Zuverlässige Skitourenjacke
VORTEILE
- Leicht
- Klein verstaubar
- Kapuze
- Hervorragende Atmungsaktivität
- Gut angeordnete Taschen
NACHTEILE
- Fällt klein aus
BEWERTUNG
Karpos Alagna Plus 2.0 Jacke
Die Karpos Alagna Plus 2.0 Jacke habe ich in den letzten Wochen bei Schneewanderungen in den Bergen der Steiermark getragen. Zwar war ich nicht auf klassischen Skitouren unterwegs, aber die Bedingungen waren durchaus anspruchsvoll, mit teilweise starkem Wind und sehr sehr kalten Temperaturen (bis minus 15 Grad) . Dabei konnte ich die Jacke unter realen Bedingungen testen. Zu der Jacke wurde auch noch die passende Skitouren-Hose getestet, die in einem extra Bericht noch zusätzlich erscheint.
Zunächst zum Vorkommen und Erscheinungsbild:
Die Jacke gibt es in vier verschiedenen Farben und wird von S bis XXL angeboten. Das finde ich praktisch, weil man nicht nur in der klassischen Schwarz- oder Grautönung wählen kann, sondern auch eine Farbe aussucht, die besser zu deiner restlichen Ausrüstung passt. Die passenden Hosen gibt es dann ebenfalls in der Farbkombination dazu.


Einsatzspektrum
Die Jacke ist hervorragend geeignet für
- für Skitouren, aktive Winterwanderungen, Schneetrails, kurze Gipfeltouren
- Tadellos, wenn man sich viel bewegt und warm bleiben willst
Zudem ist sie inn Kombination mit der passenden Hose ein echt stimmiges Set, das Bewegungsfreiheit und Schutz vereint.
Was sie nicht ist:
Sie ist nicht eine vollwertige Hardshell für Dauerregen, Starkwind oder extreme Wetterlagen – dazu ist sie einfach zu „weich“ und auf Atmungsaktivität statt Total-Wetterschutz ausgelegt. Das war aber auch nicht ihr Anspruch

Material:
HAUPTGEWEBE: 91 % Polyester, 9 % % Elasthan
AUSSERER KRAGEN: 100 % Polyamid
VORDERSEITE: 100 % Polyamid
OBERER ARMEL: 100 % Polyamid
TASCHEN: 92 % Polyester, 8 % Elasthan
FUTTER: 100 % Polyester
Ein großer Teil dessen, was die Jacke ausmacht, liegt in den verwendeten Materialien. Karpos verwendet hier eine Mischung aus verschiedenen technischen Stoffen, die unterschiedliche Aufgaben übernehmen:
Vorderseite & obere Ärmel:
Ein winddichtes, leicht elastisches Material aus Polyester und Elastan, kombiniert mit einer 170 Gramm Octa-Isolierung (aus recyceltem Polyester). Diese Konstruktion hält den Wind draußen und speichert die Körperwärme.

Rücken & Seiten:
Hier setzt Karpos auf ein atmungsaktives, abriebfestes Gewebe. Dadurch kann Schweiß nach außen entweichen, wenn man bergauf geht bzw. man sich anstrengt. Bei längeren Wanderungen habe ich genau diesen Unterschied gemerkt: weniger „klamme Rückseite“ trotz Rucksackes und somit weniger Hitzestau.

Nachhaltigkeitsaspekt
Alle Stoffe haben eine PFC-freie DWR-Wasserabweisung. Das bedeutet, sie perlen Wasser und nassen Schnee gut ab, ohne die umweltbelastenden PFAS-Chemikalien, wie man sie bei vielen älteren Jacken findet.
In der Praxis:
Passform:
Die Jacke ist in ihrer Passform ziemlich sportlich und sitzt relativ eng. Im Vergleich zu anderen Karpos-Jacken fällt die Größe M bei mir ein Stück kleiner aus. Deshalb würde ich sie in Zukunft eher in Größe L bestellen, um auch genug Platz für eine dickere Schicht darunter zu haben. Was mich allerdings wirklich überzeugt hat, ist die Bewegungsfreiheit.
Die Jacke passt sich den Bewegungen gut an, ohne zu spannen. Bei längeren Aufstiegen oder schnellen Bewegungen spürt man keinerlei Einschränkungen. Sie ist zwar figurbetont, aber das Material dehnt sich gut mit und schränkt die Bewegungen nicht ein. Auf den Wanderungen durch den Schnee und im steilen Gelände hat sie sich als äußerst bewegungsfreundlich gezeigt – nichts hat gescheuert oder unangenehm gedrückt.
Taschen
Besonders gut gefallen haben mir die Taschen. Sie sind wirklich groß und bieten viel Stauraum für die üblichen Kleinigkeiten wie Handschuhe, Snacks oder ein kleines Erste-Hilfe-Set. Die Taschen sind so angeordnet, dass man auch mit Rucksack noch problemlos an sie herankommt. Ich hatte oft das Gefühl, dass ich unterwegs Dinge schnell verstauen konnte, ohne den Rucksack abnehmen zu müssen – das ist besonders praktisch, wenn es mal schnell gehen muss.


Kapuze
Die Kapuze sitzt sehr gut und schützt den Kopf bei Wind und leichten Schneefällen. Sie lässt sich ordentlich anpassen und schließt gut ab, sodass man bei kalten Bedingungen keine Zugluft hat. Sie schützt nicht nur, sondern bleibt auch während des Gehens in Position, was bei anderen Jacken oft ein Problem sein kann.
Dabei ist die Kapuze anatomisch geformt, mit festem Schirm, und sie schließt eng um Kopf und Hals. Gerade bei Wind oder leichtem Schneefall ist das kein kleines Detail, sondern etwas, das mich wirklich wärmer und „runder“ fühlen ließ.

Erfahrungen
Die Jacke hat bei mir vor allem bei aktiven Touren überzeugt, wenn ich viel in Bewegung war. Sie hielt warm, ohne mich zu überhitzen, und schützte mich effektiv vor Wind. Die atmungsaktiven Eigenschaften haben mir besonders bei längeren Anstiegen gefallen, da ich nicht das Gefühl hatte, in meiner eigenen Feuchtigkeit zu ersticken. Auch in Bezug auf die Bewegungsfreiheit gibt es nichts zu meckern – die Jacke macht alles mit, ohne dass irgendetwas einschneidet oder unangenehm wird.
Was mich ein wenig überrascht hat, war der enge Schnitt in Größe M. In Zukunft würde ich eine Nummer größer wählen, da die Jacke dann noch etwas bequemer für das Tragen von mehreren Schichten darunter wäre. In Sachen Haltbarkeit und Flexibilität konnte ich bislang nichts Negatives feststellen, auch nach mehreren Stunden Wandern bei widrigen Wetterbedingungen.
Insgesamt ist es eine sehr gut durchdachte Jacke, die sich perfekt für aktive Wintertouren, ob auf Schnee oder in den Bergen, eignet – aber sie ist definitiv nicht für extreme Kälte oder Dauerregen gedacht. Sie ist eher eine aktive Schicht, die beim Schwitzen hilft und gleichzeitig schützt, ohne dabei zu schwer oder unbequem zu sein.
Fazit:
EIne sehr sehr brauchbare Jacke für jegliche Winteraktivitäten. Sie ist dabei eher auf Bewegung und aktive Nutzung ausgelegt – weniger geeignet als „einzige Schicht“ bei extremem Wetter.