Robuster Reifen mit gutem Grip, aber eher hart.
VORTEILE
- Guter Grip
- Tubeless
- Schnell montiert
- Bisher wenig Abnutzung
- Verschiedene Größen
- Aus verschiedenen Eigenschaften wählbar
NACHTEILE
- Hart
BEWERTUNG
Dieses Mal habe ich Mountainbikereifen für euch getestet. In diesem Bericht beschreibe ich meine Erfahrungen mit dem Pirelli Scorpion Enduro S: Ein speziell für aggressives Fahren in lockerem und weichem Terrain entwickelter Vorderreifen. In Kombination mit dem Scorpion Enduro R am Hinterrad bietet er ein abgestimmtes Setup für anspruchsvolle Enduro-Strecken. Zum Enduro R könnt ihr ebenfalls einen Testbericht von mir lesen.
Allgemeines
Der Reifen ist für 27,5 Zoll sowie für 29 Zoll Laufräder erhältlich und ist damit einer der wenigen Mountainbikereifen von Pirelli, die es in 27,5 Zoll gibt. Bei der Breite könnt ihr zwischen 2,4 und 2,6 Zoll wählen.
Ich fahre den Reifen als 27,5-2,4 Zoll-Modell.
Neben der Größe besteht auch eine Wahlmöglichkeit in der Ausführung. Dabei unterscheidet Pirelli zwischen ProWall und HardWall.
Benötigt man einen 29-Zoll-Reifen, so hat man zusätzliche Wahlmöglichkeiten bei den Farben. 27,5 Zoll gibt es leider nur in schwarz.
Die UVP liegt bei 75 €.
Die Smartgrip-Gummimischung soll für einen weichen Reifen mit viel Grip in unterschiedlichen Bedingungen sorgen. Mehr dazu unter Fahrgefühl...
ProWall und HardWall
Die ProWall-Version ist leichter und flexibler. Sie bietet eine zusätzliche Seitenwandverstärkung, die den Reifen widerstandsfähiger gegen Durchstiche macht, aber gleichzeitig eine gewisse Geschmeidigkeit bewahrt. Die HardWall-Version hingegen ist robuster und steifer.
Sie verfügt über eine verstärkte Seitenwand mit zusätzlicher Gummischicht sowie eine Wulstverstärkung, die den Reifen stabiler macht – besonders bei niedrigem Luftdruck. HardWall eignet sich eher für aggressive Enduro- und Downhill-Fahrer, die maximale Durchschlagsicherheit und Stabilität benötigen, auch auf anspruchsvollen Trails.
Der Gewichtsunterschied liegt bei 140 Gramm (1040 zu 980 Gramm). Meine Wahl fiel auf die ProWall als idealer Reifen für Trail- und All-Mountain-Fahrer, da ich viel Uphill fahre und weniger oft im Bikepark unterwegs bin. Für mich bietet die ProWall ein gutes Verhältnis zwischen Gewicht, Pannenschutz und Komfort.
Montage
Die Montage (tubeless) war mit Kompressor ziemlich simpel. Der Reifen ließ sich gut auf die Felge aufziehen und mit der Dichtmilch befüllen. Zuerst habe ich das Befüllen mit Luft mit einer Handluftpumpe versucht. Bei meinen alten Reifen hat das immer geklappt, hier war ich ganz kurz davor, dass es geklappt hätte. Bin aber dann doch zum Kompressor gewechselt und der Reifen ist ohne Probleme in die Felgenwulst gehüpft.
Material und Profil
Pirelli setzt beim Scorpion Enduro S auf die SmartGRIP-Gummimischung, die für konstanten Grip bei unterschiedlichen Bedingungen sorgen soll. Die Mischung soll außerdem reißfest und beständig gegen Durchstiche sein. Bisher kann ich das nur bestätigen. Der Reifen weist keine Risse auf und einen Durchstich habe ich auch nicht finden können.
Die Stollen liegen eher weit auseinander und sollen so einen guten Halt bei Nässe und im Trockenen garantieren.
Auf das Fahrgefühl gehe ich im nächsten Abschnitt ein. Die Anordnung der Stollen hat aber auf jeden Fall den Vorteil, dass der Reifen eine gute Selbstreinigungsfunktion aufweist. Ich habe für den Test öfter mal kurz nach schlammigen Passagen angehalten und fand den Reifen immer recht sauber.
Und auch bei schlammigem Uphill, hat der Reifen noch Grip gefunden.
Fahrgefühl
Der Reifen wirbt damit, dass er sowohl bei Nässe als auch im Trockenen gut funktioniert und für aggressives Fahren in lockerem Terrain gemacht ist.
Ersteres kann ich unterschreiben. Der Grip ist sowohl bei Nässe als auch im Trockenen super. Richtig staubtrocken war es jetzt zu der aktuellen Jahreszeit natürlich nie, aber immer wenn es mal trockener war, hat der Reifen einen bissigen Eindruck gemacht. Auch auf Wurzeln rutsche ich erstaunlich wenig.
Leider finde ich den Reifen aber auch mit wenig Luftdruck sehr hart. Ich habe beim Fahren das Gefühl, dass er sich dem Untergrund nicht so gut anpasst und dadurch gerade auf lockerem und steinigem Untergrund schnell verspringt, anstatt viel Bodenhaftung aufzubauen. Ich habe leider oft das Gefühl, dass ich mit einem zu hohen Luftdruck fahre. Wenn ich diesen dann kontrolliere ist dem aber nicht so.
Fazit
Ein bisher sehr zuverlässiger und robuster Reifen mit guter Selbstreingungsfunktion und viel Grip bei Nässe. Für meinen Geschmack jedoch etwas zu hart und damit besonders auf steinigem Untergrund eher unangenehm zu fahren.










