Super durchdachter, nachhaltiger Trekking-Rucksack!
VORTEILE
- Leicht
- Schlankes Design
- Gute Belüftung
- Sehr viele Einstellmöglichkeiten
- Integrierte Regenhülle
- Nachhaltige Materialien
NACHTEILE
- Hüftgurt stark vorgespannt
- Nicht ganz leicht anzuziehen
BEWERTUNG
Osprey ATMOS LT65
Einleitung:
Diesmal hatte ich das große Glück einen Trekkingrucksack von Osprey testen zu dürfen.
Das Amerikanische Unternehmen Osprey (übersetzt: Fischadler) ist seit knapp 50 Jahren im Rucksack-Geschäft und stellt hochwertige Produkte im mittleren bis oberen Preissegment her. Zuerst durfte ich mich noch für eine Größe entscheiden: S/M mit 65 Litern oder L/XL mit 68 Litern.
Zur Auswahl standen drei Farben. Ein grünes Modell, ein blaues und ein schwarzes. Ich habe mich für den Schwarzen mit 68 Litern entschieden.

Für den Testzeitraum waren zwar keine Trekkingtouren (mehrtägige Wanderungen, meist mit Zelt und in unwegsamen Gelände) geplant, jedoch ein Städtetrip mit der Bahn nach München. Hier wollte ich den ATMOS dann einem Praxistest unterziehen.
Leider musste die Reise kurzfristig, aufgrund einer Erkrankung unseres Sohnes, storniert und verschoben werden. Also habe ich den Rucksack dann doch bisher nur zu Hause genauer unter die Lupe nehmen und auf einem Testmarsch ausprobieren können.
Beschreibung:
Auf den ersten Blick und im ersten Moment bin ich von den vielen Einstellmöglichkeiten, Riemen, Schnüren, Schnallen etc. erschlagen ;-)
Für die Beschreibung habe ich dann zunächst einmal die Etiketten am Rucksack studiert.Die entsprechenden Texte sind in Englisch, Deutsch und Französisch aufgeführt.
Der erste Satz lässt schon viel erwarten; so steht hier: „Wir arbeiten unermüdlich an Innovationen, um Sie zu Abenteuern zu inspirieren und Ihre Reise zu erleichtern.“ Hier muss es sich also um einen innovativen Helfer handeln, bei welchem man richtig Lust auf die nächste Tour bekommt.
Unbepackt soll der Rucksack laut Etikett 1,92 kg. wiegen.
Weiter steht in den Etiketten, dass der ATMOS ein leichtes, geradliniges Design mit umfassenden Komfort aufweist, eine integrierte Regenhülle besitzt und über die sogenannte Anti-Gravity-Aufhängung verfügt. Das nahtlose gespannte Netzgewebe verteilt die Last und der Fit-on-the-Fly Hüftgurt ermöglicht einen passgenauen Sitz. Darüber hinaus setzt Osprey wohl auch auf Nachhaltigkeit. Bei der Herstellung wird auf Produkte zurückgegriffen die verschiedenen Nachhaltigkeitsstandards oder Zertifizierungen entsprechen (z.B. bluesign oder GRS). Auch wird bei der dauerhaften Imprägnierung wohl auf gesundheitsschädliche chemische Verbindungen wie PFC oder PFAS verzichtet.
Zuletzt wird noch auf die ALL MIGHTY GUARANTEE hingewiesen. Etwaige Schäden oder Mängel werden innerhalb seiner angemessenen Lebensdauer kostenlos repariert oder im Zweifel ersetzt. Dafür sollte der Rucksack aber auch registriert werden! Soweit die Infos laut Etikett.
Im weiteren Verlauf werde ich auf einige Besonderheiten und versteckte Funktionen sowie Einstellungen des ATMOS eingehen, die mir aufgefallen sind. Für eine detaillierte Beschreibung gibt es seitens Osprey ein 11-seitiges Benutzerhandbuch für die ATMOS und AURA Serie. Dadurch wird schon Mal deutlich, wie vielseitig der Rucksack ist und wie viele Einstellmöglichkeiten die Rucksäcke besitzen.
Unter nachfolgendem Link kann das Benutzerhandbuch aufgerufen werden.
Des Weitern hat Productscout >>schmidsl<< bereits einen sehr detaillierten und gelungenen Testbericht inkl. Video veröffentlicht!!! Ich glaube sogar bisher das einzige, deutschsprachige Video auf YouTube. Den Link zum Testbericht findet ihr hier.
Nachfolgend versuche ich, auf weitere Eigenschaften und Einstellungen einzugehen, die noch nicht, oder nur rudimentär beschrieben wurden.
Für die nötige Stabilität bei dem Transport großer Lasten (empfohlen werden bei dem von mir getesteten Modell 11-27 kg) sorgt der sogenannte LightWire Rahmen. Dies ist ein umlaufender, runder Metallstab, an welchem die ganzflächige, netzartige Rückenplatte und der eigentliche Rucksack befestigt sind. Das Tragesystem ist dabei so konzipiert, dass zwischen Rückenplatte und Rucksackinhalt ein Abstand von mehreren Zentimetern erzeugt wird, wodurch eine gute Luftzirkulation und Bewegungsfreiheit ermöglicht wird.


Die Tragegurt bestehen aus einem perforiertem Schaumstoff, welcher mit einem Meshmaterial überzogen ist. Durch die Löcher wird ebenfalls eine optimale Luftzirkulation gewährleistet. Außerdem trocknet das Material sehr schnell.

Für die optimale Einstellung auf die jeweilige Körpergröße kann das Tragesystem sehr leicht angepasst werden. Über den sogenannten Fit on the Fly Hüftgurt lässt sich dieser problemlos mittels Klettverschluss um bis zu 15 cm verstellen. So kann der Gurt auf die unterschiedlichen Hüftlängen optimal eingestellt werden.

>>schmidsl<< hat beim Hüftgurt die „Vorspannung“ als nachteilig angesehen, was ich nur bestätigen kann. Hier ist mir allerdings ein kleiner Trick aufgefallen, der ein leichteres Aufsetzen des ATMOS ermöglicht. Und zwar wird der Hüftgurt vor dem Aufsetzen in die entgegengesetzte Richtung verschlossen. Netter Nebeneffekt ist dabei, dass der Rucksack noch stabiler auf dem Boden steht. Jetzt kann man den Rucksack problemlos aufsetzen und mit einem Griff den Hüftgurt wieder öffnen und anschließend in korrekter Richtung befestigen.

Ein weiteres und nicht zu unterschätzendes Gimmick, welches weder im Handbuch, noch in der vorherigen Bewertung erwähnt wurde ist die Trillerpfeife am Brustgurt. Diese kann bei Unfällen etc., gerade wenn man alleine unterwegs ist, überlebenswichtig sein! So kann man auf sich aufmerksam machen, auch über weite Distanzen.


Der ATMOS besitzt ein Hauptfach, welches von oben, aber auch von einer Seite zugänglich ist. Der seitliche Zugang ermöglicht einen Zugriff auf das Fach, ohne den Rucksack komplett abzuziehen. Abgesetzt lässt sich das Hauptfach durch die einstellbare oder abnehmbare Deckelklappe erreichten. Zwei kleine Ergänzung zum geräumigen Deckelfach: Im Inneren befindet sich ein kleiner Karabiner aus Kunststoff. Hier kann beispielsweise an Schlüssel angeclippt werden. Außerhalb des Deckelfachs sollten die 4 Ösen nicht unerwähnt bleiben. Hier ergibt sich die Möglichkeit weitere Ausrüstungsgegenstände anzubringen oder zu befestigen.


Abschließend möchte ich noch kurz auf ein weiteres, kleines Detail hinweisen auf welches bisher nicht eingegangen wurde. Im Inneren des Hauptfaches findet man die 7. LEAVE NO TRACE Prinzipien abgebildet. Auf Englisch und auf Französisch. Eine Deutsche Version fehlt. Mir waren diese 7 einfachen Regeln aber bereits ein Begriff und das Englisch ist relativ gut verständlich.

Zusammengefasst wird hier aufgeführt, wie man sich vernünftig und nachhaltig bei Outdooraktivitäten verhalten sollte. Übersetzt heißt LEAVE NO TRACE übrigens „Hinterlasse keine Spuren“.
Fazit:
Abschließend ist zu sagen, dass der ATMOS LT 65 ein leichter, super durchdachter Trekkingrucksack ist, welcher ausreichend Platz bietet, viele individuelle Einstellmöglichkeiten bietet und wirklich mit innovativen Details daher kommt. Den Städtetrip muss ich mit dem Rucksack leider nachholen. In den Sommerferien werde ich den ATMOS dann aber auch nochmal auf einer längerer Trekkingtour testen. Neben den technischen Details ist der ATMOS aber auch optisch wirklich ansprechend.
Das Pendant zum ATMOS ist der Opsrey AURA für die Damen. Der AURA ist minimal leichter und von der Rucksackform wohl etwas schmaler.
Kostentechnisch liegen die Rucksäcke zwischen 200 und 275 Euro.
Für einen Rucksack der viele Jahre ein treuer Begleiter sein wird, ist der Preis wirklich gerechtfertigt!












