Tolle Ideen nicht 100% zu Ende gedacht
VORTEILE
- Leuchtkraft + Leuchtmodi
- entkoppelbares Akkupack
- Fokussierbarkeit
- Reflektorstreifen
- Lieferumfang
- Preis/Leistung
NACHTEILE
- Tragekomfort
- fummelige Umbaumethodik
BEWERTUNG
Nachdem ich vor kurzer Zeit die LEDLenser MH10 testen durfte, die eher für Wanderer gedacht war, kommt nun das Trail Running Derivat. Ob LEDLenser mit der NEO10R einen guten Lauf hat, oder sich das Ganze im Dunkel verläuft, das gibt’s jetzt zu lesen.
Technische Details und Zubehör:

Was nicht auf der Website steht, aber trotzdem mit dabei ist:
- Akkuverlängerungskabel
- Brustgurt
- USB Ladekabel

Aufbau:
Um nicht zuviel Text kopieren zu wollen, würde ich jedem der sich um die Leuchtkraft Gedanken macht, meinen Test zur MH10 ans Herz legen. Durch Verwendung der gleichen Komponenten wie LED, Linse und Akku ist die Leuchtleistung der beiden Lampen absolut identisch.

Die MH10 in schwarz oben, die NEO10R in grau-blau unten
Für alle anderen beleuchte ich die Unterschiede der beiden Lampen, welche nicht nur 20g im Gesamtgewicht ausmachen.
Die NEO Reihe von LEDLenser verschreibt sich eher dem sportlichen Anwender, egal ob Mountainbiker, Trail Runner, Boulderer, oder Anderen. Da bei den meisten Sportarten der Körper größere Beschleunigungen erfährt als beim Wandern, wurde die Aufnahme am Kopf stark verändert. Hier kommt eine große, massive Kunststoffplatte zum Einsatz, die den Akku nun senkrecht trägt. Diese Platte ist ungepolstert und ein wenig scharfkantig, sodass ich als Kurzhaarträger so meine Probleme mit ihr habe.

ergonomisch geformt, aber ohne Polsterung dennoch unangenehm am Hinterkopf
Um die Lampe auf nahezu waagerecht über meinen Kopf laufen zu lassen, drückt die Platte bei Bewegungen immer unangenehm in Richtung Nacken. Nur mit einem Stirnband, einer Mütze oder – man verzeihe mir den Spaß - einer Perücke kann ich die NEO10R mitsamt Akkupack entspannt am Kopf tragen.

Mein Hinterkopf mit der NEO10R

Zum Vergleich: Mein Hinterkopf mit der MH10, welche mit Schaumgummi gepolstert ist
Die Möglichkeit eines Umbaus von senkrechter auf waagerechter Akkupackposition bringt zwar Linderung, die fehlende Polsterung fällt mir aber auch hier auf. Aufgrund ihrer Form rutschte mir hier die Rückplatte stets Richtung Nacken ab, sodass ich das Gummiband sehr unangenehm straff stellen musste. Die verträglichste Form für mich war es dann also das Akkupack mittels der ~1m Verlängerung im Rucksack zu lagern und die Rückplatte damit komplett einzusparen.

Umbau in die horizontale Rückplatte

der corpus delicti, die "scharfen" Kanten der Rückplatte
Das ist insofern bedauerlich, als dass sich die Stirnlampe damit um ihre 5 Zelte Wertung bringt. Denn es sind die vielen guten Detaillösungen, die ansonsten absolut überzeugen können. Der dicke Stirnbandgummi mit den eingearbeiteten Reflektoren zum Beispiel nimmt hervorragend Schweiß auf und macht einen auch für andere nachts sichtbar. Die 3 Helligkeitsmodi und die zusätzliche Fokussiermöglichkeit konnten in meinem Fall jegliche Anwendung vom Kartenlesen über das Anleuchten benachbarter Gipfel in der Ferne zum Ausleuchten beim Bouldern wunderbar abdecken.

angenehm für alle Anderen: wenn man dank der Reflektoren auch von der Seite gut zu sehen ist
Aber beim Kopf hört die NEO10R noch nicht auf. Ich erwähnte das vorhin kurz, dass LEDLenser mit dieser Lampe vielen Sportlern entgegen kommen will. Und dafür wurde zusätzlich noch ein Brustgurt entwickelt, mit dem man die Lampe ebenfalls am Körper tragen kann.
Dieser ist in meinen Augen eigentlich eine grandiose Erweiterung. Denn hierbei kann man unabhängig vom Kopf das Licht frontal weiterleuchten lassen. Jedem, der im Sommer schon einmal nachts unterwegs war, wird aufgefallen sein, dass so eine Stirnlampe unfassbar viele Insekte anzieht, die einem dann stets gerade in die Augen fliegen – das lässt sich mit dem Brustgurt zumindest schon einmal verbessern.
ABER: Ich habe es trotz Probierens und der Anleitung nicht hinbekommen, die Lampe als Brustgurt zu verwenden. Das sich das Ganze trotz Anleitung nicht so gut erschließt, gibt in meinen Augen leider ein Zelt Abzug. Sicherlich eine gute Zusatzunktion, die aber nicht in kurzer Zeit installiert ist… Schade, ich hatte mich hierauf wirklich gefreut.
Fazit:
Die LEDLenser NEO10R ist eine MH10 im sportlicheren Gewand. Sie hat entscheidende Verbesserungen im Bereich des Gummibands erfahren, kommt mit einem Brustgurt und einer Verlängerung für das Akkupack daher und kann mit hervorragenden inneren Werten für unter 100€ punkten. Wermutstropfen sind für mich allem voran die Kopfplatte, die egal ob horizontal oder vertikal getragen, eher unangenehm sitzt. Hier wäre eine zusätzliche Polsterung mit Schaumstoff oder ein elastischeres Grundmaterial wie Silikon in meinen Augen die optimalere Variante gewesen. Obwohl der Brustgurt im Umfang enthalten ist, gebe ich aufgrund des komplizierten Aufbaus, den ich nicht meistern konnte ein weiteres Zelt Abzug. Da für mich der Tragekomfort entscheidend ist, muss ich damit der Konkurrenz aus dem eigenen Haus – der MH10- den Vorrang geben.

Mein Kompromiss für den Tragekomfort, entkoppeltes Akkupack im Rucksack