Helm mit Carbonstreben und guten Technologien!
VORTEILE
- Carbon als Material
- Sehr gute Belüftung
- BugStop-Insektennetz
- FidLock-Magnetverschluss
- Alternative zu MIPS
- Reflektoren
NACHTEILE
- Astral X Sportbrille von Rudy Project lässt sich nicht optimal verstauen
BEWERTUNG



Griasts eich!
Ich durfte in den letzten Wochen wieder Produkte einer Marke testen, die mir noch unbekannt war. Es handelt sich dabei um Rudy Project. Das Unternehmen wurde in Treviso in Italien 1985 gegründet und hat auch bis jetzt seinen Hauptsitz dort. Die Marke ist spezialisiert auf Sportbrillen und dafür einsetzbare Sehstärken, sowie auf Helme. Nach kurzer Recherche wurde mir schnell klar, dass viele Spitzensportler die Produkte von Rudy Project verwenden. Zum Beispiel das Team Bahrain Victorious, welches zu den UCI World Tour Teams zählt. Und ich habe jetzt genau die zwei Produkte getestet, die eben auch die Fahrer von Bahrain Victorious verwenden. Da sind die Erwartungen natürlich sehr hoch.
Weiter geht es mit dem Helm vom Bahrain Victorious Team, dem Rudy Project Rebel. Laut Hersteller vereint dieser fortschrittliche Technologien, Nachhaltigkeit und hohen Tragekomfort miteinander, um den höchsten Anforderungen anspruchsvoller Rennradfahrer (wie mir ;P) gerecht zu werden. Und das schauen wir uns jetzt einmal genauer an.




Beginnen wir gleich mal mit dem Design und den verwendeten Materialien, denn die sind schon sehr besonders, würde ich behaupten. Grundsätzlich sieht der Rebel mit seinen vielen Streben sehr aerodynamisch aus. Die Idee dahinter ist natürlich, dass der Luftwiderstand minimiert wird, der Helm aber gleichzeitig optimalen Schutz bietet.
Zum Großteil wird recyceltes Polycarbonat für den Helm verwendet, aber zusätzlich wie man auch deutlich sehen kann Carbon. Rudy Project nennt das Material 3K CARBON KVLA. Vorteil ist natürlich, dass Carbon sehr leicht aber dennoch Robust ist. Jeder der ein Carbon Rennrad fährt, weiß das. Carbon ist hochwertig, aber auch teuer und das macht den Helm designtechnisch natürlich zum Hingucker. Einen Rennradhelm mit Carbonteilen habe ich zuvor noch nicht gesehen.


Machen wir weiter mit dem Komfort, also wie gut der Helm sitzt und wie gut er belüftet wird. Die vielen Streben sorgen natürlich dafür, dass der Helm sehr viele Belüftungsöffnungen hat, 22 Stück in der Zahl. Da strömt ordentlich Luft rein, was für eine sehr gute Luftzirkulation sorgt, die den Kopf auch an heißen Tagen und bei intensiven Fahrten schön kühl hält.
Für die Belüftung kommt auch eine besondere Technologie von Rudy Project zum Einsatz, das AirFrame Band. Dieses sitzt vorne an der Stirn und ist dreidimensional, das sorgt dafür, dass der Luftstrom bewusst im Helm geleitet wird, bzw. bewusst in die inneren Kanäle verteilt wird. Das finde ich ein coole Technologie und habe ich davor noch nie bewusst so in einem anderen Helm gesehen. Aber in der heutigen Zeit können Luftströme natürlich gemessen, optimiert und bewusst gelenkt werden. Was mir hier auch aufgefallen ist, dass vorne das Polster an der Stirn nicht so nass wird, das ist bei meinen anderen Helmen meistens voll durchgeschwitzt.


Nächster Punkt den ich hier besonders hervorheben will ist das BugStop-Insektennetz. Ich habe lange gelockte Haare und beim Rennradfahren immer das Problem, dass kleine Insekten in meinen Haaren hängen bleiben und ich diese nicht mehr rausbekomme, ohne den Helm abzusetzen.
Oder es haben sich meine Haare in den Belüftungsöffnungen verfangen, das kam leider auch vor. Deswegen habe ich immer unter dem Helm eine Rennradcap an. Das muss ich bei dem Rebel nicht und das ist der Hammer. Das Netz ist in die Polster integriert, diese befestigt man mit Klettverschluss wie in jedem anderen Helm auch. Wer das aber nicht möchte oder braucht, auch wenn es meiner Meinung nach keinen Nachteil hat, es liegen ganz normale Polster noch bei, die man gegen das Insektennetz austauschen kann. Bei mir bleibt es auf jeden Fall drin :D

Zum Komfort zählt für mich auch der Gurt und die dazugehörigen Gurttrenner, die die Riemen an den Ohren vorbeilenken. Hier hatte ich bereits in der Vergangenheit mal das Problem, dass diese verrutscht sind und ich mich an Ohr und Backe aufgeschürft habe. Ist unangenehm bei einer langen Tour, deswegen umso wichtiger, dass man diese gut einstellen kann. Das ist hier bei dem Helm von Rudy Project definitiv der Fall.


Und jetzt noch der letzte Punkt zum Komfort, das Öffnen und schließen des Helm. Der Rebel hat einen Fidlock Magnetverschluss, der sich von selbst verschließt sobald man beide Teile aneinander legt, sich aber auch ganz einfach wieder öffnen lässt, wenn man den Verschluss leicht anhebt. Das geht dann auch easy mit Handschuhen.


Machen wir mit dem letzten Überpunkt, auf den ich eingehen möchte weiter, der Sicherheit und den Schutztechnologien des Rudy Project Rebel. Der Rebel ist mit dem RSR 11S Retention System ausgestattet, das eine präzise Anpassung an die Kopfform ermöglicht. Es ist das Drehrad am Hinterkopf. Ist für eine angenehme Passform sehr wichtig, aber auch für die Sicherheit, der Helm muss einfach gut sitzen. Auf und zu drehen funktioniert ganz einfach über das Drehrad. Außerdem kann man dieses auch noch Höhenverstellen. Das senkt den Helm vorne etwas ab.
Der Rebel hat kein MIPS (Multi-directional Impact Protection System), aber Rudy Project hat eine eigene Lösung entwickelt, die durch den strengen RP Rotational Impact Test geprüft wurde (eigener Test von Rudy Project, die den CE- und CPSC- Standards entspricht). Diese Technologie wurde speziell dafür entwickelt, die Drehkräfte zu minimieren, die bei einem schrägen Aufprall auf den Kopf wirken. Diese Kräfte sind oft die Ursache für schwere Hirnverletzungen bei Stürzen. Der RP Rotational Impact Test stellt sicher, dass der Helm effektiv dazu beiträgt, solche Verletzungen zu verringern.
Ich habe den Rebel in der Größe S/M, ich bin hier aber an der Obergrenze. Ist bei mir aber leider immer etwas schwierig, da ich meistens zwischen zwei Größen liege. Den Helm gibt es noch in der Größe L. Farblich gibt es ihn noch in Weiß und Rot, wobei das Carbon immer Grau/Schwarz ist und sich somit abhebt, außerdem hat er noch vereinzelt Reflektoren für eine bessere Sichtbarkeit. Preislich liegt der UVP bei 300 €, online ist er für etwa 230 € zu haben. Ich bin äußerst zufrieden mit dem Helm, da er wirklich durchdacht ist und die neuesten Technologien verwendet. Deswegen kann ich auch gut verstehen, dass Profiteams damit fahren. Das einzige, was nicht so gut funktioniert, ist die Astral X Sportbrille oben in den Lüftungsschlitzen zu verstauen. Diese fällt immer fast raus, liegt aber am Helm nicht an der Brille, da diese in anderen Helmen sehr gut sitzt.



Pfiats eich!
