reicht die Wärmeleistung nicht aus, weil es doch häufig auch in den Bergen unter 10 Grad hat, auch im Sommer. Trotzdem ist es eine gute Alternative, wenn man einen Kunstfaser-Schlafsack haben möchte für den Sommer.
Ich vergebe vier Sterne. Einen Stern ziehe ich ab, weil die Temperaturangabe aus meiner Sicht nicht ganz passig ist und der Schnitt für mich optimaler sein könnte, mit einem etwas anderen oder größerem Gesichtsfenster.