Für den Preis unschlagbar gut!!
VORTEILE
- Unschlagbarer Preis
- Extrem hohe Wasssersäule
- Funktional
- Innentasche
- Schöne Farbauswahl
- Reflektierende Elemente
NACHTEILE
- Bei Starkregen stößt die Jacke an ihre Grenzen
BEWERTUNG
Praxistest-Bericht — Craghoppers Ponsa Hardshelljacke
Da ich schon einige Kleidungen von Craighoppers getragen habe und ich großer Fan von dem Preis-/Leistungsverhältnis der Produkte bin, habe ich mit Begeisterung aufgenommen, dass ich die Ponsa Regenjacke von Craighoppers testen durfte.


Ich habe die Jacke nun in den letzten sechs Wochen intensiv beim Wandern, Radfahren und im Alltag getragen — genau in der nassen Herbstzeit. Die Jacke vereint dabei ein reduziertes, funktionales Design mit starker Wetterschutztechnik und hat mich in vielen Situationen überzeugt.
Vorkommen:
Die Ponsa gibt es in 4 verschiedenen Farben. Dabei ist für mich ein wenig irritierend gewesen, dass die Farbe „Soft Sage” auf der Herstellerhomepage 30 Euro mehr als die anderen Farbvarianten kostet. Dies liegt aber daran, dass das die Modelle der letzten Saison sind.




Größen: Von S bis XXL ist die Jacke erhältlich. Ich habe sie mit 185 cm in der Größe M getestet und sie passte gut und war weder zu eng noch zu weit. Einzig die Ärmel hätten für mich ein kleines Stück länger sein können.
Allgemeiner Eindruck
Das minimalistische Design der Jacke fällt direkt auf. Hier sind keine großen Schriftzüge, Farbvarianten oder ähnliches. Sie wirkt einfach wie eine Jacke, die eine Funktion hat: Trocken halten und kein Vermögen kosten. Die Jacke ist durchaus sportlich geschnitten, dabei nicht übermäßig figurbetont, bietet aber dank Stretch-Eigenschaften genügend Bewegungsfreiheit. Sie eignet sich gleichermaßen für aktive Touren, wie für den täglichen Einsatz.

Material & Verarbeitung
- Hauptmaterial: 100 % recyceltes Polyester — ein Pluspunkt für Nachhaltigkeit.
- Membran: AquaDry (TPU) mit vollständig verschweißten Nähten; zusätzlich ist eine H2OShield DWR-Imprägnierung vorhanden.
- Das Außenmaterial ist dehnbar (Stretch), die Ärmel sind vorgeformt, was besonders beim Wandern oder Radfahren spürbaren Komfort bringt.

Ausstattung & Details
- Taschen: Außen gibt es zwei Seitentaschen mit Reißverschluss sowie innen eine große (Landkarten-)Tasche.


- Verstellbarer Saum und verstellbare Kapuze sorgen für guten Schutz gegen Wind und Schlagregen.




- Reflektierende Logos erhöhen die Sichtbarkeit bei Dämmerung.

- Innenfutter: Mesh-Innenfutter — tendenziell Geschmackssache; es verbessert wohl die Belüftung, ist aber nicht die klassische „nackte“ Hardshell-Konstruktion.
- Gut abschließende Klettverschlüsse an den Ärmeln


Jetzt aber das Wichtigste für eine Regenjacke. Der
Wetterschutz & Atmungsaktivität
- Wasserdichtigkeit: Die Jacke hat eine Wassersäule von 30.000 Millimeter— das ist ein sehr hoher Wert. Viele meiner anderen Outdoorjacken haben zumeist eine Wassersäule von 20.000 Millimeter, haben aber das Doppelte gekostet. Das überrascht mich tatsächlich. Im Test konnte mich die Wassersäule auch nicht gänzlich überzeugen. Bei wirklichem Starkregen ca. 30 Minuten auf dem Rad, gab es doch an der Brust und an den Ärmeln kleine feuchte Stellen. Bei normalem Regen zeigte sie sich aber sehr zuverlässig.

Neben einer hohen Wasserdichte ist zudem die Atmungsaktivität enorm wichtig. Denn was bringt mir eine Jacke, die zwar den Regen abhält, aber gleichzeitig den Schweiß von innen nicht abtransportiert. Daher hier nun Angaben dazu:
- Atmungsaktivität: Die Herstellerangabe ist 30.000 g/m²/24 h. Das bedeutet, dass innerhalb von 24 Stunden 1 Quadratmeter des Jackenmaterials 30.000 Gramm Wasserdampf (also 30 Liter) nach außen durchlassen kann. Im Klartext: Wenn du schwitzt, entsteht im Inneren der Jacke Feuchtigkeit. Die Membran (hier: AquaDry) sorgt dafür, dass dieser Wasserdampf nach außen entweichen kann, während Regen von außen nicht eindringt. Je höher der Wert, desto besser funktioniert dieser Feuchtigkeitstransport. 30.000 stellt da schon einen überragenden Topwert da. In der Praxis transportiert die AquaDry-Membran Feuchtigkeit zuverlässig nach außen, sodass bei moderater bis intensiver Aktivität kein unangenehmes Hitzestau-Gefühl entsteht.
Beides zusammen sorgt dafür, dass die Jacke auch bei langen Touren mit wechselhaftem Wetter sehr angenehm bleibt. Bei wirklich schweißtreibenden Aktionen stößt sie aber an ihre Grenzen. Insbesondere das Innenmesh trägt m.E. seinen Teil dazu bei, dass es doch schwitziger wird als gedacht.
Weitere Praxiserfahrungen:
Beim Wandern empfand ich die Jacke als angenehm leicht und bewegungsfreundlich. Die vorgeformten Ärmel sorgten für viel Bewegungsfreiheit, und der verstellbare Saum hielt Nässe und Kälte draußen. Auch längeres Tragen mit Rucksack hat dem Material bislang nicht sichtbar geschadet.

Beim Radfahren zeigte sich die Jacke ebenfalls robust und wetterfest – allerdings mit einem kleinen ergonomischen Nachteil:
Die Ärmel sind für meine Körpergröße beim Radfahren aber schon etwas knapp.
Während sie im Alltag und beim Wandern perfekt passten, rutschten sie in gestreckter Armhaltung auf dem Lenker leicht nach oben. Mit Handschuhen lässt sich das gut ausgleichen, aber ohne bleiben Handgelenke teilweise ungeschützt.
Die Passform ist beim Fahren sehr angenehm, aber auch nicht gerade körperbetont, sodass sie schon etwas flattert. Positiv fiel auf, dass die Jacke auch bei Fahrtwind nicht „klamm“ wurde.
Für kurze Wege im Alltag ist die Jacke sehr angenehm zu tragen. Das Netzfutter innen sorgt dafür, dass sie sich nicht direkt „klebrig“ auf der Haut anfühlt, wenn man sie über einem T-Shirt trägt. Sie trocknet nach Regen außerdem erstaunlich schnell.


Fazit & Bewertung
- Wasserdichtigkeit: 5/5 — sehr beeindruckend für den Preis.
- Atmungsaktivität: 4/5 — sehr gut, aber bei extremen Belastungen wie Sprint-Anstiegen entsteht wie üblich etwas Feuchte im Inneren.
- Tragekomfort & Schnitt: 4/5 — sportlich, körpernah, sehr bewegungsfreundlich.
- Verarbeitung & Ausstattung: 4/5 — solide, durchdachte Details (Taschen, Saum, Reflektoren).
- Preis-Leistung: 5/5 — ausgezeichnet für die gebotene Ausstattung.
Gesamt: starke 4,5 / 5 Sterne. Kleine Abstriche nur beim Innenfutter (Geschmackssache) — ansonsten ein sehr gutes Allround-"Shell" für wechselhaftes, nasses Wetter.
