Die Impervious lässt mich nicht kalt.
VORTEILE
- Stretch- Schulterbereich
- Wasser- und winddicht
- Recyceltes 3 -Lagengewebe
- Praktischer Schneefang
- Hochwertiges Material
- Reißverschluss mit Windschutzleiste
NACHTEILE
- Kapuze nicht helmkompatibel
- Seitentaschen zu hoch gesetzt
- Keine Infos über Wasserdichte im Stretch-Bereich
- Reißverschluss hakte im Brustbereich
BEWERTUNG
UYN Impervious Skijacke
Erster Kontakt
Die Jacke wirkt beim ersten Anziehen erstmal ungewohnt. Nicht schlecht – aber anders. Wer typische Hardshells kennt, erwartet oft ein eher steifes, leicht raschelndes Material. Hier ist das Gegenteil der Fall: Die Impervious fühlt sich weich an, fast schon „textilartig“.
Der Schnitt ist sportlich und relativ körpernah. Mit dünnem bis mittlerem Layer darunter passt das gut, aber man merkt schnell, dass sie nicht dafür gemacht ist, drei dicke Schichten drunter zu packen. Insgesamt wirkt sie eher wie eine Jacke für Bewegung als für Komfort im Stand. Dazu entströmte ein doch arg chemischer Geruch aus der Verpackung. Dieser geruch verblieb noch einige Zeit, hat sich jetzt aber verduftet...
Vorkommen
Die Jacke gibt es in folgenden drei verschiedenen Farben in den Größen S- XXL.



Material & Aufbau
100% aus Polyamid hergestellt ist technisch alles da, was man erwartet: 3-Lagen-Konstruktion, Membrain115, 20.000 mm Wassersäule, 20.000 Atmungsaktivität, komplett getapte Nähte. Der Frontreißverschluss ist wasserdicht, die Verarbeitung insgesamt sauber. Auch wenn es noch höhere Wassersäulen bei Outdoorjacken gibt, 20.000 ist sicherlich mehr als ausreichend.

Was sie aber wirklich von anderen Jacken unterscheidet, sind die Schultern. Die 3D-Strickeinsätze mit Haloflex fallen sofort auf – nicht optisch, sondern beim Bewegen. Die Jacke gibt hier deutlich mehr nach als klassische Hardshells. Haloflex bedeutet vereinfacht eine flexible Struktur/spezieller Kunststoff.
Genau das ist aber auch der Punkt, bei dem ich innerlich immer ein kleines Fragezeichen hatte. Diese Bereiche fühlen sich einfach weniger „dicht“ an als der Rest. Ich hatte zwar nie das Gefühl, dass direkt Wasser durchkommt, aber das Vertrauen ist nicht ganz so da wie bei durchgehend laminierten Materialien.

In der Praxis – Skitour (Aufstieg)
Hier spielt die Jacke ihre größte Stärke aus, und das merkt man schon nach wenigen Minuten.
Beim Aufstieg mit Stöcken gibt es keinerlei Einschränkung in den Schultern. Gerade bei längeren Touren ist das wirklich angenehm, weil man nicht dieses typische „Ziehen“ hat, das viele Hardshells mit sich bringen. Die Jacke macht jede Bewegung mit, ohne dass man darüber nachdenkt.

Auch das Klima passt. Selbst bei schweißtreibenden Passagen hatte ich selten das Gefühl, dass sich Hitze staut. Klar, irgendwann schwitzt man immer – aber die Jacke unterstützt eher, als dass sie dagegen arbeitet. Ich musste deutlich seltener öffnen als bei anderen Jacken. Ich muss dabei aber auch sagen, dass die Außentemperatur unter dem Gefrierpunkt waren, denn sonst würde ich auch immer auf eine Hardshell beim Aufstieg verzichten. Dennoch fehlen mir bei der Jacke die Optionen Belüftungsreißverschlüsse zu öffnen. Gerade bei einer als Skitourenjacke ausgerufenenen Jacke ist dies für mich ein sehr sinnvoller Zusatz.

Mit Rucksack bleibt sie ebenfalls angenehm zu tragen. Hier finde ich die Strickeinsätze sehr robust und gerade auch gewinnbringend, da ich die Erfahrung gemacht habe, dass bei Hardshell die Membran an den Rucksackträgerstellen auch gerne einmal durchscheuern. Hier also ein dicker Pluspunkt. Wäre da nicht wieder die Frage danach, wie sich der Strick verhält, wenn es regnet und dann noch der nasse Rucksack auf den Einsätzen liegt? Da diese Situation im Testzeitraum bei mir nicht vorgekommen ist, kann ich erst später einmal davon berichten.


In der Praxis – Skitour (Abfahrt)
Bei der Abfahrt macht sie das, was sie soll: Sie schützt vor Wind und hält auch Schnee zuverlässig ab.
Was auffällt: Sie ist nicht besonders warm. Wenn man verschwitzt oben ankommt und es windig ist, kühlt man relativ schnell aus, wenn man nicht direkt eine zusätzliche Schicht drüberzieht.
Das ist kein Fehler der Jacke, sondern einfach das Konzept von Hardshells. Eigentlich logisch, aber dennoch better to know.




In der Praxis – Skifahren
Auf der Piste funktioniert sie solide, aber hier zeigen sich die ersten echten Schwächen.
Der Wetterschutz ist gut, keine Frage. Wind kommt nicht durch, Schnee bleibt draußen. Aber das Gesamtpaket fühlt sich weniger „skitypisch“ an.
Die Taschen sind im Alltag wirklich nervig. Sie sitzen zu hoch, und man muss das Handgelenk unnatürlich stark abwinkeln, um hineinzukommen. Mit Handschuhen wird das schnell fummelig. Das ist nichts Dramatisches, aber es stört einfach jedes Mal ein bisschen. Auch zeigte der Reißverschluss im Brust- Halsbereich immer wieder ein Hakeln, was mich nicht gerade zufriedener hat werden lassen.

Die Kapuze ist für mich der größte Kritikpunkt. Ohne Helm sitzt sie gut und lässt sich auch problemlos einstellen. Versucht man sie aber über den Helm zu positionieren, hat man verloren. Zwei Drittel der Kapuze gehen über den Helm, das wars. Für eine Jacke, die auch fürs Skifahren gedacht ist, ist das einfach nicht ideal. Gerade bei schlechtem Wetter fehlt dann eine wichtige Funktion. Bei Skitouren kann dies immer schnell gegeben sein.



In der Praxis – Wandern
Beim Wandern fühlt sich die Jacke für mich fast am besten aufgehoben an.
Das geringe Gewicht, die Flexibilität und das angenehme Tragegefühl kommen hier voll zur Geltung. Man merkt kaum, dass man eine „Skijacke“ trägt. Sie funktioniert hier eher wie eine hochwertige Outdoor-Hardshell.
Auch bei wechselhaftem Wetter macht sie einen guten Job. Sie ist dicht genug für kurze Schauer und gleichzeitig luftig genug, dass man nicht sofort überhitzt.




Details in der Praxis
Ein paar Dinge fallen erst nach mehreren Tagen wirklich auf.
Der Schneefang ist gut gelöst. Er sitzt stabil, verrutscht nicht und lässt sich abnehmen oder fixieren. Gerade bei Bewegung bleibt er da, wo er sein soll – das ist nicht bei jeder Jacke selbstverständlich.

Die Skipasstasche am Ärmel ist praktisch und funktioniert problemlos.
Die innere Netztasche ist okay, nichts Besonderes, aber nützlich.hätte für meinen Geschmack noch ein wenig größer sein können.

Die Bündchen lassen sich sauber einstellen und schließen gut ab.
Was bleibt, sind die Seitentaschen – ich habe mich auch nach längerer Nutzung nicht daran gewöhnt. Sie fühlen sich einfach falsch positioniert an.

Bewegungsfreiheit vs. Vertrauen
Das ist für mich der zentrale Punkt dieser Jacke.
Die Bewegungsfreiheit ist wirklich überdurchschnittlich gut. Gerade im Schulterbereich merkt man sofort, dass hier ein anderer Ansatz verfolgt wird als bei klassischen Hardshells.
Gleichzeitig bleibt immer dieses leichte Misstrauen gegenüber den Strickeinsätzen. Nicht, weil sie im Test versagt hätten – sondern weil sie sich einfach nicht so „bombproof“ anfühlen wie ein durchgehendes Laminat.
Das ist am Ende eine Frage des Einsatzbereichs:
Für aktive Tage absolut sinnvoll – für extremes Wetter vielleicht nicht die erste Wahl.
Gesamtfazit
Die Impervious ist keine Jacke, die alles perfekt kann.
Sie ist richtig gut, wenn man sich viel bewegt. Auf Skitouren, beim Wandern oder generell bei aktiven Einsätzen macht sie Spaß und fühlt sich durchdacht an. Die Bewegungsfreiheit ist ein echter Pluspunkt, den man nicht mehr missen möchte, wenn man ihn einmal hatte.
Sobald man aber in Richtung klassischer Skitag geht, fallen die Schwächen stärker ins Gewicht: die Kapuze, die Taschen und das etwas fehlende Vertrauen in den Schulterbereich.
Für mich ist das am Ende eine sehr gute Jacke für aktive Einsätze – aber keine, bei der ich sagen würde: Die deckt alles kompromisslos ab.
Cool ist abschließend noch, dass es eine passende Hose zu der Skitourenjacke gibt. Diese werde ich mir für den nächsten WInter sicherlich noch zulegen.