Günstige Regenjacke zum "schnell mal drüberziehen"
VORTEILE
- Fleece-Einsätze am Kragen
- spezielles und schönes "Melange"-Material
- große Kaputze für Helm
- weiter Kragen für gute Rundumsicht
- sinnvolle Einstellmöglichkeiten an der Kapuze
- vollständig getapete Nähte
NACHTEILE
- nur "ausreichend" Wasserdicht
- weiter Schnitt
- weite Ärmel
- Belüftung nur durch offene Taschen
- unnötige zwei-Wege-Reißverschlüsse für Taschen
- keine Brust-Tasche
BEWERTUNG
Bei Regen geht es oft darum, eine gute Balance zu finden. Und zwar nicht nur auf dem regennassen Untergrund, sondern auch in Bezug auf die richtige Jacke.
Wasserdicht ist ja vieles - am ehesten vielleicht einfach ein großer Müllsack, der kostet auch keine 300-400 Euro, wie eine gute 3-Lagen Hardshell. Dafür ist ein Müllsack nicht sonderlich Atmungsaktiv und nassgeschwitzt ist auch nass.
Also atmungsaktiv UND wasserdicht, das wärs! Aber ohne zu teuer zu sein.
Als "wasserdicht" gilt eine Jacke ab einer Wassersäule von 10.000 mm. Genau so viel, ist für die CMP Clima Protect Pro auch angegeben. Darüber hinaus gilt sie als sehr Atmungsaktiv mit einer Durchlässigkeit von 10.000 g/m²/24h. Und das bei unter 100 Euro - klingt gut.

Das Material der Jacke sieht auf jeden Fall schon mal gut aus. Die Farbe ist "melangiert" - also "vermischt". Am Blau dieses Modells sieht das dann etwas nach Jeans-Stoff aus.
Der Schnitt ist recht gemütlich: gerade und weit. An der Hüft kann sie allerdings mit einem Gummi festgezogen werden, damit der Wind auch tatsächlich draußen bleibt.
Die Länge der Jacke sowei der Ärmel passt gut.

Der Front-Reißverschluss ist Zwei-Wege-Reißverschluss, was manchmal ein wenig hakelig sein kann. Oben am Kragen verschwindet der Zipper dafür geschmeidig in einer Zipper-Garage die auf der Innenseite großzügig mit Fleece bedeckt ist. So läuft man weder gefahr sich mit dem Zipper zu zwicken, noch reibt der Reißverschluss am Hals oder am Kinn. Ein weiteres Fleece-Stück findet sich am Genick.
Der Kragen ist insgesamt großzügig geschnitten. Er geht weit nach oben und ist gleichzeitig so weit, dass sich am Rad ein Blick nach Hinten ausgeht und die Kapuze sich gut mitbewegt. Darüber hinaus ist die Kapuze Helm-tauglich, kann aber an Gummibändern am Hinterkopf und am Kragen eingestellt werden, so dass sich auch ohne Helm gut sitzt und nicht davonflattert.

Gerade beim Radfahren habe ich den Reißverschluss meistens ein Stück offen lasen müssen, da die Lüftung der Jacke etwas eingeschränkt funktioniert.
Viele Jacken besitzen Zipper unter den Achseln, die CMP Clima Protect Pro hat als Lüftungsschlitze nur die beiden großen Seittaschen. Wenn diese offen sind, kann Luft durch ein großes Netz in den Taschen entweichen. Offensichtlich hat man sich auf die gute Atmungsaktivität des Stoffes verlassen. Leider reicht das nicht aus. Mit geschlossenen Taschen wird es schnell recht warm in der Jacke. Mit geöffneten Taschen wird es etwas besser, aber so richtig "Atmungsaktivität" will sich bei schweißtreibenden Aktivitäten nicht einstellen.

Die Taschen sind dafür extra groß gehalten und gehen weit nach oben. Verschlossen werden sie ebenfalls mit Zwei-Wege-Reißverschlüssen. Der Vorteil davon erschließt sich mir leider nicht. Ich fand es eher nervig, die Schnur des richtigen Zippers zu erfummeln. Ein etwas eigenwilliges Konzept.

Was mir am Schnitt außerdem unangenehm aufgefallen ist, sind die weiten Ärmel. Immerhin: ich komme auch mit dem dicken Norweger-Pulli ohne Probleme in die Jacke. In jeder anderen Situation muss ich den Klettverschluss um das Handgelenk schlingen und leider ist selbst der Klett etwas kurz. Zudem sieht das auch unschön aus.


Wie sieht es aber jetzt mit dem Verhältnis von Wasserdichtheit/Atmungsaktivität aus?
Mäßig. Wie bereits beschrieben wird die Jacke schnell warm. Mein T-Shirt war schneller durchgeschwitzt als normalerweise, dafür war der Pullover aber noch trocken. Die Jacke selbst war an der Innenseite aber feucht, ob das Wasser war, das noch nicht ausgedünstet ist, der ob schon leicht Regen durchkam ist schwer zu sagen. Ganz trocken geblieben bin ich jedenfalls nicht.
Als Hardshell fürs Bergsteigen oder andere sehr aktive Angelegenheiten würde ich die Jacke daher nicht empfehlen. Aufgrund des vergleichsweise günstigen Preises und des geringen Gewichts von ca. 330g ist sie aber eine gute Immer-Dabei-Notfall-Jacke für die Freizeit und für Wanderungen.


































