Sicherheit trifft auf Minimalismus
VORTEILE
- Kann Leben retten
- Kompakt
- Leicht
- Einfache Installation
- Reflektionsstreifen am Rücken
- Akkulaufzeit bis zu 30 Stunden
NACHTEILE
- Reißverschluss für den Airbag-Verschluss nervt etwas
- Schultergurt-Verstellung
BEWERTUNG
Erfahrungsbericht: MASE Compact AirRide
Ich fahre fast täglich mit dem Gravelbike ca. 20 Kilometer zur Arbeit und nutze es auch regelmäßig für sportliche Touren auf Schotter- und Asphaltwegen. Entsprechend lege ich großen Wert auf Sicherheit, denn da ich meistens alleine unterwegs bin, kann Hilfe manchmal weit entfernt sein. Zudem wird der Straßenverkehr zum Teil immer aggressiver und mein Knochen immer älter. Deswegen finde ich einen zusätzlichen Schutz zum Helm ziemlich sinnvoll und insbesondere dann , wenn es nur wenig Gewicht mit sich bringt, sehr spannend. Daher war ich sehr gespannt auf den AirRide von Mase, der sehr minimalistisch daher kommt.
Zunächst aber eine ganz kurze Erklärung, wie man sich den Schutz vorzustellen hat:
Letztlich ist der Airride ein Airbag, welcher sich in einem Rucksack versteckt und bei Sturz direkt auslöst und sich in Hundertstel Sekunden Bereich aufbläst und somit Nacken, Schulter und Brustpartie schützt. Ein Helm ist aber weiterhin Pflicht, da der Kopf durch den Airbag nicht geschützt wird, vielmehr man sogar vornehmlich bei Auslösung des AirRIdes auf den Kopf fallen kann.


Erster Eindruck & Inbetriebnahme
Schon beim Auspacken wird klar: Der Compact AirRide ist kein wirklicher Rucksack, vergiss also irgendetwas zusätzlich in dem Rucksack verstauen zu wollen. Das funktioniert nicht.


Nicht bei dieser minimalistischen Variante. Mase bietet aber noch andere Rucksäcke an, wo dies möglich ist. Der AirRide hingegen ist extrem kompakt, wirkt hochwertig verarbeitet und kommt eher wie ein minimalistischer Protektor als wie ein Gepäckstück daher.
Die Inbetriebnahme war denkbar einfach:
Kartusche einsetzen, Aufladen über USB-C, System einschalten,

Kartusche einsetzen, Verschluss schließen – und schon ertönt ein kurzes akustisches Signal. Das zeigt: Das Airbag-System ist jetzt aktiv. Die Bedienungsanleitung ist dabei selbsterklärend. Zusätzlich lassen sich über QR-Coce noch einfache und praktische Videos anschauen. Also wirklich kein Problem bei der Installation.



Besonders praktisch ist auch die Statusanzeige:
Wenn die LED grün blinkt, bedeutet das, dass das System noch etwa vier Stunden Laufzeit hat – Zeit also, um es bald wieder aufzuladen. Das ist ein cleveres Sicherheitsdetail, das verhindert, dass man mit leerem Akku unterwegs ist.


Kleines Manko ist für mich der Reißverschluss, mit dem man schon vorsichtig umgehen muss, damit er sich von der falschen Seite einzieht.

Tragekomfort & Anpassung
Der Compact AirRide sitzt eng und körpernah – ideal für das Rennrad oder Gravelbike. Er ist so leicht und unauffällig, dass man ihn nach wenigen Minuten kaum noch wahrnimmt.

Einziger kleiner Kritikpunkt: Die Längenverstellung des Schultergurts ist etwas umständlich, wenn man das System bereits trägt. Mit etwas Geduld bekommt man es aber perfekt eingestellt, und dann sitzt alles fest, ohne zu verrutschen. In manchen Momenten hätte ich ihn mir dennoch etwas praktikabler bei der Verstellung gewünscht. Insbesondere, wenn man unterwegs ein Kleidungsstück hinzufügt oder ablegt. Klar ist, der Rucksack sollte nicht schlackern, sondern schon körpernah getragen werden. Jetzt zum Wichtigsten;
Sicherheit & Schutzwirkung
Das Airbag-System ist das Herzstück – und es beeindruckt. Es schützt den gesamten Oberkörper, besonders Rücken, Brust und Nacken, und entfaltet sich in Bruchteilen einer Sekunde, wenn ein Sturz erkannt wird.
Zum Glück musste ich es bisher nicht im Ernstfall erleben, aber nach Anschauen von Testvideos war ich wirklich beeindruckt, wie großflächig und stabil der Airbag ist. Man merkt sofort, dass das System ernsthafte Schutzwirkung bietet – deutlich mehr als jede Protektorenweste.




Am Anfang hat man vielleicht noch etwas ein ungutes Gefühl, ob es nicht zu einer Fehlauslösung kommt. Dies legt sich aber relativ schnell. Wichtig ist beim Tragen, wenn man den Schutz ausstellen möchte, man einfach die Brustschnallen in die “Parkposition” packen. Dies muss dann letztlich automatisch funktionieren, wie z.B. auch das Ausklicken aus den Pedalen. Vielleicht nicht jedermanns Sache.




Geht die Fahrt weiter, werden die Schnallen wieder zusammengeführt und ein grünes Signal leuchtet auf.
Wartung & Kartusche
Wenn der Airbag einmal ausgelöst hat, muss die Kartusche getauscht werden – das verursacht zwar neue Kosten (ca. 75 Euro) , ist aber bei allen vergleichbaren Systemen Standard. Der Austausch selbst soll etwas frickelig sein, da man den Airbag wieder in den Reißverschluss hindurch in seine Ausgangsposition packen muss. Ich habe es nicht ausprobiert, da ich keine Auslösung des Systems vorgenommen habe. Und in wenigen Minuten erledigt. Auch das Aufladen des Geräts ist völlig unkompliziert: anschließen per USB, kurz warten, fertig.
Einsatzbereiche & Aerodynamik
Für Downhill oder technisches MTB-Fahren ist der Compact AirRide nicht gedacht. Hier wären Fehlauslösungen vorprogrammiert. Dies benennt MASE aber auch ausdrücklich, dass das System hierfür nicht geeignet ist.
Auf dem Rennrad und Gravelbike dagegen ist er ideal: superleicht, kompakt und aerodynamisch kaum spürbar. Selbst bei flottem Tempo auf der Landstraße hatte ich nie das Gefühl, dass er bremst oder stört. Im urbanen Alltag ist er zudem eine geniale Sicherheitsreserve, gerade im dichten Stadtverkehr. Dazu ist es wirklich sehr gut geregelt, dass man hinten noch einen langen Reflektionsstreifen hat. Dies bringt noch einmal etwas zusätzliche Sicherheit in der dunklen Jahreszeit.
Fazit
Der MASE Compact AirRide ist kein einfacher Rucksack, sondern ein durchdachtes Sicherheitskonzept für Radfahrer, die regelmäßig und sportlich unterwegs sind.
Er kombiniert hohe Schutzwirkung, minimales Gewicht und einfache Bedienung auf bemerkenswerte Weise. Die etwas fummelige Gurtverstellung und die Kosten bei einem Kartuschenwechsel sind Kleinigkeiten im Vergleich zum enormen Sicherheitsgewinn. Auch ist der Rucksack momentan reduziert zu erwerben, was noch einmal mehr für einen Kauf spricht.
Man darf aber keine falschen Erwartungen an den Airbag haben: Es handelt sich nicht um einen Rucksack, wo man noch etwas mitnehmen kann und er eignet sich nicht für Trails bzw. MTB oder Enduro-Strecken. Gerade aber, wenn Menschen mit höherer Geschwindigkeit mit dem E-Bike unterwegs sind und vielleicht auch nicht mehr die sichersten Straßenteilnehmer sind, so würde ich das System zwingend empfehlen. Dennoch bitte immer noch zusätzlich den Helm aufsetzen! Dann ist der Rucksack vielleicht sogar direkt das passende Geschenk für die Liebsten zu Weihnachten.

Kurz gesagt:
- Extrem leicht & unauffällig
- Einfache Inbetriebnahme mit akustischem Signal
- Hervorragender Airbag-Schutz
- LED-Anzeige für Restlaufzeit (grün blinkend = ca. 4 Stunden)
- Schultergurt etwas umständlich verstellbar
- Ideal für Gravel-, Rennrad- & City-Fahrer
Mein Fazit nach mehreren Wochen Nutzung:
Der Compact AirRide ist für mich ein echter Fortschritt in Sachen Fahrradsicherheit. Ein System, das man hoffentlich nie wirklich braucht – aber wenn doch, möchte man nichts anderes tragen.


