Vielfältiger Schuh, leider etwas hart.
VORTEILE
- Leicht
- Schöne Farben
- Vielseitig
- Gute Sohle
NACHTEILE
- Hart
- Eher warm statt luftig
BEWERTUNG
Allgemeines
Dieses Mal durfte ich wieder einen Schuh für euch testen und zwar den Brooks Ghost Trail Women’s Trail Running Schuh.
Er richtet sich an Läuferinnen, die auf ihren Trainingsrunden sowohl auf Asphalt als auch auf Waldwegen oder einfachen Trails unterwegs sind. Brooks ordnet das Modell deshalb als Road-to-Trail-Schuh ein – also einen Schuh, der sowohl auf Straße als auch im leichten Gelände funktionieren soll. Wie er sich dabei geschlagen hat, berichte ich euch im Folgenden. Doch bevor es an meinem Eindruck geht, ein paar allgemeine Infos und Daten zum Schuh.
Als mir der Schuh zum Test angeboten wurde, bin ich beim Namen erstmal stutzig heworden. Der Ghost Trail ist nämlich - wie der Name vermuten lässt - eng mit dem bekannten Brooks Ghost verwandt. Die Ghost-Serie gehört seit vielen Jahren zu den beliebtesten Straßenlaufschuhen von Brooks und ist vor allem für ihre ausgewogene Dämpfung und den neutralen Aufbau bekannt. Mit dem Ghost Trail hat Brooks dieses bewährte Konzept ins Gelände übertragen und in den Trailschuh integriert.
Die UVP liegt bei 150 €. Das Damenmodell ist in EU-Größen von 35,5 bis 44,5 erhältlich und wird in Standardbreite angeboten. Das Gewicht beträgt laut Brooks 272,2 g pro Schuh (ohne Größenangabe), die Sprengung liegt bei 8 mm.
Die regulären Farbvarianten sind die folgenden:
– Coral / Peach / Spellbound (kräftiges Korall-Orange mit pfirsichfarbenen Elementen und violetten Details)
– Sand / Star White / Golden Hour (heller Sandton mit weißen Bereichen und warmen gold-orangenen Akzenten -> hier im Test)
– Harbor Mist / Poppy / Yucca (hellgraue Basis mit roten und leicht grünlichen Akzenten)
– Poppy Seed / Black / Pink (dunkles Grau bis Schwarz mit pinken Details)
– Coconut / Bluewash / Skywriting (sehr helles Off-White mit blauen und hellblauen Akzenten)
Zum Testzeitpunkt (März 2026) gibt es noch die folgenden limitierten Farbvarianten:
– Onyx / Stone / Taupe (dunkle Farbkombination aus Schwarz- und Grautönen)
– Coconut / Black / Coyote (helle Basisfarbe kombiniert mit schwarzen und sandfarbenen Elementen)
Material und Aufbau des Schuhs
Beim Obermaterial setzt Brooks auf ein atmungsaktives Mesh. Es ist ansprechend robust und steckt bisher jeglichen Kontakt mit Steinen und Sträuchern im Wald gut weg.
Gerade im Zehenbereich sind zusätzliche Verstärkungen eingearbeitet, die vor Steinen oder Wurzeln schützen sollen.
Laut Hersteller werden im Obermaterial auch teilweise recycelte Materialien verwendet. Um die Robustheit zu gewährleisten, muss das Material natürlich eine entsprechende Dicke aufweisen, sodass der Schuh nicht besonders luftig ist. Jetzt im Frühling alles noch angenehm, im Sommer vermutlich etwas warm.
Die Zwischensohle besteht aus DNA-Dämpfungsmaterial, das mit Stickstoff angereichert ist.
Diese Konstruktion soll für eine ausgewogene Mischung aus Dämpfung und Reaktivität sorgen – ein typisches Merkmal der Ghost-Serie.
Mit einer Sprengung von 8 mm ist der Schuh im mittleren Bereich angesiedelt. Die Sohlenhöhe von ca. 36 mm an der Ferse und 28 mm im Vorfuß bietet für einen Trailrunning-Schuh relativ viel Potenzial in der Dämpfung, was vorwiegend auf längeren Läufen und gemischten Untergründen angenehm sein kann.
Dennoch ist sie gering genug, um Feedback über den Untergrund zu liefern.
Der Ghost Trail ist ein neutraler Schuh ohne spezielle Pronations- oder Supinationsstützen
Ein praktisches Detail ist die Schlaufe an der Ferse, mit der sich der Schuh leichter anziehen oder zum Trocknen aufhängen lässt.
Sohle
Die Außensohle besteht aus TrailTack-Gummi mit einem moderaten Trailprofil.
Die Stollen sind nicht extrem ausgeprägt, wodurch der Schuh eher für leichte bis moderate Trails gedacht ist und sich gleichzeitig auch auf Asphalt angenehm laufen lässt. Also genau das Einsatzprofil, für das der Schuh auch gedacht ist.
Im Praxistest zeigt sich die Sohle dadurch insgesamt recht vielseitig. Sie bietet sehr guten Grip auf weichem Untergrund wie Waldboden oder Schotter und ist auch auf Asphalt gut laufbar. Gerade für Runden mit wechselndem Untergrund – also Asphalt, Waldwege und Schotter – spielt der Schuh seine Stärken aus.
Schwächen gibt es allerdings auch, und zwar ist die Sohle etwas rutschig auf nassen oder leicht feuchten Steinen.
Dafür konnte ich bisher keine nennenswerte Abnutzung an der Sohle erkennen. Mehr dazu lest ihr im nächsten Abschnitt.
Passform
Die Passform würde ich insgesamt als eher fest bzw. relativ hart beschreiben. Wer sehr weich gepolsterte (Trailrunning-)Schuhe gewohnt ist, merkt das relativ schnell.
Im Vergleich zum klassischen Brooks Ghost auf der Straße fühlt sich der Ghost Trail etwas fester an. Das liegt weniger an der Zwischensohle selbst, sondern eher an der robusteren Außensohle mit Trailprofil, die für mehr Stabilität und Kontrolle auf unebenem Untergrund sorgt, was auch gut ist.
Er fühlt sich aber auch härter an als der Brooks Cascadia, welcher ein reiner Trail-Schuh ist, was mich verwundert hat. Für mich war es außerdem der erste Brooks-Schuh, in dem ich tatsächlich Blasen bekommen habe – das hatte ich bei anderen Modellen der Marke bisher noch nicht. Ein Punkt, der mir beim Tragekomfort besonders unangenehm aufgefallen ist, ist die Lasche. Diese ist nicht (viel) gepolstert, wodurch die Schnürsenkel zumindest bei mir auf den Fußrücken drücken, vor allem genau an der Stelle, an der man die Schleife bindet.
Ansonsten ist der Schnitt relativ klassisch aufgebaut:
- normale Passform
- guter Halt im Fersenbereich
- ausreichend, aber nicht ungewöhnlich viel Platz im Zehenbereich
Stabilität und Praxistest
Der Ghost Trail ist, wie eingangs erwähnt, ein neutraler Laufschuh, besitzt also keine spezielle Pronations- oder Supinationsstütze. Trotzdem wirkt er im Lauf erstaunlich stabil, was vor allem an der eher festen Konstruktion und dem sicheren Fersenhalt liegt.
Im Praxistest hat sich gezeigt, dass er einen stabilen Stand auf leichten Trails und einen guten Grip bei trockenem und weichem Boden bietet. Damit ist ausreichend Sicherheit auf Waldwegen und Schotter gewährleistet – bei Nässe muss man etwas mehr Acht geben, als mit einem reinen Trail-Schuh (s. letzter Abschnitt).
Durch die klassische Schnürung lässt sich der Schuh gut anpassen. Wer möchte, kann mit der zusätzlichen Öse auch eine Fersenschnürung (Runner’s Loop) nutzen, um den Halt noch etwas zu verbessern.
Fazit
Der Brooks Ghost Trail Women’s Trail Running Shoes ist ein vielseitiger Road-to-Trail-Schuh, der besonders dann gut funktioniert, wenn eine Laufrunde sowohl Asphalt als auch einfache Trails enthält.
Besonders interessant ist der Schuh für Läuferinnen, die den Brooks Ghost bereits von der Straße kennen und ein ähnliches Laufgefühl auch auf Waldwegen oder Schotterstrecken haben möchten.
Positiv fallen vor allem die vielseitige Sohle, die Stabilität und die gute Haltbarkeit auf. Weniger überzeugend sind für mich die relativ harte Passform und die ungepolsterte Lasche, die beim Schnüren Druck auf dem Fußrücken verursacht.
Für sehr technische Trails, steile Bergpfade oder tiefen Schlamm ist der Ghost Trail weniger gedacht – hier zeigt er Schwächen, aber dafür gibt es schließlich auch spezielle Trailrunning-Modelle.
Unterm Strich ist der Ghost Trail ein solider Trainingsschuh für gemischte Untergründe, der seine Stärken vor allem auf Waldwegen, Parkrunden und moderaten Trails ausspielt.