Wasserdichter Fahrradrucksack für den Daytrip oder die kleine Tour
VORTEILE
- absolut wasserdicht
- wasserdichte Durchführung für Trinksysteme
- feste Rückenplatte
- Tragsystem mit Hüft- und Brustgurt
- robuste Verarbeitung
- Reflektoren
NACHTEILE
- großes Hauptfach, keine Organizerfächer
BEWERTUNG
Als Produktscout habe ich von Outside-Stories den Ortlieb Packman Pro 2 Fahrradrucksack zum Testen zur Verfügung gestellt bekommen.
Beim Mountainbiken und einem Tagestrip mit dem Kanu konnte ich ihn in jeder Wetterlage auf Herz und Nieren testen.
Der erste Eindruck:
Beim Auspacken erkannte ich sofort für Ortlieb typische Elemente am Packman Pro 2. Das sind zum einen der Rollverschluss, der konstruktionsbedingt eine ziemlich sichere Wasserbarriere darstellt, sowie das robuste Außenmaterial. Dieses Material ist jedoch nicht wie bei den Seesäcken oder der zuvor getesteten Duffle RG ein planenähnliches Material, sondern ein innen beschichtetes Gewebe. Ansonsten ist der Rucksack, wie von Ortlieb gewohnt recht schlicht, ohne unnötigen Schnickschnack gehalten.

Dichtigkeitstest:
Da es sich bei dem Packman Pro 2 um einen Rucksack handelt, den man auch mal gut für einen Tagesausflug zu Fuß oder bei anderen sportlichen Tätigkeiten mitnehmen kann, musste er bei einem Kanuausflug seine Dichtigkeit beweisen. Also packte ich meine gesamte Wechselkleidung in den Rucksack und ließ es drauf ankommen. Am Ende des Ausflugs wurde ich samt dem Rucksack auch noch gut nass, da die Kids in meinem Boot wenig Angst davor hatten zu kentern und die ein oder ander Wasserschlacht mit anderen Booten nicht scheuten. Mit etwas Sorge um den Inhalt im Rucksack schaute ich an Land nach und war überrascht, alles vollkommen trocken vorzufinden. Somit war die Dichtigkeitsprüfung mit der Note 1 bestanden. In den darauffolgenden etwas verregneten Wochen konnte der Rucksack bei verschiedenen Radtouren weiter punkten.
Das Tragesystem:
Der Rückenteil des Rucksacks besteht aus einer Festen Platte mit aufgebrachten Polstern. Diese Platte ist mit dem eigentlichen Rucksack verschraubt und hält den wasserdichten Sack in Form. Die Platte passt sich etwas dem Rücken an, sodass der Rucksack angenehm anliegt, sowohl beim Biken, wie auch zu Fuß. Die Träger sind in einer optimalen Breite für mich und lassen sich mittels unten liegenden Verstellungen sehr weit anpassen.

Der Brustgurt ist ebenfalls in Weite und Höhe verstellbar. Auch hier bietet sich wieder ein weites Spektrum in der Weite, ich hatte den Gurt fast komplett zusammen gezogen. In der Höhe könnte der Gurt etwas mehr Einstellspektrum bieten.

Der Hüftgurt verfügt beidseitig über kurze gepolsterte Flügel und geht dann in einen etwas breiteren Gurt über. Die Flügel wirken auf den ersten Blick etwas zu kurz geraten, reichen für diese Rucksackgröße und den Einsatzzweck vollkommen aus.

Trinksystemvorbereitung:
Auf der Rückseite des Rollverschlusses, also im zusammengerollten Zustand auf der Oberseite des Rucksacks befindet sich eine wasserdichte Durchführung für einen Trinksystemschlauch. Der Schlauch meiner Source Blase passte mit etwas Nachdruck bündig in die Durchführung und schloss somit auch wieder wasserdicht ab. Wie das bei anderen Systemen aussieht kann ich leider nicht sagen. Mittels der flexiblen Bänder an beiden Tragegurten kann der Schlauch nah am Körper gehalten werden und ist immer griffbereit.


Die Aufhängung der Blase geschieht über einen Klettstreifen, der die Blase in Position hält und daran hindert, im halbleeren bis leeren Zustand zusammenzufallen. Auch diese Aufhängung passt wieder perfekt zur Source Blase. Der Klettstreifen ist exakt so breit, dass er durch die Aufhängeöse im Verschlussriegel passt.

Die 3 Liter Version von Source verschwindet perfekt in der Tasche unterhalb der Befestigungslasche und wird somit zusätzlich in Position gehalten.
Die Rollverschlusstechnik:
Von Ortlieb kennt man die Rollverschlüsse bereits von den verschiedensten dichten Taschensystemen. Das Prinizip ist recht simpel und praktisch. Die große Öffnung ist mit Kunststoffleisten verstärkt. Um diese Leisten herum wickelt man den Beutel nach unten und fixiert ihn seitlich gegen zurückrollen. Dies garantiert durch mehrfaches festes umeinanderwickeln der verschiedenen Lagen eine völlige Dichtigkeit. Seitlich am Ruckack angebracht befinden sich jeweils Klickverschlüsse, die die Rolle unten halten. An den Verschlüssen kann die Länge etwas variert werden, um mehr oder weniger Beladung auszugleichen.

Das Innenleben:
Innen ist der Packman Pro 2 sehr simpel aufgebaut. Man hat ein großes Hauptfach, das Trinkblaseneinschubfach, sowie ein davorliegendes Reisverschlussfach. Darin sehe ich tatsächlich den einzigen Kritikpunkt an diesem Rucksack. Aufgrund der fehlenden Fachunterteilung wirft man alle Teile von groß bis klein in das Hauptfach hinein. In der Snackpause zwischendurch muss ich mich bis unten durchkramen, bis ich meinen Müsliriegel und den Sonnenbrillenbeutel gefunden habe. Gerade bei der Werkzeugsuche kann das schonmal recht ärgerlich werden. Mein Deuter Trans Alpine 30 hingegen hat ziemlich viele kleine Verstaumöglichkeiten und ebenfalls ein großes Hauptfach, welches sich nach Bedarf unterteilen lässt.

Das Außenleben:
Außen findet man seitlich je ein Kompressionsriemen, mit denen man den Rucksack nach Bedarf zusammenziehen kann. Zudem sind auf der Vorderseite zwei Reisverschlusstaschen angebracht. Diese sind nicht wasserdicht. Die rechte Tasche ist so klein, dass man darin außer einem Kugelschreiber nichts unterbekommt, den Sinn dieser Tasche habe ich noch nicht erkannt. Die andere Tasche bietet immerhin Platz für einen Schlüsselbund und bspw. ein Handy. Außerdem kann auf der Vorderseite ein Helmhalter angebracht werden, der sich ebenfalls in der größeren Tasche verstauen lässt. Befestigt wird er an kleinen Schlaufen, die sich bis auf eine auf der Vorderseite des Rucksacks befinden. Die vierte Schlaufe ist in der kleinen Reisverschlusstasche untergebracht. Auch hier fehlt mir jegliche Erklärung. Meine Vermutung war noch, dass in der kleinen Tasche der Helmhalter untergebracht werden soll, jedoch bekam ich diesen darin nicht unter. Bei angebrachtem Helmhalter muss die Tasche also immer offen stehen. Nur nebenbei sei bemerkt, dass es sich bei den Reisverschlüssen um abgedichtete handelt, was aufgrund der definitv nicht dichten Taschen etwas überflüssig ist. Hier hätte man sicherlich sparen können und einfache wasserdurchlässige Reisverschlüsse anbringen können.


Der Helmhalter funktioniert übrigens prima, jedoch hatte ich im Praxistest nie Bedarf daran, sodass ich es nur für das Foto einmal ausprobiert habe. Wer diese Funktion jedoch benötigt, findet sie hier in minimalistischer, aber funktioneller Art.

Sonstiges:
Weiterhin positiv sind mir die Reflektoren aufgefallen, die recht grell zurückstrahlen. Zudem hat der Rucksack eine im Straßenverkehr gut sichbare Farbe. Im Wald fällt man hingegen zumindest im Sommer nicht sehr auf. Für mich optimal. Wer sich den Rucksack nochmal "in motion" ansehen möchte kann das mit folgendem Video tun. Hier habe ich die Punkte des geschriebenen Beitrags auch nochmals zusammengefasst.
Fazit:
Mit dem Ortlieb Packman Pro 2 bin ich sehr zufrieden. An regnerischen Tagen ist er ein guter Begleiter für Mountainbiketouren, aber auch zum Wandern o.ä. Für alles größere als Daytrips sollte man einen anderen Rucksack suchen, für einen Tag jedoch ist er perfekt.
















