Wochenend-Reisetasche mit Rucksack-Funktion
VORTEILE
- geringes Eigengewicht
- guter Zugang zum Hauptfach
- kann als Rucksack getragen werden
- diverse Außentaschen
- gerade noch handgepäcktauglich
NACHTEILE
- Rucksackträger manchmal störend
- Boden nicht besonders steif
BEWERTUNG
Bei meinem heutigen Testprodukt handelt es sich nicht direkt um Outdoor-Equipment, das auf der Tour am Berg mit dabei ist, sondern eher ein Begleiter auf dem Weg dorthin. In den vergangenen Wochen durfte ich den DAYLITE DUFFEL der Firma Osprey testen. Osprey ist den meisten sicherlich aufgrund der durchdachten Rucksäcke für sämtliche Abenteuer bekannt, aber auch beim Reisegepäck ist Osprey ein guter Ausrüster.
Bei dem Daylite Duffel handelt es sich um eine Reisetasche für Wochenend-Reisen oder auch einfach nur den Weg zum Sport oder sonstige Aktivitäten, bei denen man Zeug mitnehmen muss. Die DAYLITE DUFFLE gibt es in drei verschiedenen Größen: 30l, 45l, 60l. Von mir getestet wurde die 60l-Variante.
Volumen / Abmessungen / Material / Design:
Vor dem Test habe ich das Produkt zuerst mal gegoogelt. Eine 60-l-Reisetasche klingt schon sehr voluminös, wenn man dabei an so einen gefüllten 60-l-Rucksack auf der Bergtour denkt (und vor allem an das Gewicht, dass man da durch die Gegend schleppen muss). Von daher war ich doch über das handliche Format der DAYLITE DUFFEL und das geringe Eigengewicht überrascht.
Folgende technischen Daten hat die Tasche zu bieten:
- Abmessungen (LxBxH): 59 x 40 x 29 cm
- Volumen: 60l
- Gewicht: 700g
- Material: 100% Polyester (recycelt)
- Anzahl Taschen: 4 (Hauptfach, zwei Reißverschluss Seitentaschen, Stecktasche aus Netzmaterial)
- Clou: Tragegurte sind eigentlich Rucksackgurte (für den Alltagsgebrauch)
Die 60l Volumen sieht man der Tasche tatsächlich nicht an. Beim Befüllen merkt man es aber dann doch: Es passt einfach immer noch was rein. Mit den gegebenen Abmessungen von 59x40x29cm liegt die Tasche im Bereich üblicher Handgepäck-Abmessungen vieler Fluglinien, auch wenn z.B. bei Eurowings die maximale Länge mit nur 55cm Maximalwert angegeben wird...da es sich aber um eine flexible Tasche handelt, bekommt man diese schon in das Prüfgestell reingedrückt. Das sollte also passen.
Flugreisen habe ich mit dieser Tasche während des Test-Zeitraums zwar keine unternommen, aber mehrfach in den Gepäckfächern in der Bahn. Auch das geringe Eigengewicht von nur 700g sind ein großer Pluspunkt, wenn man in Sachen Gepäck ein Gewichtslimit einhalten muss. Sicherlich bedeutet ein geringes Eigengewicht auch immer weniger Robustheit, die DAYLITE DUFFEL von Osprey macht hier aber keinen filigranen Eindruck, als müsste man diese mit Samthandschuhen anfassen.
Das Material aus recyceltem Polyester ist griffig aber dennoch flexibel. Natürlich ist die Tasche weniger robust als eine Tasche aus LKW-Plane, aber dafür eben auch deutlich leichter. Wenn man die Tasche also nicht gerade an die Anhängekupplung des Autos hängt, wird sie jede Reise überstehen.
Das Design der Tasche ist schnörkellos und damit für jeden Einsatzzweck geeignet.

Fachaufteilung und Seitentaschen:
Die Tasche besteht im Prinzip aus vier Fächern:
- einem geräumigen Hauptfach
- einem Seitenfach an der langen Seite der Tasche (mit Reißverschluss)
- einem Seitenfach an der kurzen Seite der Tasche (mit Reißverschluss)
- einem Steckfach aus Netzmaterial an der langen Seite der Tasche
Das Hauptfach ist über den Deckel (Reißverschluss 3/4 umlaufend) sehr gut zugänglich und äußerst geräumig. Der Deckel lässt sich an der langen Seite der Tasche weit öffnen, so dass das beladen gut funktioniert. Der einzige Wermutstropfen an dieser Stelle ist, dass einer der Tragegurte hier ein bisschen im Weg hängt. In diesem Fall muss man einfach den Gurt ein wenig verlängern, damit dieser weiter unten an der Tasche entlang läuft. Bei allen Reißverschlüssen der Tasche ist im Übrigen am Schlitten direkt eine gut greifbare Schlaufe verknotet, die durch Kunststoff-Elemente in Form gehalten werden. Hier könnte allerdings nachteilig empfunden werden, dass ein angebrachtes Gepäckschloss nicht an metallischen Zippern befestigt wird, sondern an Schlaufen aus Schnur-Material.
Weiter zu den Seitentaschen. An der langen Seite der Tasche ist eine ebenfalls mit Reißverschluss schließbare Seitentasche angebracht. Diese geht beinahe über die gesamte Länge der Tasche. In dieser Tasche findet sich dann auch ein Schlüssel-Haken aus Kunststoff, in deutlichem Rot auch gut auffindbar. An einer kurzen Seite der Tasche gibt es eine weitere Seitentasche mit Reißverschluss, gut geeignet auch für Kleinteile, die man noch erreichen möchte, wenn die Tasche bereits im Gepäckfach über Kopf verstaut ist.
Fehlt noch das letzte Seitenfach der Tasche: Hierbei handelt es sich um eine Stecktasche aus Netzmaterial auf der (anderen) langen Seite der Tasche. Diese führt auf den ersten Blick eher ein Schattendasein, stellt sich dann aber doch als ziemlich hilfreich raus, wenn man Dinge unterbringen möchte, die vorübergehend schnell erreichbar sein sollen. Ich denke da zum Beispiel an den Reisepass oder Flug / Bahn-Tickets während des Check-In-Vorgangs.
Ein wenig vermisst habe ich eine Netztasche auf der Innenseite des Deckels.
Tragegurte / Griffe:
Üblicherweise hat eine Reisetasche eine Kombination aus zwei Tragegurten: Einmal für das Tragen in der Hand, einmal einen längeren Gurt zum Tragen über eine Schulter. Hier hat Osprey ein neues Konzept verbaut: Es gibt nur eine Art von Handgriffen, die man allerdings gleichzeitig auch als Rucksack-Gurte verwenden kann.
Natürlich ist diese Trageart als Rucksack nicht für Bergtouren geeignet, aber auf Reisen dann doch sehr komfortabel...und man hat noch beide Hände frei. Die Träger sind aus belüftetem Schaumstoff und für eine Reisetasche recht komfortabel und sogar leicht ergonomisch geschnitten. Auf einer Seite lässt sich die Länge der Gurte justieren, einen Hüftgurt gibt es keinen, wird aber auch nicht benötigt. Das war aber noch nicht alles zum Thema Griffe: an den kurzen Seiten sind breite, unscheinbare Grifflaschen verbaut. Das macht es einfacher, die Tasche aus irgendwelchen Gepäckfächern wieder rauszuziehen. Auch wenn man die Tasche mit zwei Händen tragen möchte (oder aufgrund des Gewichts tragen muss), bieten sich die beiden Griffe an den kurzen Seiten an.
Verwendung:
Klarer Fall: Die Osprey Daylite Duffel ist eine reine Reisetasche. Trotz "Rucksack-Funktion" ersetzt diese Tasche keinen Rucksack. Auf Reisen ist die Möglichkeit, die Tasche auch mal als Rucksack zu tragen, eine sehr brauchbare Nutzungsvariante. Eine Sache sollte aber beachtet werden: Wenn die Tasche nicht komplett gefüllt ist und ein- zwei schwere Dinge in der Tasche sind, hält der Boden die Tasche nicht stabil in Form. Hat man beispielsweise nur Laufschuhe, eine Handvoll Wechselkleidung und zwei Wasserflaschen eingepackt, biegt sich der Boden stark durch.
Fazit:
Mit der DAYLITE DUFFEL hat Osprey eine elegante und auch technisch durchdachte Reisetasche im Handgepäck-Format auf den Markt gebracht. Die Verarbeitung ist von sehr hoher Qualität und es gibt eigentlich nur Kleinigkeiten zu mäkeln, welche aber dem Gesamtbild nicht wirklich negativ anhaften.
